Umschulung zum Groß- und Außenhandelskaufmann / zur Groß- und Außenhandelskauffrau

Sorgen Sie für ein attraktives Sortiment! © Eisenhans - Fotolia.com

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Berufsbild

Der Groß- und Außenhandel stellt meistens die Zwischenstufe zwischen Herstellern von Waren und dem Einzelhandel, der die Waren an die Verbraucher direkt verkauft, dar. Kaufleute im Groß- und Außenhandel haben somit die Hauptaufgabe, die Waren von den Herstellern einzukaufen und sie an die Einzelhandelsbetriebe zu verkaufen. Aber auch Industrie- und Handwerksbetriebe beziehen häufig Waren oder Dienstleistungen aus dem Groß- und Außenhandel, womit es sich um eine weitere Verkaufssparte handelt.

Kaufleute im Groß- und Außenhandel beraten ihre Kunden umfassend über die Produkte und sorgen für die Steuerung eines reibungslosen Lieferungsverfahrens der Waren an die Kunden. Im Bereich des Einkaufs ermitteln sie zunächst den Bedarf an Waren und bestellen diese anschließend in der entsprechenden Menge. Wurden die Waren geliefert, kontrollieren sie die Lieferungen, Lieferscheine und Rechnungen und gleichen diese mit der Bestellung ab. Im Großhandel werden die Waren zunächst zwischengelagert und im Verkaufsbereich an die entsprechenden Beziehenden (zumeist bestehend aus dem Einzelhandel) geliefert, wobei die Groß- und Außenhandelskaufleute den Liefervorgang betreuen. Für die eigens durchgeführten Lieferungen schreiben sie Rechnungen und übernehmen Teile der Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung. Dies schließt Büroarbeiten mit ein. Insgesamt sind Groß- und Außenhandelskaufleute Einkäufer, Lageristen, Verkäufer und Bürosachbearbeiter in Einem.
Spezialisieren sich die Umschüler auf den Außenhandel, dann fungiert der Großhandel als international agierender Betrieb, womit ausgeprägte Fremdsprachenkenntnisse zwingend erforderlich sind.

 

Zukunftsaussichten

Die Handelswirtschaft ist ein sich kontinuierlich fortsetzender Prozess, denn die Bedürfnisse der Menschen sind ständig und notwendig vorhanden. Daher wird neben dem Einzelhandel und dem Hersteller ein Verteiler der Waren in Form des Groß- und Außenhandels gebraucht. Diese beliefern auch Handwerks- und Industriebetriebe, weil dort der Einkauf von Betriebsstoffen zu Großhandelspreisen legitimiert ist. Aus diesen Gründen werden Groß- und Außenhandelskaufleute ständig gebraucht, womit die Zukunftsaussichten in einem positiven Licht stehen. Im Rahmen von Weiterbildungen bzw. entsprechenden Handelsstudiengängen ist der Aufstieg zu leitenden Angestellten möglich, z. B. in Form eines Handelsfachwirtes bzw. einer Handelsfachwirtin.

 



Inhalte und Länge der Umschulung

Bei der Umschulung handelt es sich um ein duales Ausbildungssystem, d. h. ein Teil der Kenntnisse wird praktisch im Ausbildungsbetrieb und ein Teil theoretisch in der Berufsschule übermittelt.
Im praktischen Teil lernen angehende Groß- und Außenhandelskaufleute, wie Angebote verglichen werden, welche kaufmännischen Gebräuche es gibt und mit welchen Mitteln eine Kundenbindung geschaffen wird und erhalten bleibt. Außerdem lernen sie, wie sie mit Verpackungen umzugehen haben, wie Unterlagen aufbereitet und präsentiert werden, wie Bestellungen durchgeführt werden und wie das Lager gehalten wird. In der Bestellungs- und Lieferungspraxis lernen sie die Grundlagen des Vergleichens, ob die bestellten Waren den tatsächlich gelieferten Waren entsprechen. Zudem werden ihnen die Grundlagen der Logistik übermittelt, wie auch die Planung von Kunden- und Beratungsgesprächen. Ferner lernen sie die Grundlagen der Betriebsorganisation, der Buchhaltung und des Schreibens von Rechnungen.
 

