Umschulung zum / zur Bademeister/in

Bei all dem Trubel braucht es jemanden, der für Ordnung und Sicherheit sorgt.

Bei all dem Trubel braucht es jemanden, der für Ordnung und Sicherheit sorgt.

Im Sommer an der frischen Luft arbeiten, Sport und Berufsleben miteinander verbinden und viel mit Menschen zu tun haben – so könnten die beruflichen Vorstellungen derjenigen Menschen aussehen, die Bademeister werden möchten. Wer diesen Wunsch in die Tat umsetzt, kann sicherlich viel mehr erleben als nur das.

Doch eines ist zuvor klarzustellen: Es gibt in Deutschland lediglich einen offiziellen Beruf der zur Berufsbezeichnung „Bademeister“ führt. Die vollständige Bezeichnung lautet „Masseur/in und medizinsche/r Bademeister/in“. Im Alltag werden auch Fachangestellte für Bäderbetriebe oder ganz einfach die Angestellten eines Hallen- oder Freibades als Bademeister bezeichnet. In den folgenden Informationen soll es um das offizielle Berufsbild gehen, für dessen Ausübung eine entsprechende Umschulung oder Ausbildung notwendig ist. Alle anderen Jobs bringen ein eher uneinheitliches Berufsbild mit sich und erfordern auch keine einheitliche Ausbildung.

Ein Masseur und medizinischer Bademeister ist ein Gesundheitsprofi. Er arbeitet in einem Krankenhaus oder in einer Massagepraxis, kann seinen Arbeitsalltag aber auch in einem Gesundheitszentrum, in einem Pflegeheim oder einer anderen Gesundheitseinrichtung verbringen. Schließlich gehören auch die Schwimmbäder und Saunabetrieben zu den beruflichen Umgebungen dieser Bademeister. Sie kennen sich mit den unterschiedlichsten Therapieformen aus und behandelt ihre Patienten beispielsweise mit Massagen, Bädern oder Elektrotherapien.

Darüber hinaus bereiten sie die für die Therapien notwendigen Geräte und Hilfsmittel vor und sind für den gesamten Behandlungsablauf inklusive seiner Planung und Kontrolle zuständig. Die Experten sind nach ordnungsgemäßem Abschluss und Anerkennung dazu befugt, auf Rezept zu behandeln, sodass ihre Leistungen auch von den Krankenkassen bezahlt werden können. Wer hier eine Umschulung beginnen möchte, tut dies unter den Rahmenbedingungen des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes, das seit dem Jahr 1994 gilt. Ein wichtiger Berufsverband der Branche ist der VPT, der Verband Physikalische Therapie.

 

Zukunftsaussichten

In Zeiten der im wahrsten Sinne des Wortes knappen Kassen bei den Krankenkassen und im Gesundheitswesen scheint es auf den ersten Blick schwierig, hier einen guten Job zu ergattern. Die Masseure und medizinischen Bademeister sind allerdings nicht auf öffentliche Krankenhäuser und auf Praxen angewiesen. Sie können auch selbstständig tätig werden und sich in der privaten Wirtschaft beschäftigen lassen.

Dies macht die Zukunftsaussichten gut für all diejenigen, die gleichzeitig geschäftstüchtig und medizinisch versiert sind. Mit guten Konzepten können Masseure und medizinische Bademeister beispielsweise in einer eigenen Praxis viele privat abzurechnende Leistungen anbieten. Dies kann ein wichtiger Schritt in Richtung des beruflichen Erfolgs sein.

 

Wie sieht es mit Inhalte und Länge der Bademeister-Umschulung aus?

Um die Umschulung zum Masseur und medizinischen Bademeister zu beginnen, müssen sich die Umschüler zunächst um eine Ausbildungsstelle bemühen. Bei diesem Berufsbild handelt es sich nicht um eine Ausbildung nach dem dualen System, sondern um eine schulische Ausbildung, die um die notwendigen Praxisanteile ergänzt wird.

Die Ausbildung dauert im Regelfall zweieinhalb Jahre. Die Schule stellt unterschiedliche Anforderungen an die künftigen Masseure und Bademeister. So müssen beispielsweise biologische Themen behandelt werden, damit sich die Absolventen später bestens mit den Besonderheiten des menschlichen Bewegungsapparates auskennen. Die Fächer Chemie und Physik sind dagegen wichtig für das Verstehen der Wirkweisen unterschiedlicher Therapien und ihrer Wirkung auf den Organismus.

