Eine Umschulung zum Feuerwehrmann/ zur Feuerwehrfrau

Für viele ein Traum seit Kindheitstagen: Feuerwehrmann sein.

Für viele ein Traum seit Kindheitstagen: Feuerwehrmann sein.

Der Begriff Feuerwehrmann ist etwas irreführend, da der Beruf gleichermaßen für Männer und Frauen geeignet ist. Doch über die Wege und Möglichkeiten, tatsächlich diesen Beruf zu ergreifen, besteht häufig große Unklarheit. Dabei kommen Feuerwehrleuten sehr wichtige Aufgaben zu.

Sie werden schließlich nicht nur zur Brandbekämpfung eingesetzt, sondern helfen auch bei Verkehrsunfällen, Unwettern oder anderen Zwischenfällen. Parallel dazu gibt es den Beruf des Werkfeuerwehrmannes. Deren Einsatzgebiet liegt vorwiegend in Flughäfen oder großen Industriebetrieben. Um sich bestmöglich auf einen dieser Berufe vorzubereiten, können Sie erste Erfahrungen in der Freiwilligen Feuerwehr sammeln.

 

Die Aufgaben und Zukunftsperspektiven eines Feuerwehrmannes

Ein Berufsfeuerwehrmann ist hauptsächlich dafür zuständig, Menschen in Gefahrensituationen zu retten oder Brände zu bekämpfen. Je nach Standort können neben der Hilfe bei Verkehrsunfällen auch die Bergrettung oder die Seerettung zu den Aufgaben der Feuerwehrleute zählen. Doch neben einer klassischen städtischen Feuerwehr können auch Flughäfen, die Bundeswehr oder Fluggesellschaften Arbeitgeber für Berufsfeuerwehrleute sein. Werksfeuerwehrleute sind meist für die Wahrung der Sicherheit in einem Betrieb zuständig.



Insbesondere in der chemischen oder der verarbeitenden Industrie wird häufig mit Gefahrenstoffen umgegangen, sodass verschiedene Sicherheitsmaßnahmen unbedingt einzuhalten sind. Werkfeuerwehrleute überprüfen die Einhaltung dieser Regeln, sichern diese Stoffe, schulen Mitarbeiter und greifen natürlich auch in Gefahrensituationen ein.

Angehörige der Werksfeuerwehr befinden sich in einem normalen Arbeitsverhältnis, haben aufgrund Ihrer speziellen Ausbildung jedoch die Möglichkeit, in verschiedenen Unternehmen sichere Arbeitsplätze zu finden. Berufsfeuerwehrleute sind hingegen, abhängig von ihrer Qualifikation, in vielen Punkten den Beamten gleichgestellt. Für diese Personen gelten damit besondere rechtliche Rahmenbedingungen.

 

Inhalte und Dauer einer Umschulung zum Feuerwehrmann

Um Berufsfeuerwehrmann zu werden, benötigen Sie in der Regel mindestens eine geeignete, abgeschlossene Berufsausbildung. Um schließlich die Ausbildung zum Feuerwehrmann zu beginnen, müssen Sie sich bei einer lokalen Feuerwache bewerben. Bestehen Sie nun anspruchsvolle medizinische Tests und Sportprüfungen, können Sie ggf. eine Ausbildung beginnen. Diese dauert 20 Monate. In dieser Zeit gelten Sie bereits als Beamter auf Probe, sofern Sie die Voraussetzungen für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst erfüllen.

Nun erhalten Sie eine feuerwehrtechnische Ausbildung, erwerben eine Fahrerlaubnis für LKW und besuchen verschiedene, spezielle Lehrgänge. Die Anforderungen an angehende Berufsfeuerwehrleute sind sehr hoch, doch mit einer solchen Umschulung steht Ihnen eine sehr sichere Berufslaufbahn offen.

Werkfeuerwehrmann wird man hingegen in einer dreijährigen, dualen Ausbildung. Diese beinhaltet die Elemente Schutztechnik, Bautechnik, Metalltechnik, Elektrotechnik, Vorbereiten und Warten von Einsatzfahrzeugen, Umgang mit Gift- und Gefahrenstoffen, Brandgeschehen, Löschmittel und -technik sowie Brandschutz. Wer über eine entsprechende berufliche Vorqualifizierung verfügt, kann frühzeitig zur Prüfung zugelassen werden und damit seine Ausbildungsdauer auf zwei Jahre verkürzen, sofern die Vorleistungen anerkannt werden. Diese Ausbildung findet in einem festen Rhythmus in Ihrem Ausbildungsbetrieb und einer berufsbildenden Schule statt.

