Umschulung zum Buchhalter/ zur Buchhalterin

Buchhaltung ist mehr als nur Rechnungen abheften. © apops - Fotolia.com

Buchhaltung ist mehr als nur Rechnungen abheften.
© apops – Fotolia.com

Das Berufsbild

Wer sich gerne mit Zahlen beschäftigt und geradezu spielerisch mit ihnen umgehen kann, der könnte mit dem Beruf Buchhalter bzw. Buchhalterin eine gute Wahl treffen – auch im Rahmen einer Umschulung. In Deutschland ist die Bezeichnung Buchhalter keine geschützte Begrifflichkeit. Dies bedeutet, dass es keinen eindeutigen Berufsabschluss gibt, der zu einer Tätigkeit als Buchhalter qualifiziert. Eine Ausnahme bilden Weiterqualifizierungen wie z.B. zum Bilanzbuchhalter.

Daher gilt es ganz einfach, einen kaufmännischen Werdegang einzuschlagen und auf eine buchhalterische Tätigkeit hinzuarbeiten. Das Berufsbild kann jedoch recht eindeutig umrissen werden. Er ist ein Beschäftigter, der im kaufmännischen Bereich eines Unternehmens tätig ist. Dort hat er die Aufgabe, Geschäftsvorfälle korrekt zu verbuchen bzw. andere Tätigkeiten zu übernehmen, die zu einer korrekten und lückenlosen Buchführung gehören. Je nach Unternehmensgröße kann eine Buchhaltungsabteilung im mehrere Bereiche aufgeteilt werden – hier wird zum Beispiel eine Abteilung als reine Kreditorenbuchhaltung geführt und kümmert sich ausschließlich um das Buchen von Lieferantenrechnungen bzw. Eingangsrechnungen.

Der gegenteilig arbeitende Bereich ist die Debitorenbuchhaltung, welche sich um die Ausgangsrechnung an Kunden des Unternehmens kümmert. Buchhalter tragen viel Verantwortung in einem Unternehmen, denn sie liefern die Unterlagen, welche letztlich zu korrekten Steuererklärungen, zu einwandfreien Lohnabrechnungen und zu einer ordnungsgemäßen betriebswirtschaftlichen Auswertung für die Geschäftsführung dienen.

 

Zukunftsaussichten

In jedem Unternehmen und sogar bei jeder selbstständig tätigen Person ist die Buchhaltung das zentrale Aufgabengebiet, wenn es um den kaufmännischen Bereich geht. Niemand, der Geschäfte macht, kommt an der Buchhaltung vorbei. Da jedoch nicht jedermann der Umgang mit Zahlen in die Wiege gelegt ist, übernehmen versierte Buchhalter als Angestellte oder als selbstständige Dienstleister die entsprechenden Aufgaben. In großen Unternehmen ist es selbstverständlich auch ein Muss, den Bereich Buchhaltung als eigenen, zentralen Unternehmensbereich zu etablieren.

Die Verpflichtung von Kaufleuten, eine ordnungsgemäße Buchführung zu erstellen, führt zu einem guten Angebot an Arbeitsplätzen für Buchhalter. Wer also engagiert an seiner beruflichen Entwicklung arbeitet und gute Zeugnisse vorweisen kann, sollte keine Probleme haben, später eine Anstellung zu finden. Verbesserungen der eigenen Chancen können auch Weiterqualifizierungen bringen – beispielsweise die zum geprüften Bilanzbuchhalter. Durch diese erweitern sich die Fähigkeiten und damit auch die Einsatzbereiche für die Buchhaltungskräfte.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Da es keine bestimmte berufliche Ausbildung oder Weiterbildung gibt, die für eine Tätigkeit als Buchhalter qualifiziert, sind die Ausbildungsdauer und die Ausbildungsinhalte nicht klar definiert. Vielmehr ist das Thema Buchhaltung Teil aller kaufmännischen Ausbildungen. Wer also beispielsweise die Ausbildung zum Bürokaufmann, zum Bankkaufmann oder zum Immobilienkaufmann abgeschlossen hat, verfügt über wichtige Kenntnisse im buchhalterischen Bereich. Eine solche Ausbildung dauert je nach Vorkenntnissen, Leistungen während der Ausbildung und Art des bereits erlangen Schulabschlusses zwei bis drei Jahre. Genauer definiert sind die Weiterbildungsmaßnahmen, für die man sich nach einer absolvierten Ausbildung entscheiden kann. So kann man sich beispielsweise zum Finanzbuchhalter umschulen lassen.