 
Im theoretischen Teil erlernen die Umschüler/-innen die Planung, Steuerung und Kontrolle logistischer Prozesse, des Marketings und der Finanzierung. Zudem wird ihnen das kundenorientiert gesinnte Arbeiten näher gebracht. Auch gehören die Übermittlung der wirtschaftlichen Stellung des Groß- und Außenhandels in der gesamten Handelswirtschaft sowie die Betriebs- und Volkswirtschaft zum Lerngegenstand, wie auch die kaufmännischen Grundrechenarten und die Grundlagen des Rechnungswesens.
Es handelt sich hierbei um eine betriebliche Ausbildung, wobei die praktischen Erfahrungen in Betrieben des Groß- und Außenhandels gesammelt und die theoretischen Kenntnisse in Berufsschulen vermittelt werden.
Spezialisieren sich die Umschüler auf den Außenhandel, dann kommen die Handelsgebräuche des jeweiligen Auslandes, die internationale Wirtschaft sowie das Vertiefen von jeweiligen Fremdsprachen als Lerngegenstände hinzu.
Die Umschulungsdauer beträgt 3 Jahre und kann bei besonderen Gründen (z. B. wegen der Ausübung eines ähnlichen Berufes) verkürzt werden.

 

Zielgruppe der Umschulung

Als schulische Zugangsvoraussetzung ist in der Regel eine gute mittlere Reife oder die allgemeine bzw. Fachhochschule erforderlich.
Angehende Groß- und Außenhandelskaufleute sollten eine Affinität zum kaufmännischen Denken und Handeln besitzen sowie ein gutes Zahlenverständnis haben. Sie sollten kontaktfreudig und freundlich sein und ein kommunikativ aufgeschlossenes Wesen besitzen, denn es werden sehr häufig Kundengespräche geführt. Daher sollte auch ein gutes sprachliches Ausdrucksvermögen vorhanden sein. Von Vorteil sind auch eine gute Konzentrationsfähigkeit, feinmotorische Handgeschicklichkeit sowie ausgeprägte Englischkenntnisse. Letzteres ist für die Spezialisierung auf den Außenhandel zwingend erforderlich, wobei ausgeprägte Kenntnisse der jeweiligen Sprache des jeweiligen internationalen Handelspartners wichtig sind.

 

Förderungen

In der Regel wird vom Umschulungsbetrieb eine Ausbildungsvergütung gezahlt, die je nach Betrieb variiert. Im Schnitt handelt es sich dabei zwischen 600 € und 900 € (bei jedem folgenden Umschulungsjahr steigend).
Darüber hinaus kann Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragt werden. Sie ist ein finanzieller Zuschuss für Auszubildende und Umschüler, die in einer betrieblichen Ausbildung sind, nicht bei ihren Eltern oder in deren Nähe wohnen und das 18. Lebensjahr vollendet haben. Ferner dürfen die Eltern sie nicht unterstützen können, ebenso wenig der Partner, wenn sie in einer eheähnlichen Gemeinschaft wohnen oder verheiratet sind.

 

Anbieter der Umschulung

Bei der Umschulung zum Groß- und Außenhandelskaufmann bzw. zur Groß- und Außenhandelskauffrau handelt es sich um ein duales Ausbildungssystem. Die praktischen Kenntnisse werden in den Betrieben des Groß- und Außenhandels, bei denen die Umschüler/-innen als Auszubildende eingestellt sind, und die theoretischen Kenntnisse in der Berufsschule vermittelt.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Alternativ gibt es Fernstudienangebote in den Bereichen Betriebswirtschaft (Logistik, Absatz, Marketing) und Handelsfachwirt/-in beim Institut für Lernsysteme (ILS), bei der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD), bei der Fernakademie für Erwachsenenbildung und bei der Akademie für Fernstudien. Die Akademie Handel bietet lediglich ein Fernstudium zum Handelsfachwirt bzw. zur Handelsfachwirtin an.