 

Per Umschulung Bademeister werden – für wen ist das eine gute Idee?

Der Umgang mit Menschen sollte jedem künftigen Bademeister und Masseur liegen. Es ist wichtig für den Therapieerfolg, dass sich die Experten für den menschlichen Körper hervorragend in die Menschen einfühlen und ihre Beschwerden verstehen können. Hinzu sollte auch eine gute körperliche Konstitution kommen, denn ein Masseur und Bademeister arbeitet auch körperlich und muss fit genug sein, um die oft herausfordernden Arbeitstage in einer Klinik, Praxis oder anderen Einrichtung zu bewältigen.

Da es hier um das kostbarste Gut des Menschen – seine Gesundheit – geht, ist auch das Verantwortungsbewusstsein wichtig. Um an einer Schule aufgenommen zu werden, die Umschulungen zum Bademeister oder Masseur anbietet, müssen die Bewerber keinen höheren Schulabschluss vorweisen.

Schon mit dem Vorlegen des Hauptschulzeugnisses ist es in der Regel möglich, die Aufnahmehürde zu nehmen. Allerdings werden die Bewerber an jeder Schule nach anderen Kriterien ausgewählt. Wer also bessere Bewerbungsunterlagen und weitreichendere Kenntnisse vorzuweisen hat, darf sich meistens über bessere Chancen freuen.

 

Förderungs- und Finanzierungshilfen

Wer schon während der Ausbildungs- bzw. Umschulungszeit auf einen guten Verdienst hofft, wird bei der Umschulung zum Bademeister schnell enttäuscht. Da es sich hier um eine schulische Ausbildung handelt, darf nicht mit einer Ausbildungsvergütung gerechnet werden. Ganz im Gegenteil: Häufig ist ein gewisses Schulgeld zu zahlen, um die Ausbildung zu finanzieren. Das Berufsziel muss allerdings nicht an dieser Hürde scheitern.

Wer ein starkes Interesse an der Umschulung hat, sollte sich mit dem für ihn zuständigen Sachbearbeiter von der Bundesagentur für Arbeit in Verbindung setzen. Gerade dann, wenn die Umschulung der wichtigste Schritt aus der Langzeitarbeitslosigkeit ist, könnte eine Finanzierung durch die öffentlichen Stellen genehmigt werden. Außerhalb dieser Möglichkeit steht es den Umschülern natürlich frei, sich um einen privaten Kredit zu bemühen. Diverse Banken bieten sogar spezielle Ausbildungskredite an.

 

Welche Anbieter ermöglichen eine Umschulung in diesem Bereich?

Wer sich direkt an einen potenziellen Arbeitgeber wendet, weil er Masseur und medizinischer Bademeister werden möchte, handelt sicherlich nicht falsch. Die Kontaktaufnahme kann beispielsweise den Weg zu einem spannenden Praktikum ebnen und der Netzwerkbildung dienen. Die Ausbildung selbst erfolgt allerdings an spezialisierten Schulen, bei denen eine Bewerbung abgegeben werden muss. Wie diese aussehen muss, welche Zeugnisse und Bescheinigungen beizulegen sind und welche Termine eingehalten werden müssen, verraten die Studienberater der Schulen gerne.

Zu den Schulen, die die Ausbildung anbieten, gehören unter anderem die Döpfer Schulen, die Staatliche Massageschule Erlangen oder die Massageschule Allgäu.

 

Mit welchem Fernstudium kann ich in dieser Branche auch zum Ziel kommen?

Ein Fernstudium oder einen Fernkurs zu absolvieren, ist im Gesundheitsbereich oft schwierig. Dies liegt vor allem daran, dass es sich bei den entsprechenden Ausbildungen oft um sehr praktisch orientierte Varianten handelt. Selbstverständlich ist es dennoch möglich, sich von zu Hause oder von jedem belieben Ort aus medizinisch fortzubilden. Die Umschulung zum Masseur und medizinischen Bademeister lässt sich nicht komplett aus der Ferne erledigen. Eine Alternative dazu ist beispielsweise der Lehrgang zum geprüften Fachpraktiker für Massage, Wellness und Prävention. Dieser wird von der SGD angeboten.

Verschiedene gesundheitsbezogene Studiengänge bietet auch die FH Riedlingen an, die zur deutschlandweit agierenden SRH-Gruppe gehört. Beispiele hierfür sind die Studiengänge Gesundheitsmanagement, Health Care Management, Pharmamanagement oder Prävention und Gesundheitspsychologie.