Entsprechende Lehrgänge gehen mit einem je nach Anbieter unterschiedlichen Präsenz- und Ausbildungsumfang einher. So gibt es beispielsweise Fernlehrgänge zum Bilanzbuchhalter, die 18 Monate dauern und dabei einen wöchentlichen Zeitraum von acht bis zehn Stunden in Anspruch nehmen. Gelehrt werden hier die praktische Finanzbuchhaltung, der Umgang mit Buchungen in der Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung sowie im Rahmen der Anlagenbuchhaltung, Details rund um Jahresabschlüsse von Gesellschaften und vieles mehr. Zum Teil wird auch der Umgang mit einschlägigen Softwarelösungen gelehrt – zum Beispiel mit SAP.

 

Zielgruppe der Umschulung

Eines ist sicher: Wer sich um Buchhalter umschulen lassen möchte, sollte sich gerne intensiv mit Zahlen, Abrechnungen und systematischem Arbeiten befassen. Die Arbeit als Buchhalter sollte – wie jede berufliche Aufgabe – schließlich Freude bereiten, denn dies ist die wichtigste Basis für den Erfolg. Wer noch gar keine beruflichen Erfahrungen im kaufmännischen Bereich hat, kommt für eine klassische Umschulung zum Buchhalter kaum infrage. Hier gilt es, zunächst kaufmännische Basiskenntnisse aufzubauen. Als Umschulungskandidaten eignen sich eher diejenigen Personen, die schon eine kaufmännische Ausbildung absolviert haben und die zum Beispiel längere Zeit in einem anderen Unternehmensbereich eines Konzerns tätig waren. Diese können aufbauend auf der Erstausbildung z.B. eine Umschulung zum Finanzbuchhalter starten.

 

Fördermaßnahmen

Die Agentur für Arbeit kann Fördermittel dann zur Verfügung stellen, wenn eine Umschulung angestrebt wird. Eine Voraussetzung dafür ist in der Regel, dass die Umschulungsmaßnahme zu verbesserten beruflichen Chancen führt. Wer während der Ausbildung vom Arbeitgeber bezahlt wird, erhält in der Regel keine Zuschüsse von der Agentur für Arbeit – es sei denn, das Gehalt reicht nicht, um beispielsweise die Versorgung eigener Kinder oder den eigenen Lebensunterhalt (Wohnung, Versorgung mit Lebensmitteln etc.) zu finanzieren.

Bei Weiterbildungsmaßnahmen wie zum Beispiel der Weiterbildung zum Finanzbuchhalter oder der Qualifizierung zum Bilanzbuchhalter kann allerdings gefördert werden. Der Grund dafür: Es entstehen Kosten für die Durchführung der Aus- bzw. Weiterbildung. Da die Förderung in der Regel im Ermessensspielraum der Arbeitsagentur liegt, sollten sich Interessierte an ihren Ansprechpartner in der Behörde wenden.



 

Anbieter der Umschulung

Anbieter von grundständigen kaufmännischen Ausbildungen zu finden, gestaltet sich nicht schwierig, denn sehr viele Unternehmen bilden regelmäßig Azubis aus. Die Weiterqualifizierungen im Bereich der Buchhaltung finden allerdings eher in schulischen Ausbildungsstätten statt.

Eine Ausbildung zum Finanzbuchhalter oder zu einem anderen geprüften Beruf im Buchhaltungsbereich kann man beispielsweise hier absolvieren: 

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Wer beruflich umdenkt und sich zur Buchhalterin oder zum Buchhalter umschulen lassen möchte, kann auch über ein Fernstudium nachdenken. Diese Form des Lernens bzw. der Ausbildung ist sehr flexibel und lässt sich beispielsweise hervorragend mit den Aufgaben innerhalb der Familie vereinen. Häufig wird über Studienbriefe oder mithilfe moderner Lernmedien wie Onlineseminare oder Studienforen studiert bzw. gelernt. Folgende Anbieter ermöglichen ein Fernstudium im Bereich Buchhaltung:

  • AKAD: Weiterbildung zum geprüften Bilanzbuchhalter (IHK) innerhalb von 18 Monaten, Beginn jederzeit möglich
  • ILS: diverse Fernschulangebote, zum Beispiel Ausbildung zum Bilanzbuchhalter (IHK), zum Bilanzbuchhalter International oder zum Controller (IHK). Infomaterial: ILS Fernkurs Bilanzbuchhalter/in (IHK)*
  • Hamburger Akademie für Fernstudien: Buchhalter/in HAF
 
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