Umschulung zum Betriebswirt/ zur Betriebswirtin

Berufsbild

Betriebswirte sind Allrounder im Unternehmensbereich.© fotogestoeber - Fotolia.com

Betriebswirte sind Allrounder im Unternehmensbereich.
© fotogestoeber – Fotolia.com

Betriebswirte planen und organisieren Wirtschafts- und Verwaltungsvorgänge in einem Betrieb. Sie kommen in der öffentlichen Verwaltung, in Industrie, Handels- und Dienstleistungsunternehmen zum Einsatz. Zu den Aufgaben der Betriebswirte und Betriebswirtinnen zählen:

 

1. Marketing und Vertrieb

Absatzmärkte analysieren, Marktforschung, Absatzplanung, Werbemaßnahmen, Verkaufsorganisation, Verkaufsplanung, Kundenkontakte pflegen, Außendienst,

 

2. Organisation und Datenverarbeitung

Arbeitsabläufe kontrollieren, Arbeitsorganisation, Datenverarbeitung, Entwicklung von EDV-Programmen, Zusammenarbeit mit Filialen, Dienstleistern, Behörden steuern,

 

3. Finanz- Rechnungswesen

Controlling, Revision Erstellen von Finanzierungsplänen, Kapitalverwendung überwachen, über Ausgaben, Kostenentwicklung und Investitionen kontrollieren, Geschäfts- und Finanzbuchhaltung, Bilanz, kalkulatorische Buchhaltung, Steuerungs- und Kontrollfunktionen, interne Revision, Entscheidungshilfen für die Geschäftsleitung erstellen,

 

4. Personalwesen

Personalbedarf ermitteln, Personalbeschaffungsmaßnahmen, Personalentscheidungen, Personalbetreuungsaufgaben, Leistungsbeurteilungen, innerbetriebliche Aus- und Weiterbildung, Arbeitsplätze beschreiben, analysieren, bewerten

 

5. Einkauf, Beschaffung von Waren und Betriebsmitteln

Beschaffung von Rohstoffen, Halbfabrikaten, Fertigwaren, Betriebsmitteln, Analyse von Beschaffungsmärkte, Lieferantenverhandlungen, Verbesserungen,

 

6. Materialwirtschaft und Logistik

kostenoptimale Bestellungen und Lieferzeiten organisieren, Mindestlagerbestände kontrollieren, optimal Lagerorganisation, Bestände bewachen,

 

7. Produktionsplanung

Produktionsabläufe steuern, Maschinenbelegungspläne, Auslastung der Produktionsanlagen optimieren

 

8. Managementassistenz

Unterstützung der Unternehmensleitung, Entscheidungshilfen anfertigen, Statistiken erstellen, Wirtschaftsanalysen ausarbeiten,

 

9. Statistik

Lagerbestände, Bewegungen, Kostenstrukturen, Bilanzen, Preise, Daten und Vorgänge mit statistischen. Methoden als Entscheidungshilfen für die Geschäftsleitung aufbereiten.

 

Zukunftsaussichten

Diese Berufsgruppe ist auf Grund der Vielfältigkeit des Einsatzes auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt. Aus der Sicht eines Arbeitgebers kann er den Betriebswirt/in als Bürofachwirt/in, geprüften Fachkaufmann/frau, Fachwirt/in für Marketing und Werbung, geprüften Fachkaufmann/frau für Marketing, geprüften Personalkaufmann/frau, Fachwirt/in für Controlling oder als geprüften Bilanzbuchhalter/in in seinem Betrieb einsetzen. Die Aus- Weiterbildung oder Umschulung kann auf verschiedene berufliche Schwerpunkte spezialisiert sein, wie z. B.:

Absatz/Marketing, Agrarbetrieb, Catering, Handel, Hauswirtschaft, Holz, Hotel/Gaststätten, Immobilien, Informationsverarbeitung, Kommunikation, Büromanagement, Logistik, Medien, Möbel, Personalwirtschaft, Rechnungswesen, Recht, Steuern, Touristik, Versicherung und mit Abitur für Außenwirtschaft oder Textil. Weitere Spezialisierungsformen führen zu den gehobenen Positionen eines Betriebsleiters, Controllers, Einkäufers, Leiter verschiedenster Abteilungen innerhalb des Betriebes, Revisor oder Substitutor. In angrenzenden Berufen kann der Betriebswirt/in auch als Industrie-Betriebswirt/in oder Praktischen Betriebswirt/in eine Anstellung finden. Insgesamt betrachtet ergibt sich für den Betriebswirt/in auf dem Arbeitsmarkt ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten. Somit können die Zukunftsaussichten als sehr gut ausgewiesen werden.

 

Inhalt und Dauer der Umschulung

Die Kurse für die Weiterbildungsvorbereitung dauern in der Regel zwischen 1 bis 4 Jahren. Teilzeit, 4 Monate bis 2 Jahre Vollzeit, und als Fernstudium cirka 3 Jahre. Der Berufsabschluss geprüfter Betriebswirt/in richtet sich nach dem Berufsbildungsgesetz. Während der Weiterbildung/Ausbildung/Umschulung erwirbt man folgende Kenntnisse: – betriebswirtschaftliche Zusammenhänge, Unternehmensprozesse, – Wirtschaftsrecht, Vertragsrecht, Arbeitsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, EU-Recht – Rechnungswesen: Buchhaltung, Jahresabschluss, – Unternehmensfinanzbedarf – Investitionen und betriebliche Vorhaben, – mikro- und makroökonomische Theorien – Wirtschaftsmathematik, Statistik – Arbeitsabläufe – Controlling – Aufbau des Steuersystems, – Personalbedarf, Personalverwaltungssysteme, – Marktforschung, – Managementsysteme, Managementmethoden, Managementstrategien, – Aufgaben- und Zeitpläne erstellen, – Fremdsprachen in Wort und Schrift, Zusatzqualifikationen für Fachhochschulreife oder Ausbildereignung können vorbereitet werden. Gute Schulzeugnisse besonders in den Fächern Wirtschaft/Recht, Mathematik und Datenverarbeitung gehören neben Durchhaltevermögen zu den Zugangsvoraussetzungen.

