Eurokaufleute - eine relativ neue Ausbildung.
Eurokaufleute – eine relativ neue Ausbildung.

Ein Eurokaufmann/ eine Eurokauffrau (auch: European Business Assistant) bearbeitet in einem Unternehmen kaufmännische Prozesse, die vorrangig in einem internationalen Umfeld angesiedelt sind. Im Mittelpunkt des Berufs steht die Korrespondenz mit ausländischen Partnern und Kunden in mindestens einer Fremdsprache. Diese ist sowohl schriftlich, als auch mündlich auf Business-Niveau einwandfrei anzuwenden.

Eine Hauptaufgabe besteht darin, Dokumente wie Verträge oder Rechnungen sprachlich versiert und fachgerecht zu erstellen beziehungsweise zu übersetzen. Weiterhin begleitet der Eurokaufmann/ die Eurokauffrau eventuell den Import und Export, kümmert sich um anfallende Zollformalitäten und beobachtet ausländische Märkte. Auch die Einbindung in die internationale Logistik oder das Angebotsprogramm eines Unternehmens im Ausland kann zu den Aufgabenfeldern gehören.

Weit gefasst können Berufstätige in diesem Bereich damit für alle Belange verantwortlich sein, die durch die internationalen Aktivitäten eines Unternehmens anfallen. In der Praxis wird der Eurokaufmann/ die Eurokauffrau meist spezifischen Bereichen wie dem Ein- und Verkauf, dem Controlling, der Beratung von Kunden oder der Auftragsbearbeitung zugeordnet. Die hohen sprachlichen Kompetenzen sind jedoch vielfach auch abteilungsübergreifend gefragt, sodass sich ein abwechslungsreiches und vielseitiges Einsatzgebiet ergeben kann.

 

Zukunftsaussichten

Im Zuge der Globalisierung agieren längst nicht mehr nur große Unternehmen auf internationalem Parkett. Auch mittelständige und sogar kleine Betriebe haben die Chancen erkannt, die sich durch zusätzliche Absatzmärkte im Ausland ergeben. Für die professionelle Abwicklung derartiger Geschäfte werden zunehmend Personen benötigt, die zum einen kaufmännisches Verständnis und zum anderen exzellente Fremdsprachenkenntnisse mitbringen. Der Eurokaufmann/ die Eurokauffrau erfüllt diese Anforderungen und trifft auf eine stetig wachsende Nachfrage.

Möglichkeiten zur Beschäftigung sind in nahezu allen Unternehmen und Organisation zu finden, die europa- und weltweit tätig sind. Mit der Ausbildung werden die eigenen Karrierechancen verbessert, die Teilnehmer/innen heben sich im Wissensstand von anderen Auszubildenden ab und die Übernahme- beziehungsweise Aufstiegschancen steigen.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Bei der anderthalb bis dreijährigen Ausbildung handelt es sich um eine Zusatzqualifikation, die begleitend zu einer dualen Berufsausbildung mit einem kaufmännischen Hintergrund absolviert werden kann. Die Teilnehmer/innen erlangen damit einen Doppelabschluss. Durchgeführt wird der Unterricht an Bildungsstätten der Industrie- und Handelskammer, in Wirtschaftsbetrieben sowie an Berufsschulen.

In den Lehrgängen wird kombiniertes Wissen in kaufmännischen, außenwirtschaftlichen und fremdsprachlichen Belangen vermittelt. Die ausbildungsbegleitende Zusatzqualifikation beinhaltet vier Teilbereiche:

  • (1) Mit Seminaren in der Informationsverarbeitung wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Präsentation wird der Europäische Computerführerschein ECDL erworben.
  • (2) In zwei Lernfeldern und abschließender Prüfung wird das IHK-Zertifikat „Internationale Geschäftsprozesse“ abgelegt. Das erste Lernfeld betrachtet, wie ein Produkt auf dem ausländischen Markt positioniert wird und betrachtet Aspekte des Außenhandels und des internationalen Marketing. Das zweite Lernfeld adressiert den gesamten Prozess der Auftragsabwicklung mit ausländischen Partnern. Hier steht beispielsweise die Geschäftsanbahnung, das Zollwesen oder das Außenwirtschaftsrecht im Fokus.
  • (3) Sprachkurse ermöglichen den Erwerb von bis zu zwei Fremdsprachenzertifikaten, wobei das englische KMK-Zertifikat der Stufe II verpflichtend vorgesehen ist, eine zweite Fremdsprache zumeist optional gewählt werden kann.
  • (4) Am Ende der Ausbildung ist ein drei- oder vierwöchiges Praktikum im Ausland zu absolvieren.

 

Zielgruppe der Umschulung

Vorausgesetzt wird in der Regel die Hochschulreife oder Fachhochschulreife, mitunter auch die mittlere Reife. Zudem wird ein bestehender Vertrag zur Ausbildung in einem kaufmännischen Beruf gemäß Berufsausbildungsgesetz gefordert. Hierzu zählen: Industrie-, Büro-, Bank-, und Automobilkaufmann/ -kauffrau und Kaufmann/ Kauffrau im Groß- und Außenhandel sowie Einzelhandel. Die Auszubildenden sollten bereits gute Sprachkenntnisse in Englisch mitbringen, oft wird hierfür auch ein Zertifikat verlangt.

 

Fördermaßnahmen für diese Ausbildung

Die Teilnahme an den Lehrgängen wird nicht vergütet. Eventuell lässt sich das Auslandspraktikum bezuschussen, beispielsweise durch das EU-Förderprogramm LEONARDO.

 

Anbieter der Umschulung

Alternative zur Fortbildung zum/ zur Fremdsprachenkaufmann/ -kauffrau für Berufstätige im kaufmännischen Bereich:

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Personen, die bereits über einen kaufmännischen Abschluss verfügen und in der Branche tätig sind, können alternativ eine Fortbildung zum/ zur Fremdsprachenkaufmann/ -kauffrau absolvieren, was sowohl in Voll-, als auch Teilzeit möglich ist. Darüber hinaus können per Fernstudium jederzeit zusätzliche Sprachkenntnisse erworben werden, die einer Veränderung im Beruf dienlich sein können. Zu empfehlen sind hier Kurse, die speziell die entsprechende Branche betreffen, zum Beispiel „International Legal English“. Umgekehrt können sprachliche Fähigkeiten durch Wissen in internationaler Wirtschaft erweitert werden, beispielsweise durch die „EBC*L Licence“. Im Fernstudium ist zudem die Weiterbildung zum/ zur „geprüften Fremdsprachenkorrespondent/in (IHK) – Englisch“ möglich.

Umschulung zum/ zur Eurokaufmann/ Eurokauffrau
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