Eine rein schulische Ausbildung ist in beiden Berufen nicht vorgesehen. Das praktische Know-how ist für Berufsfeuerwehrleute wie auch für Angehörige einer Werkfeuerwehr unerlässlich und stellt einen sehr wichtigen Teil der Ausbildung dar.

 

Für wen ist die Weiterbildung zum Feuerwehrmann geeignet?

Um Berufsfeuerwehrmann zu werden, ist eine handwerkliche Ausbildung oder ein themennahes Studium notwendig. Es handelt sich schließlich um eine Fortbildung von 20 Monaten und Sie erwerben alle notwendigen berufsspezifischen Kenntnisse, die ohne ein sehr gutes Basiswissen jedoch nicht aufgenommen werden können. Handwerkliches Geschick, Präzision und Mut sind zudem unabdingbar für den Berufsalltag. Angehende Werkfeuerwehrleute müssen jedoch nicht zwangsläufig eine Berufsausbildung besitzen, da dieser Beruf in einem eigenständigen Ausbildungsgang erlernt werden kann. Körperliche Fitness ist dennoch sehr wichtig. Es ist unerlässlich, kompetent selbstständig Entscheidungen zu treffen und verantwortungsbewusst zu handeln, aber auch exakte Anweisungen zu befolgen und Aufgaben sicher zu erfüllen. Um den Berufsalltag gut bewältigen zu können, ist zudem eine gewisse psychische Belastbarkeit notwendig. Der Umgang mit Zerstörung oder verletzten Personen stellt vor allem zu Beginn der Tätigkeit eine große Belastung dar.
Für Berufsfeuerwehrleute gilt im Übrigen eine Altersbeschränkung: Nach Abschluss des 20-monatigen Dienstes dürfen Sie nicht älter als 38,5 Jahre sein, um ein beamtenähnliches Arbeitsverhältnis eingehen zu können. Für Werkfeuerwehren gilt diese Altersgrenze selbstverständlich nicht.

 

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Da es sich nicht um eine schulische Weiterbildung handelt, kann diese auch nicht durch die Bundesagentur für Arbeit oder das regionale Jobcenter gefördert werden. Stattdessen erhalten Sie in Ihrem Ausbildungsverhältnis eine entsprechende Vergütung. Der Verdienst im 20-monatigen Vorbereitungsdienst als Berufsfeuerwehrmann unterscheidet sich je nach Bundesland und Standort, liegt jedoch meist bei rund 1000 Euro. Das Ausbildungsgehalt in einer Werkfeuerwehr liegt zwischen rund 800 Euro im ersten Ausbildungsjahr und etwa 1000 Euro im dritten Jahr.

Wird Ihre Ausbildungszeit um ein Jahr verkürzt, so erhalten Sie zunächst das Gehalt des ersten Lehrjahres und anschließend das des zweiten Jahres. Um Ihre Lebenskosten bestreiten zu können, steht ggf. Wohngeld zur Verfügung. Zudem kann Bundesausbildungsbeihilfe (BAB) beantragt werden.

 

Wer bietet die Ausbildung an und welche alternativen Fernstudiengänge gibt es?

Informationen zur qualifizierenden Umschulung zum Feuerwehrmann erhalten Sie bei der nächsten Berufsfeuerwehr. Diese sind auch für Ihre Qualifikation zuständig. Eine Liste aller Berufsfeuerwehren in Deutschland finden Sie bei der Deutschen Feuerwehr-Zeitung. Werkfeuerwehren in Nordrhein-Westfalen finden Sie beispielsweise hier. Die zuständigen Stellen erteilen Ihnen auch Auskünfte zur Möglichkeit einer qualifizierenden Weiterbildung.

Darüber hinaus können Sie via Fernlehrgang eine Weiterbildung zur Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft beginnen. Die Abwehr von Gefahren findet hier nicht nur als Brandschutz statt, sondern schließt auch verschiedene andere Einsätze von Schutz- und Sicherheitstechnik mit ein. Ein solcher zehnmonatiger Kurs wird zum Beispiel vom Institut für Lernsysteme (ILS) angeboten. Eventuell kommt für Sie auch eine Qualifizierung zum Brandschutzbeauftragten in Frage, wie sie vom TÜV Nord angeboten wird.

 
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