Die Bäderbetriebe fast jeder größeren Stadt sind mögliche Ausbildungsorte.
Die Bäderbetriebe jeder Stadt sind Ausbildungsorte.

Fachangestellte für Bäderbetriebe überwachen und koordinieren den reibungslosen und sicheren Betrieb einer Badeeinrichtung. Sie achten durch regelmäßige Prüfung auf die einwandfreie Funktion der Technik und gewährleisten die Qualität des Wassers durch entsprechende Maßnahmen wie Desinfektion und Reinigung. In gleicher Weise stellen sie die Wartung aller Einrichtungen und die Pflege der Frei- und Grünflächen einer Badeanlage sicher. Besondere Verantwortung tragen die Fachangestellten während des laufenden Betriebs: Sie beaufsichtigen die Badegäste, sorgen für die Einhaltung der Haus- und Badeordnung und sind bei Missachtung dazu berechtigt, Hausverbote zu erteilen.

Zudem leiten sie in Notfällen Rettungsmaßnahmen ein und führen Erste Hilfe sowie Wiederbelebungsmaßnahmen durch. Darüber hinaus bringen sich Fachangestellte für Bäderbetriebe in die Büroorganisation, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit ein und dürfen Schwimmunterricht abhalten sowie Schwimmabzeichen vergeben.

 

Zukunftsaussichten

Nach erfolgreichem Abschluss sind Anstellungen in allen Arten von Badeanlagen möglich. Dazu zählen unter anderem Freibäder, Hallenbäder, Naturbäder, Meerwasserbäder, Wellenbäder, Kurbäder, Seebäder, Strandbäder und Badeeinrichtungen in Krankenhäusern, Wellnesshotels, Fitnesszentren, Rehabilitationskliniken und Altenheimen. Da die Ausbildung EU-weit anerkannt ist, besteht auch die Möglichkeit, die Tätigkeit im Ausland auszuüben. Mit zweijähriger Berufserfahrung kann eine Ausbildung zum Meister für Bäderbetriebe angeschlossen werden, der einen Aufstieg in eine leitende Position ermöglicht.

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die duale Ausbildung wird von den einzelnen Ländern geregelt, ist staatlich anerkannt und dauert in der Regel drei Jahre. Insbesondere für Umschüler ist bei Erfüllung bestimmter Kriterien auch eine Verkürzung auf bis zu zwei Jahre möglich. Die Inhalte der Ausbildung können in fünf Schwerpunkte zusammengefasst werden:

In einem ersten Teil werden die Teilnehmer/innen befähigt, Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen und Notfallsituationen sicher zu bewältigen. Zudem werden die schwimmerischen Fähigkeiten weiter trainiert und ausgebaut. Der zweite Bereich adressiert die Besucherbetreuung und den Schwimmunterricht, in dem auch Aspekte der Öffentlichkeitsarbeit behandelt werden. Der Betrieb einer Badeanlage und die dazugehörigen organisatorischen Aufgaben folgen in einem dritten Abschnitt. Es wird gezeigt, wie der Badetrieb zu beaufsichtigen ist, welche Richtlinien in Sachen Arbeitsschutz zu beachten sind und wie die allgemeine Sicherheit durch eine adäquate Kommunikation mit den Badegästen gewährleistet werden kann. Der vierte Teilbereich befasst sich mit der Bädertechnik. Hierzu zählen Methoden zur Kontrolle und Sicherstellung des technischen Betriebs, inklusive der Wartung und Pflege von technischen Einrichtungen, die für eine Badeanlage typisch sind. Darüber hinaus wird den Teilnehmer/innen vermittelt, wie sie physikalische und chemische Größen beispielsweise des Badewassers mit geeigneten Messmethoden erfassen und welche Maßnahmen bei verminderter Wasserqualität einzuleiten sind. Abgerundet wird dieser Teil der Ausbildung durch zusätzliche Informationen bezüglich des Umweltschutzes und der Energieeffizienz eines Badebetriebs. Schließlich werden mit einem fünften Teil betriebswirtschaftliche und soziale Kompetenzen vermittelt.

In der schriftlichen Prüfung wird das theoretisch erworbene Wissen aus allen Schwerpunkten abgefragt. In der praktischen Prüfung müssen die Teilnehmer/innen nachweisen, dass sie über entsprechende schwimmerische Fähigkeiten verfügen, Schwimmunterricht vorbereiten und abhalten können und die Rettung und Erstversorgung kompetent beherrschen. Um dies zu prüfen werden realitätsnahe Übungen durchgeführt: Es gilt beispielsweise, eine Unterrichtseinheit aufzubereiten und durchzuführen oder verschieden lange Strecken mit unterschiedlichen Schwimmtechniken in vorgegebener Zeit zu bewältigen. Auch das Schwimmen in Kleidung, das Schleppen von bewegungsunfähigen Personen durchs Wasser oder eine Herz-Lungen-Wiederbelebung werden geprüft.

 

Zielgruppe der Umschulung

Die Ausbildung richtet sich an Rettungsschwimmer/innen, Badewärter/innen, Saunameister/innen und Personal aus Bäderbetrieben. Aus rechtlicher Sicht gibt es bezüglich der Vorbildung keine Voraussetzungen. Dennoch verlangen manche Anbieter mindestens einen Hauptschulabschluss oder ein Rettungsschwimmerabzeichen. Erwartet wird ein guter Gesundheitszustand, der zuvor ärztlich attestiert werden muss.

Zudem ist in der Regel ein bestehender Ausbildungs- beziehungsweise Umschulungsvertrag erforderlich. Liegt dieser nicht vor, kann unter Umständen auch eine externe Teilnahme an der Prüfung beantragt werden. Daneben sollten die Teilnehmer/innen ein hohes Verantwortungsbewusstsein haben und kundenorientiert arbeiten können. Weitere förderliche Eigenschaften sind Kommunikations- und Konfliktfähigkeit im Umgang mit den Badegästen, eine selbstgetriebene Arbeitsweise in Verbindung mit der Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen.

 

Fördermaßnahmen

Auszubildende können Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen, die unter bestimmten Bedingungen gewährt wird: Es muss ein bestehender Ausbildungsvertrag vorliegen, der im Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen wurde und die Schüler/innen dürfen nicht mehr bei den Eltern wohnen. Grundsätzlich wird die BAB zudem nur bei einer beruflichen Erstausbildung gezahlt. Für eine Zweitausbildung kommt die Förderung nur in Frage, wenn die Erstausbildung nicht abgeschlossen wurde.


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