Umschulung zum Fremdsprachenkorrespondenten / zur Fremdsprachenkorrespondentin

Fremdsprachen eröffnen neue berufliche und persönliche Chancen. © Tatjana Balzer - Fotolia.com

Fremdsprachen eröffnen neue berufliche und persönliche Chancen.
© Tatjana Balzer – Fotolia.com

Berufsbild

Fremdsprachenkorrespondenten und Fremdsprachenkorrespondentinnen erstellen Dokumente (z. B. Handelsbriefe, Lieferscheine, Anzeigen, Rechnungen, Bestätigungen, Zolldokumente, Gutachten und Verträge) und führen Telefonate in einer Fremdsprache im Auftrag von Unternehmen, insbesondere wenn diese international agieren.

Zudem übersetzen sie fremdsprachliche Dokumente in die Heimatsprache. Zu ihrer Tätigkeit zählt auch das Dolmetschen bei Geschäftssitzungen und Firmenpräsentationen auf internationalen Messen. Ihnen kommen aber auch kaufmännische Aufgaben zu, z. B. die selbstständige Organisation des Büroablaufes und der Dokumentarchivierung sowie das Rechnen mit fremden Währungen und sonstigen Einheiten.

 

Zukunftsaussichten

Die sinnbildliche Öffnung der Grenzen sowie die steigende Offenheit für das ausländische Geschäftswesen führen immer mehr Unternehmen dazu, international tätig zu werden, sei es durch Expansion, Übersiedelung oder der Erweiterung des Geschäftspartnerkreises. Insbesondere im Bereich des Im- und Exportes sowie in international agierenden Vertriebsabteilungen stehen die Zukunftsaussichten für Fremdsprachenkorrespondenten und Fremdsprachenkorrespondentinnen im guten Licht. Diese können ebenfalls in einem internationalen Projektteam tätig sein. Durch Weiterbildung bzw. ein ergänzendes Studium gibt es viele Möglichkeiten, in einem Unternehmen aufzusteigen oder auch selbstständig tätig zu sein.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Fremdsprachenkorrespondenten und Fremdsprachenkorrespondentinnen müssen mindestens eine Fremdsprache sehr gut beherrschen. Die linguistische Unterweisung in dieser Fremdsprache bzw. diesen Fremdsprachen macht den Hauptaspekt der Umschulung aus. Es werden allgemeine Sprachgrundlagen vermittelt, d. h. Rechtschreibung, Grammatik, Wortschatz, Synonymik und Idiomatik, wobei die Beherrschung einer Fremdsprache durch ständige Übungsaufgaben und stetiges Wiederholen gefestigt werden soll. Darüber hinaus wird auch die mündliche Sprachbeherrschung geschult, indem die Phonetik und das Hörverstehen eingeübt und Übungsgespräche veranstaltet werden. Zur weiteren Verfestigung werden Übersetzungen von der Heimatsprache in die Fremdsprache/-n und von der Fremdsprache bzw. von den Fremdsprachen in die Heimatsprache geübt.

Weiterhin wird die Landeskunde der Länder, deren Sprache erworben wird, in einem fremdsprachigen Unterricht gelehrt, damit die spezifischen Gebaren und kulturellen Interessen verstanden und ggf. bei Besuchen übernommen werden. Darüber hinaus werden die wirtschaftgeographischen Gegebenheiten der Länder erläutert. Für das strukturelle Verstehen der jeweiligen Fremdsprache/-n ist die genaue Kenntnis über die linguistischen Grundlagen der Heimatsprache (in diesem Falle Deutsch) relevant, insbesondere im Hinblick auf künftige Übersetzungstätigkeiten von einer Fremdsprache in die Heimatsprache. Aus diesem Grunde ist auch die deutsche Sprache gut zu beherrschen. Da es sich bei der Fremdsprachenkorrespondenz um eine kaufmännisch angelegte Tätigkeit handelt, werden volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Kenntnisse übermittelt. Dahingehend wird der Schwerpunkt bei der Erlernung einer Fremdsprache auf die Geschäftsvarietät gesetzt.
Die Umschulungsdauer beträgt in der Regel 1-3 Jahre und kann bei besonderen Gründen (z. B. wegen der Ausübung eines ähnlichen Berufes) verkürzt werden.

Zielgruppe der Umschulung

Als schulisch bedingte Zugangsvoraussetzung gilt der mittlere Bildungsabschluss. Der Beruf eines Fremdsprachenkorrespondenten bzw. einer Fremdsprachenkorrespondentin ist besonders für Personen geeignet, die sich gerne fremdsprachlich artikulieren möchten und eine Affinität zu Fremdsprachen haben. Sie sollten zugleich kaufmännisch interessiert sein und geschäftlich bedingten Auslandsaufenthalten gegenüber nicht abgeneigt sein. Da sich die Tätigkeiten oft auf Telefonate beziehen, sollten sie ein kommunikativ aufgeschlossenes Wesen haben und gut mit Menschen umgehen können. Eine schnelle Auffassungsgabe ist wichtig, da ein Dolmetschen vor Ort bei Geschäftssitzungen und Firmenpräsentationen eine häufig durchzuführende Tätigkeit innerhalb dieses Berufes ist. In diesen Fällen ist somit auch ein gutes mündliches Ausdrucksvermögen nötig. Ebenso wichtig ist aber auch ein gutes schriftliches Ausdrucksvermögen, denn das Verfassen von Dokumenten gehört zum Alltag. Ferner sollte der Hang zu einem selbstständigen organisierten Arbeiten vorhanden sein.

 

Förderungen

Die Umschulung zum Fremdsprachenkorrespondenten bzw. zur Fremdsprachenkorrespondentin wird in der Regel von der Bundesagentur für Arbeit gefördert, insofern besondere Gründe vorliegen (z. B. Unzufriedenheit mit dem alten Beruf, körperliche oder psychische Beschwerden bei der Ausübung des vorigen Berufes).

 

Anbieter der Umschulung

Bei dieser Umschulung handelt es sich um eine schulische Ausbildung, weswegen angehende Fremdsprachenkorrespondenten und Fremdsprachenkorrespondentinnen in entsprechenden Berufsfachschulen und ähnlichen Bildungseinrichtungen unterrichtet werden.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Ähnliche Berufsbilder, die sich mit dem Berufsbild eines Fremdsprachenkorrespondenten bzw. einer Fremdsprachenkorrespondentin vergleichen können, sind fremdsprachliche kaufmännische Assistenten und Assistentinnen, Wirtschaftsassistenten und Wirtschaftsassistentinnen, Fremdsprachensekretäre und Fremdsprachensekretärinnen, Wirtschaftsdolmetscher und Wirtschaftsdolmetscherinnen sowie allgemeine Dolmetscher und Dolmetscherinnen.