 

Zielgruppe der Umschulung

Für Umschüler, die im Gegensatz zu Weiterbildung, einen andere als ihren Beruf typische Tätigkeit anstreben, gelten die allgemeinen marktüblichen Regelungen. Unter Beachtung und Anerkennung derer durch das Arbeitsamt oder Jobcenter kann eine Förderung für sie bewilligt werden. Dazu gehören: – Arbeitsplatzverlust durch Strukturwandel, veränderter Bedarf, Wegfall des Arbeitsplatzes, – eine längere Ausfallzeit durch z. B. Krankheit, Kindererziehung, Bund usw. – eine Berufskrankheit, Berufsunfähigkeit, – technische Umorientierung des gesamten alten Berufsbildes, – Behinderte – Schulabgänger, Realschulabschluss, Fachhochschulreife, Abiturienten

 

Förderungen durch Jobcenter

Diese Lehrgänge werden den Weiterbildungsmaßnahmen gemäß Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz zugeordnet und werden in der Regel vom Arbeitsamt oder Jobcenter mit Bildungsgutscheinen oder nach SGB II oder SGB III finanziell unterstützt. Das betrifft die Lehrgangs- oder Prüfungsgebühren, Fahrtkosten und Lebensunterhalt. Für besonders Begabte kann eine Förderung nach der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) in Frage kommen oder auch einMeister-Bafög in Erwägung gezogen werden.

 

Anbieter der Umschulung

  • 1. Bereich Allgemeinbildung mit Berufsbezug, einige Beispiele – berufliches Gymnasium, Wirtschaft mit allgemeiner Hochschulreife – berufliches Gymnasium, Wirtschaft und Verwaltung mit allgm. Hochschulreife, – berufliches Gymnasium, Wirtschaftswissenschaft (allgm. Hochschulreife) – Berufliches Schulzentrum Technik und Wirtschaft Riesa, Vollzeit – Berufliches Schulzentrum Meißen, Vollzeit – Berufsfachschule Handelsschule (mittlerer Bildungsabschluss + berufliche Grundqualifikation) – Berufsfachschule II, Betriebswirtschaft (qualifizierter Sekundarabschluss I) – Berufsfachschule, kaufmännisch – Handelsschule (mittlerer Schulabschluss) – Berufsfachschule, kaufmännisch – Wirtschaftsschule (Fachschulreife) – Kaufmännisches Berufskolleg II(Fachhochschulreife, berufliche Grundqualifikation9 – Wirtschaftsschule, drei- und vierstufig (mittlerer Schulabschluss) – Wirtschaftsschule, zweistufig (mittlerer Schulabschluss) und viele andere Schulanbieter mit wirtschaftlichen beruflichen Grundausbildungen.

 

 

 

  • 4. Betriebswirt/in (Hochschulstudium) Bachelor- oder Masterabschluss – vermittelte Kernkompetenzen Betriebswirtschaftslehre, Change-Management, Controlling, Finanzwirtschaft, Handelsrecht, Kalkulation, Kosten- und Leistungsrechnung, Makroökonomie, Personalwesen, Steuerrecht, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsrecht u. a. – weiter Kompetenzen: Außenhandel, Buchführung, IT-Organisation, Logistik, Statistik, Public Relations, u. a. Ein Studium erfolgt an Universitäten, gleichgestellten Hochschulen, Fachhochschulen oder Berufsakademien und setzt eine fachgebundene Hochschulreife oder mindestens Fachhochschulreife voraus. Hierfür kommt eine Bafög-Förderung gemäß den gesetzlichen Bestimmungen in Frage. Ein Hochschulzugang ist landesspezifisch verschieden, richtet sich aber nach der entsprechenden Hochschulzulassungsordnung. Mitunter gelten in einzelnen Fachgebieten der Numerus Clausus, ein Auswahlverfahren nach dem Leistungsprinzip. In der Regel dauert ein Studium 6 bis 8 Semester und schließt mit Bachelor of Arts (B.A), Bachelor of Science (B. Sc.) oder dem entsprechenden Master ab.

 

Umschulung als Fernstudium

Fernstudienformen zum geprüften technischen Betriebswirt mit IHK Abschluss können bei SGD-Darmstadt absolviert werden. Alternativ können Spezialisierungen oder ähnliche artverwandte Fernstudienformen gewählt werden. Dazu gehörenBilanzbuchhalter/in (IHK), Industriefachwirt (IHK) und viele andere Möglichkeiten, die neben Bachelor- und Master of Science Hochschulstudien angeboten werden. ILS Hamburg bietet staatl. gepr. Betriebswirt/in für Absatzwirtschaft, Finanzwirtschaft, Logistik, Personalwirtschaft, Touristik und Wirtschaftsinformatik an. Ein Fernstudium mit Hochschulabschluss ist auch an der Euro-FH machbar. Selbstverständlich hat auch dieFernuniversität Hagen entsprechende Fernstudien in Wirtschaftswissenschaft oder Wirtschaftsinformatik als Bachelor oder Master anzubieten.