Umschulung zur Fachkraft für Hafenlogistik

Bringen Sie Ordnung ins Container-Kuddelmuddel! © thomaslerchphoto - Fotolia.com

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Berufsbild

Fachkräfte für Hafenlogistik arbeiten in See- und Binnenhäfen und sorgen für den Ablauf des Wareneingangs und –ausgangs, der per Schiff durchgeführt wird. Zunächst informieren sie sich über die eingehenden bzw. ausgehenden Sendungen und organisieren anschließend die dafür erforderlichen Umschlags- und Transportmittel. Ferner stellen sie die Ladeeinheiten für den Weitertransport über den See- Schienen- und Straßenverkehr zusammen.

Sie überwachen den Vorgang des Wareneingangs und –ausgangs, stellen die Maße und das Gewicht der Ladung fest, indem sie es kontrollieren und berechnen und erfassen die Schiffbewegungs- und Güterumschlagsdaten. Zudem untersuchen sie die Ladungen nach eventuellen Abweichungen und Schäden und informieren die Schiffsmakler/-innen bzw. den Ablader darüber.

Kann eine Ladung nicht sofort weitertransportiert werden, so sind sie für das Einlagern der Güter und für die Überwachung derselben während der Lagerzeit zuständig. Außerdem überprüfen sie die Sauberkeit aller relevanten Ladungsräume und bearbeiten die Frachtpapiere, Zollunterlagen und sonstige Dokumente mit der entsprechenden Software.

 

Zukunftsaussichten

Die Lieferung per Schiff ist eine weiterhin gängige und notwendige Form des Warenumschlages. Die Häfen sind die Umschlagsplätze solcher Waren. Der Bedarf für die Konsumierung von Waren nimmt stetig zu, womit die Beschäftigung in der Hafenlogistik konstant wichtig ist. Damit stehen die Zukunftsaussichten für die Fachkräfte für Hafenlogistik in einem positiven Licht. Nach der Umschulung kann eine Weiterbildung vorgenommen werden, die für einen Aufstieg in diesem Beruf sorgen kann, nämlich in Form eines Meistertitels.

Inhalte und Länge der Umschulung

Die Umschulung ist nach dem dualen Ausbildungssystem aufgebaut. Die praktischen Kenntnisse erwerben die Umschüler/-innen im Ausbildungsbetrieb und die theoretischen an der Berufsschule.
Im praktischen Teil der Umschulung lernen die angehenden Fachkräfte für Hafenlogistik, wie logistische Prozesse geplant und organisiert werden, welche handelsspezifischen Vorschriften es bei der Wiegung und Messung von Gütern gibt und wie Güter auf Menge, Qualität, Art und Beschaffenheit kontrolliert werden. Ferner wird ihnen beigebracht, wie Güter sortiert, gelagert und bearbeitet werden, ebenso wie diese auf Mängel überprüft werden bzw. auf was bei der Mängelprüfung geachtet werden sollte. Sie lernen, wie Gewichte und der Raumbedarf von Gütern ermittelt werden und welche Arten von Containern es gibt.

Da die Container regelmäßig inspiziert werden, wird den Umschüler/-innen dieser Vorgang beigebracht. Ferner lernen sie, was bei der Beladung und Entladung zu beachten ist, welche Ladungssicherungen es gibt und wie qualitätssichernde Maßnahmen erforderlich sind. Außerdem werden sie mit dem Umgang der Software zur Bearbeitung von Fracht- und Lieferdokumenten vertraut gemacht.
Im praktischen Teil der Umschulung werden die angehenden Fachkräfte für Hafenlogistik mit den folgenden Lernfeldern konfrontiert:

  • logistische Prozesse des Hafens
  • Bearbeitung von Umschlags- und Versandpapieren
  • Güterkontrolle
  • Gefahrgutkontrolle
  • Containerkontrolle
  • Richtlinien für die Beladung und Entladung
  • Güterlagerung
  • Gütertransport

Der Berufsschulunterricht findet in der Regel in Form eines Blockunterrichtes statt.
Die Umschulungsdauer beträgt 3 Jahre und kann bei besonderen Gründen (z. B. wegen der Ausübung eines ähnlichen Berufes) verkürzt werden.

 

Zielgruppe der Umschulung

Als schulische Zugangsvoraussetzung wird in der Regel die mittlere Reife erfordert. Persönlich sollten angehende Umschüler/-innen ein Interesse für den Güterverkehr und dessen Besonderheiten haben und eine Affinität für Warenpflege besitzen. Erforderlich sind auch eine hohe Geschicklichkeit, körperliche Belastbarkeit, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, ein gutes allgemeines intellektuelles Leistungsvermögen sowie ein gutes Zahlenverständnis. Vorteilhaft ist zudem ein gutes sprachliches Ausdrucksvermögen.

 

Förderungen

Im Schnitt verdienen die Umschüler/-innen im Betrieb zwischen 500 € und 600 €.
Es kann auch Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragt werden, um eine zusätzliche Unterstützung vom Staat zu erhalten. Die Voraussetzungen dafür sind, dass die die Umschüler/-innen nicht mehr bei den Eltern wohnen sowie auch nicht mit einem Ehepartner oder in einer eheähnlichen Gemeinschaft.

 

Anbieter der Umschulung

Bei der Umschulung zur Fachkraft für Hafenlogistik handelt es sich um ein duales Ausbildungssystem. In den Häfen werden die praktischen und an der Berufsschule die theoretischen Lerninhalte thematisiert.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Bei der SGD, bei der ILS und bei der Euro-FH können Fernlerngänge sowie Fernstudiengänge im Bereich des Logistikmanagement aufgenommen werden.