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Umschulung zum Gestalter/zur Gestalterin für visuelles Marketing

 

Grafikdesign ist ein wesentliches Element von visuellem Marketing.

Grafikdesign ist ein wesentliches Element von visuellem Marketing.

Visuelles Marketing wird in nahezu jeder Verkaufseinrichtung betrieben. Die Waren und Produkte werden so präsentiert, dass der Kunde möglichst schnell eine positive Kaufentscheidung trifft. Gestalter oder Gestalterin für visuelles Marketing sind dafür zuständig, die Verkaufsflächen entsprechend einzurichten und anzupassen. Dabei greifen sie auf künstlerische sowie psychologische Kenntnisse zurück.

 

Wie sieht die Tätigkeit eines Gestalters für visuelles Marketing aus?

Das Ziel dieser Tätigkeit ist es, ein ansprechendes Umfeld zu gestalten und damit den Verkauf zu fördern. Dazu gehört einerseits die Gestaltung der Schaufenster und Auslagen. Diese werden regelmäßig neu bestückt oder für besondere Aktionen explizit gestaltet. Der praktischen Gestaltung geht dabei eine fundierte theoretische Konzeptionierung voraus. Den Kunden werden nach Möglichkeit lediglich fertige Einrichtungen präsentiert. Die detaillierte Planung geschieht im Hintergrund und der Umbau selbst geht in der Regel schnell vonstatten.

Andererseits sind Gestalter für visuelles Marketing auch dafür zuständig, in einem Laden insgesamt oder auch nur ein einem speziellen Bereich eine bestimmte Atmosphäre und Kulisse zu schaffen. Dazu gehört schließlich nicht nur eine ansprechende Anordnung der Produkte, sondern auch der Einsatz von Düften, Musik und dem geeigneten Licht.
Darüber hinaus betreiben Gestalter für visuelles Marketing durchaus auch andere Marketingaktivitäten und sind in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Sie bereiten zum Beispiel Events vor oder betreiben aktiv Promotion auf anderen Veranstaltungen.

 

Welche Zukunftsperspektiven hat man als Gestalter für visuelles Marketing?

Gestalter für visuelles Marketing bezeichnete man bis vor einigen Jahren noch als Schaufenstergestalter oder Schauwerbegestalter. Indem sich ihr Tätigkeitsspektrum jedoch derart erweitert hat, etablierte sich auch die neue Berufsbezeichnung. Ein klassisches Tätigkeitsfeld bieten weiterhin Waren- und Kaufhäuser, aber auch Ladenketten im Allgemeinen. Schließlich wird auch das grundsätzliche Design der Filialen hin und wieder überarbeitet. Gestalter für visuelles Marketing finden folglich auch in der Lebensmittelbranche verschiedene Berufsmöglichkeiten.

Ferner werden sie zum Beispiel bei Event- und Werbeagenturen, bei Messeveranstaltern oder in Kongresszentren tätig.
Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in vielen Fachbereichen. Dazu gehören unter anderem Raumgestaltung und Dekoration sowie Farblehre und Gestaltung, aber auch Werbung und Kommunikation im Allgemeinen.

 

Wie läuft eine Umschulung ab und wie lange dauert sie?

Die Ausbildung wird im dualen System absolviert. Das heißt, die praktische Tätigkeit im Ausbildungsbetrieb wird mit theoretischem Unterricht an einer Berufsschule kombiniert. Die Berufsausbildung endet nach drei Jahren mit einem Abschluss als Staatlich anerkannter Gestalter für visuelles Marketing. Eine Umschulung kann hingegen binnen 21 bis 24 Monaten absolviert werden. Darin sind in der Regel mehrere Praktika enthalten.

Die Inhalte der Umschulung oder Ausbildung sind vielfältig. Sie reichen von allgemeinbildenden Fächern (Rechts-, Sozial- und Wirtschaftskunde, Englisch, Office und Kommunikation) bis hin zu kaufmännischem, gestalterischem und handwerklichem Fachunterricht. Die Teilnehmer erlernen den Umgang mit Farbsystemen, Grafik- und Layoutsoftware, Marketinginstrumenten, Typographie, verschiedenen Werkstoffen und notwendigen Werkzeugen. Hinzu kommen praktische Inhalte wie Beleuchtungstechnik, Eventplanung, technisches Zeichnen und Raum- bzw. Flächengestaltung.

 

Für wen ist die Umschulung geeignet?

Zunächst einmal sollten Interessenten über Kreativität, Ideenreichtum und Talent zum Gestalten verfügen. Darüber hinaus sollten Interessenten handwerklich geschickt sein und auch zeichnerisch talentiert sein. Welche formalen Qualifikationen Bewerber erfüllen müssen, legen Ausbildungsbetriebe oder private Bildungseinrichtungen selbst fest. Gesetzliche Vorgaben gibt es in diesem Bereich nicht. Bewerber mit Hochschulreife werden bei der Besetzung betrieblicher Ausbildungsplätze jedoch bevorzugt.

Wer eine Umschulung beginnen möchte, muss hingegen eine erste abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Ein mittlerer Bildungsabschluss ist infolgedessen meist ausreichend. Wichter sind persönliche Stärken und Talente. Private Bildungsinstitute führen aus diesem Grund in der Regel Auswahlgespräche durch.

 

Welche Möglichkeiten der finanziellen Förderung gibt es?

Wer seine Ausbildung im dualen System absolviert, erhält im Rahmen der Anstellung beim Ausbildungsbetrieb ein monatliches Gehalt. Kosten für die Ausbildung fallen in der Regel nicht an (ausgenommen sind Lehrmittel o.Ä.). Eine Umschulung an einer privaten Bildungseinrichtung ist hingegen mit Gebühren verbunden. Diese Kosten können jedoch vom zuständigen Jobcenter oder der Bundesagentur für Arbeit übernommen werden, sofern bereits eine Arbeitslosigkeit vorliegt oder unmittelbar bevorsteht.

Bei gesundheitlichen Einschränkungen, beispielsweise durch frühere Arbeitsunfälle, können auch Berufsgenossenschaften oder die Rentenversicherung anfallende Ausbildungsgebühren übernehmen.

 

Anbieter einer Umschulung zum Gestalter für visuelles Marketing

Eine zweijährige Ausbildung, die bereits ein sechsmonatiges Praktikum enthält, bietet die Gesellschaft für Personalentwicklung und Bildung mbH in Berlin an. Voraussetzung sind hier ein Schulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie mehrjährige Berufserfahrung. Auch einen Eignungstest gilt es erfolgreich zu absolvieren.

Eine 21-monatige Umschulung bietet die Primus Bildungscentren GmbH in Berlin an. Hinzu kommt ein dreimonatiges Praktikum. Fachlich relevante Berufserfahrung wird hier nicht gefordert und auch ein Hauptschulabschluss genügt, sofern eine Aufnahmeprüfung erfolgreich abgelegt wird. Diese Umschulung kann ebenfalls durch den Bildungsgutschein gefördert werden, es ist jedoch auch eine Unterstützung im Rahmen der Bundesausbildungsförderung (BAföG) möglich.

 

Gibt es fachverwandte Fernstudiengänge?

Anstelle einer Umschulung oder parallel zur beruflichen Tätigkeit kann auch ein verwandtes Fernstudium absolviert werden. Empfehlenswert sind beispielsweise die Fächer Kommunikationsdesign, Ausstellungsdesign sowie Medien- oder Grafikdesign. Diese Studiengänge qualifizieren einerseits für ein weites Berufsfeld, ermöglichen andererseits aber auch den Zugang zu leitenden Funktionen und Führungspositionen.