Umschulung zum/ zur Assistent/in Innenarchitektur

Machen Sie Innenräume zu Erlebnissen! © Gunnar Assmy - Fotolia.com

Machen Sie Innenräume zu Erlebnissen!
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Berufsbild

Assistenten der Innenarchitektur leisten einen wichtigen Beitrag bei der Realisierung von Ideen und Projekten von Designern und Innenarchitekten. Bei der Vorbereitung setzen sie Entwürfe in konkrete Pläne um und übertragen diese mit speziellen Programmen auf den Computer. Sie unterstützen bei der Auftragsgewinnung, übernehmen Zuarbeiten und dokumentieren Arbeitsverlauf und -abschluss. Ebenso tragen sie zur Konzeptentwicklung und der technischen Umsetzung der Projekte bei.

In der Praxis kümmern sie sich um die Umsetzung der mit den Kunden abgesprochenen Plänen. Sie richten Sitzungs- und Konferenzsäle ein, gestalten öffentliche Büros und Flächen, z. B. Gaststätten oder Reisebüros, oder kümmern sich um die Präsentation von Messeständen. Auch für Privatpersonen können sie Aufgaben der Inneneinrichtung übernehmen. Bei der Ausführung koordinieren sie das Zusammenspiel aller zuständigen Kräfte und Dienstleister.

Des Weiteren arbeiten Assistenten der Innenarchitektur im Bereich der Kundenberatung. Sie informieren die Kunden über Möglichkeiten bei der Gestaltung oder unterbreiten Vorschläge für eine optimale Einrichtung. Dabei informieren sie über die Wirkung von Materialien und Farben, den Einsatz von Licht und Bodenbelag und die Anordnung von Möbeln im gewünschten Bereich. Sie beraten ganzheitlich, d. h. sie beziehen nicht nur Materialien und Möbel, sondern auch die zukünftige Verwendung des Raumes und die geplanten Arbeitsabläufe ein. Außerdem achten sie darauf, dass sich die Wünsche des Kunden und deren Realisierung in einem wirtschaftlich sinnvollen Rahmen bewegen.

Ihren Arbeitsplatz finden sie überall dort, wo Innenarchitekten eingesetzt werden. Architekten der Innenarchitektur arbeiten bei selbstständigen Architekten, Büros für Innenarchitektur, Raumausstattern oder Eventveranstaltern. Desweiteren können sie bei Herstellern oder im Einzelhandel für die Einrichtung oder die Warenpräsentation zuständig sein.



 

Zukunftsaussichten

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass es vielen Menschen leichter fällt, sich die Verwendung eines Raumes oder eines Gebäudes vorzustellen, das eingerichtet ist oder dessen Nutzung veranschaulicht wurde. Assistenten der Innenarchitektur können Pläne oder Ideen mithilfe ihrer Ausbildung und speziellen Programmen dreidimensional darstellen und beratend weiterhelfen.

Gerade bei großen Vorhaben wie die Einrichtung von Büroräumen oder Wohnhäusern bedarf es einer kompetenten Beratung, um mit möglichst geringem finanziellen Aufwand ein optimales Ergebnis zu erreichen. Assistenten der Innenarchitektur können mit ihrem Fachwissen in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden, sodass sie auf gute Zukunftsaussichten setzen können.

 

Zielgruppe

Die Ausbildungsstätten verlangen in der Regel einen Realschulabschluss. Desweiteren sind für die Ausbildung Kenntnisse und Begabungen in den Fächern Mathematik, Werken/Technik und Kunst relevant.
Unbedingt notwendig ist ein Interesse an kreativer Arbeit und ein Gefühl für Farbe und Gestaltung. Desweiteren ist technisches Verständnis hilfreich, denn es müssen sowohl moderne Computerprogramme bedient als auch Hilfskonstruktionen wie technische Zeichnungen angefertigt werden. Ebenso wichtig ist der Umgang mit Menschen. Interessenten sollten ein gepflegtes und freundliches Auftreten haben sowie über soziale und kommunikative Kompetenzen verfügen.

 

Inhalt und Länge der Ausbildung

Die Ausbildung dauert etwa 2 bis 3 Jahre. Sie wird an einer Berufsschule absolviert, wo theoretische und praktische Unterrichtseinheiten durchgeführt werden. Im Normalfall erfolgt die Maßnahme in Vollzeit.

In der Berufsschule wird unterrichtet, wie Entwürfe dargestellt und angefertigt werden. Dazu gehört auch das Anfertigen von Zeichnungen per Hand oder mithilfe des Computers. Weitere Inhalte sind Farbenlehre und Farbwirkung oder der Einsatz von Materialien sowie deren Eigenschaften. Über diese Grundlagen hinaus kann erlernt werden, welche Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Raumeinrichtungen bestehen, wie Möbel konstruiert werden und inwieweit die Statik eines Gebäudes bei der Inneneinrichtung relevant ist. Desweiteren werden Kenntnisse in Bau- und Kunstgeschichte sowie Industriedesign vermittelt.

Zu den fachpraktischen Inhalten kommen allgemeine Unterrichtsinhalte der Fächer Deutsch, Englisch, politische Bildung, Wirtschaft und Sport. Neben der Ausbildung in der Berufsschule erfolgt mindestens ein Betriebspraktikum, das beispielsweise in einem Architekturbüro absolviert werden kann sowie ein Schreinerpraktikum.

 

Kosten und Förderung

Die Ausbildung in einer Berufsschule wird nicht vergütet. Findet sie an einer staatlichen Schulen statt, so fallen in der Regel keine Lehrgangsgebühren an. Private Berufsschulen erheben meist ein Entgelt für die Teilnahme an den Bildungsmaßnahmen. Desweiteren können stets Anmelde- und Prüfungsgebühren anfallen. Für Auszubildende kann eine Unterstützung durch BAföG erfolgen.

 

Anbieter

Die Ausbildung wird von vielen Berufsschulen deutschlandweit angeboten, z. B. der Euro-Schulen-Organisation.

 

Alternative als Fernstudium

Zur Aus- oder Weiterbildung bieten Fernschulen Weiterbildungskurse im Bereich Raumgestaltung/Innenarchitektur an. Dabei werden vor allem Grundlagen über Farbkombinationen und Inneneinrichtung vermittelt. Kurse dieser Art bieten beispielsweise die Fernakademie Klett oder SGD an. Alternativ kann ein Studium in angrenzenden Bereichen, z. B. der Gartengestaltung erfolgen.

 
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