Umschulung zum/ zur Berufskraftfahrer/in

Immer "on the road": LKW-Fahrer. © mangostock - Fotolia.com

Immer “on the road”: LKW-Fahrer.
© mangostock – Fotolia.com

„On the road“: Das Berufsbild des Berufskraftfahrers/ der Berufskraftfahrerin

Berufskraftfahrerinnen und -kraftfahrer können sowohl im Personen- als auch im Gütertransport qualifiziert tätig werden und haben damit ein breites berufliches Einsatzfeld. Im Bereich der Personenbeförderung fahren sie beispielsweise Linienbusse oder Reisebusse und betreuen professionell ihre Fahrgäste; im Bereich des Güterverkehrs sind sie für den sicheren Transport von Gütern aller Art zuständig und leisten einen wichtigen Beitrag zum reibungslosen logistischen Ablauf.

Entsprechend vielfältig sind auch die Unternehmen, die Berufskraftfahrerinnen und -fahrer beschäftigen: Speditionen, öffentliche Verkehrsbetriebe und private Reiseunternehmen, Postunternehmen, Kurierdienste, Abschleppdienste, Pannendienste sowie Betriebe im Bereich der Abfallverwertung sind nur einige Beispiele für die Tätigkeitsfelder des Berufskraftfahrers/ der Berufskraftfahrerin. Ein großer Teil der Beschäftigten entscheidet sich dabei auf dem zweiten Bildungsweg für diesen Beruf, der auch ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz ist.

 

Zukunftsaussichten für Berufskraftfahrerinnen und -fahrer

Aktuellen Prognosen zufolge werden in Deutschland in den nächsten zehn Jahren bis zu 150 000 Berufskraftfahrerinnen und -fahrer fehlen, weil viele Beschäftigte ins Rentenalter kommen, sodass die Zukunftsaussichten für Personen, die sich heute für die Umschulung bzw. Weiterbildung zum Berufskraftfahrer/ zur Berufskraftfahrerin entscheiden, als gut bis sehr gut gelten. Dies geht etwa aus dem Arbeitsreport 2012 der DEKRA hervor.  Über die regionale Arbeitsmarktentwicklung informiert auch das Jobcenter.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung zum Berufskraftfahrer/ zur Berufskraftfahrerin

Im Rahmen der Umschulung bzw. Weiterbildung zum Berufskraftfahrer/ zur Berufskraftfahrerin werden unter anderem Inhalte aus den Bereichen der Kraftfahrzeugtechnik, der Straßenverkehrsordnung, dem Arbeitsrecht, der Verkehrssicherheit, der Kostenberechnung sowie dem Umweltschutz vermittelt. Zudem lernen die Auszubildenden in der Regel beide beruflichen Profile, nämlich den Güterverkehr und die Personenbeförderung, eingehend kennen, sodass sie in beiden Arbeitsbereichen einsetzbar sind. Sie beschäftigen sich darüber hinaus mit der Betreuung von Fahrgästen und mit einem kundenorientierten Verhalten.

Die Dauer der Umschulung bzw. Weiterbildung ist unterschiedlich, von den persönlichen Zugangsvoraussetzungen und vom jeweiligen Träger der Weiterbildungsmaßnahme abhängig. Vor allem aber kommt es darauf an, welche Fahrerlaubnis ein Interessent besitzt. Wer bereits über einen Führerschein der Klasse C, CE oder D verfügt, kann beispielsweise einen 10wöchigen Lehrgang absolvieren, der auf die Abschlussprüfung vorbereitet; wer diese Fahrerlaubnis erst in der Umschulung erwerben möchte, muss gewöhnlich mit einer sehr viel längeren Dauer rechnen. So gibt es Angebote, die 4-5 Monate, aber auch solche, die 21 Monate dauern. Die Angebote werden dabei sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend in Teilzeit angeboten.

Zielgruppe der Umschulung zum Berufskraftfahrer/ zur Berufskraftfahrerin und Zugangsvoraussetzungen

Die Umschulung bzw. Weiterbildung richtet sich an Personen, die als Berufskraftfahrerinnen und -kraftfahrer qualifiziert tätig werden möchten. Zielgruppen sind beispielsweise Fahrgastbetreuer im Personen- und Nahverkehr, Reiseleiter, Kuriere, aber auch ganz allgemein Arbeitssuchende oder Personen, die sich neu am Arbeitsmarkt positionieren möchten.

 

Förderungsmöglichkeiten durch die ARGE bzw. das Jobcenter

Arbeitssuchende können sich die Umschulung bzw. Weiterbildung zum Berufskraftfahrer/ zur Berufskraftfahrerin bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen durch die ARGE bzw. durch das Jobcenter finanzieren lassen. Wenn die persönlichen Voraussetzungen nach SGB II und SGB III erfüllt sind, kann ein sogenannter „Bildungsgutschein“ beantragt werden, der dann direkt beim Bildungsträger eingelöst werden kann.

Über den Bildungsgutschein können sich Interessenten direkt bei der ARGE informieren. Wenn ein Bildungsgutschein bewilligt worden ist, werden dabei nicht nur die Kosten für die Umschulung erstattet, sondern es kann auch während der Umschulungsdauer weiter Arbeitslosengeld gezahlt werden.

 



Anbieter der Umschulung

Es gibt eine ganze Reihe von Anbietern der Umschulung zum Berufskraftfahrer/ zur Berufskraftfahrerin, die sich jeweils an bestimmte Zielgruppen richten und deswegen auch Lehrgänge unterschiedlicher Dauer anbieten. Der Tüv Nord beispielsweise bietet einen Lehrgang an, der 2,5 Monate dauert und sich an Personen richtet, die bereits über die entsprechende Fahrerlaubnis verfügen. Diese können sich mithilfe des Lehrgangs auf die IHK-Abschlussprüfung vorbereiten. Bewerberinnen und Bewerber, die noch nicht über den Führerschein der Klasse C, CE oder D verfügen, müssen diesen zunächst im Zuge der Ausbildung durch theoretischen und praktischen Fahrunterricht erwerben. Die Umschulung an verschiedenen Ausbildungsstätten bzw. Fahrschulen absolviert werden. Einen Überblick liefert das Kursnet der Agentur für Arbeit.

Bewerberinnen und Bewerber, die sich ihre Umschulung bzw. Weiterbildung durch das Jobcente finanzieren lassen möchten, sollten dabei unbedingt beachten, ob die Maßnahmen zertifiziert sind. Nur zertifizierte Maßnahmen können finanziert werden.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Wer an den Bereichen Transport und Logistik vor allem aus einer eher theoretischen Perspektive interessiert ist, für den kommt möglicherweise auch ein Fernstudium in Frage, das allerdings in der Regel das (Fach-)Abitur voraussetzt. So können beispielsweise ein Bacheor-Studium „Logistik“ oder auch ein Zertifikatsstudium im Bereich „Logistik- und Supply-Chain-Management“ Alternativen zur Weiterbildung bzw. Umschulung darstellen.

 
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