Umschulung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit

In vielen Jobs unerlässlich: ein Helm. © Bernd Leitner - Fotolia.com

In vielen Jobs unerlässlich: ein Helm. © Bernd Leitner – Fotolia.com

Berufsbild

Fachkräfte für Arbeitssicherheit haben die Aufgabe, Arbeitgeber und Führungskräfte im Allgemeinen über die Maßnahmen zur Arbeitssicherheit zu beraten. Sie informieren über die Möglichkeiten des Arbeitsschutzes, der Unfallprävention und der Ergonomie des Arbeitsplatzes. Über die reine Information hinaus setzen sie diese Möglichkeiten in die Tat um, indem sie die entsprechenden Hilfsmittel beschaffen und einbauen lassen. Innerhalb dieses Prozesses planen und organisieren sie alle möglichen Abläufe.

Auch wirken sie bei der Entwicklung neuer Arbeitsverfahren mit und legen dabei den Schwerpunkt auf die Bestimmungen des Arbeitsschutzes und den Unfallverhütungsvorschriften. Weiterhin überprüfen sie Betriebsanlagen, Arbeitsmittel und Arbeitsverfahren auf die Sicherheit hin, beispielsweise in der Form, dass sie die Funktionstüchtigkeit von Feuerlöschern testen. Ferner kontrollieren sie die persönlichen Schutzausrüstungen für die Mitarbeiter/-innen und analysieren deren Arbeitsweise im Hinblick auf das Gefahrenpotenzials. Neben der Beratung der Arbeitgeber veranstalten sie Informationsseminare für die Arbeitnehmer.

 

Zukunftsaussichten

Die Erhöhung der technischen Möglichkeiten sowie der Anforderungen geht häufig mit der Erhöhung eines Gefahrenpotenzials einher. Zwar erleichtert die Technik die Arbeitsweise der Menschen, allerdings beherbergt sie zumeist viele Gefahren, die auf dem ersten Blick nicht erkennbar sind. Auch hinsichtlich des körperlichen Wohls ist es wichtig, ergonomisch eingerichtete Arbeitsplätze zu bieten. Immer mehr Unternehmen setzen auf eine sichere und ergonomische Einrichtung der Arbeitsplätze, um allein eine mentale Zufriedenstellung ihrer Mitarbeiter/-innen sicherzustellen. Für die Arbeitssicherheit innerhalb der Betriebe sind die entsprechenden Fachkräfte zuständig. Die Zahl der Unternehmen, die sich von ihnen beraten lassen, steigt beständig.

Daher gibt es gute Zukunftsaussichten für die Fachkräfte für Arbeitssicherheit.
 

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Bei dieser Umschulung handelt es sich um eine Weiterbildung innerhalb eines Arbeitszweiges, bei dem der Umschüler bzw. die Umschülerin bisweilen beschäftigt war. Aufgrund der spezifischen Kenntnisse innerhalb der jeweiligen Berufssparte kann eine Erweiterung dieser Kenntnisse aus der Perspektive der Arbeitssicherheit vorgenommen werden.

In der Weiterbildung erlernen künftige Fachkräfte für Arbeitssicherheit zunächst die Grundlagen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes sowie des Entstehens und Vermeidens von Unfällen bzw. arbeitsbedingten Erkrankungen. Dabei werden die Faktoren zur Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit aufgezeigt. Außerdem lernen sie die Möglichkeiten zu präventiven Maßnahmen für die Erhaltung der Arbeitssicherheit kennen. Sie werden darin geschult, mögliche Gefahren zu erkennen und zu beurteilen. Die Bewertung des Gefahrenpotenzials enthält mehrere berufsspezifische Faktoren, die den Umschüler/-innen erläutert werden müssen.

Ferner lernen sie, welche Rolle die Fachkraft für Arbeitssicherheit hat und welche Aufgaben ihr zukommen. Zudem werden sie darin geschult, die Sicherheit in einem Unternehmen zu planen sowie einen Sicherheitsplan aufzustellen. In der mittleren Phase der Weiterbildung muss ein Praktikum absolviert werden. Dieses wird im Anschluss ausgewertet und es werden Erfahrungen ausgetauscht. Am Ende der Weiterbildung werden die fünf hauptsächlichen Gebiete des Arbeitsschutzes vertieft. Bei diesen Gebieten handelt es sich um die folgenden:

  • spezifische Gefährdungsfaktoren
  • spezifische Maschinen, Geräte und Anlagen
  • spezifische Arbeitsverfahren
  • spezifische Arbeitsstätten
  • spezifische Personalthemen

Die Dauer der Umschulung ist je nach Bildungsanbieter sehr unterschiedlich. Häufig beträgt sie mehrere Monate bis zum einem Jahr.

 



Zielgruppe der Umschulung

In der Regel haben nur Ingenieure bzw. Ingenieurinnen, Techniker bzw. Technikerinnen und Meister bzw. Meisterinnen eines Handwerks den Zugang zur Weiterbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Je nach Branche und Arbeitsgebiet verfährt die Weiterbildung spezifisch. Die angehenden Umschüler/-innen sollten eine Affinität zu Sicherheitsfragen in ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet besitzen und ein hohes Verantwortungsbewusstsein mit sich tragen.

 

Förderungen

Die Umschulung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit wird in der Regel von der Bundesagentur für Arbeit gefördert, insofern besondere Gründe vorliegen (z. B. Unzufriedenheit mit dem alten Beruf, körperliche oder psychische Beschwerden bei der Ausübung des vorigen Berufes).

Für die Umschulung werden Ausbildungsgebühren erhoben. Die Vorbereitungslehrgänge auf die Weiterbildungsprüfung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit zählen zur beruflichen Aufstiegsfortbildung, die finanziell gefördert werden kann, z. B. durch einen Beitrag zu den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Darüber hinaus können Teilnehmer/-innen monatliche Beiträge zum Lebensunterhalt erhalten. Solche Förderungen werden als Meister-BAföG hinsichtlich des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) übernommen. Bei außergewöhnlichen Leistungen kann eine Begabtenförderung beantragt werden.

 

Anbieter der Umschulung

Vorbereitungslehrgänge auf die Weiterbildungsprüfung finden in der Regel in den Schulungsräumen der jeweiligen Bildungseinrichtung statt. In der Regel arbeiten die angehenden Fachkräfte für Arbeitssicherheit während ihrer Vorbereitung weiter in ihrer normalen Arbeitsumgebung und besuchen an Samstagen die Schule. Teilweise wird der Unterricht auch während der Woche abends durchgeführt. Die Weiterbildung wird jedoch auch in Form von Vollzeit- bzw. Fernlehrgängen angeboten. Absolvieren sie die Weiterbildung in Form eines E-Learning-Kurses, arbeiten sie den Unterrichtsstoff vor allem zu Hause am eigenen Computer durch, z. B. in Form einer virtuellen Akademie.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Die SGD und die ILS bieten Fernlernkurse zum Fachwirt bzw. zur Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen an.

 
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