Umschulung zum Industriekaufmann/ zur Industriekauffrau

Industriekauffrau- ein facettenreicher Beruf.
© Jeanette Dietl – Fotolia.com

Das Berufsbild

Nach dem Berufsbildungsgesetz BBiG gehört der Beruf Industriekaufmann/ frau zu den anerkannten Ausbildungsberufen mit staatlich vollwertigem Abschluss. Industriekaufmänner/ frauen werden in allen Bereichen der Industrie eingesetzt, sind verantwortlich für Aufgaben aus dem kaufmännisch – betriebswirtschaftlichen Bereich, Vertrieb, Marketing, Produktion, Materialwirtschaft, Personalwesen sowie Finanz- und Rechnungswesen.

Sie erstellen Dienst- und Organisationspläne oder Arbeitsverträge sowie Verdienstbescheinigungen. Die Überwachung und das Controlling von Produktionsprozessen, der Materialwirtschaft, des Einkaufs, der Fakturierung, planen ganzer Fertigungsprozesse, führen von Werbekampagnen im Marketing, Lohnabrechnung sowie Weiterbildungsmaßnahmen der Belegschaft gehören zu ihrem Aufgabenbereich.

 

Zukunftsaussichten

Neben dem vielschichtigen Einsatzmöglichkeiten innerhalb eines Betriebes und dem breit gefächerten Wissensspektrum bestehen sehr gute interessante Betätigungsfelder in jedem Industriezweig. Des Weiteren sind vielfältige berufliche Perspektiven angezeigt, wo mit entsprechender Zusatzqualifikation die Karriereleiter auf eine höhere Stufe bis in Leitungspositionen erklommen werden kann. Spezialisierte Lehrgänge, eine weiterführende Ausbildung zum Techniker, Fachkaufmann/ frau, Betriebswirt/ in, Industriefachwirt/ in oder sogar ein anschließendes Studium erhöhen die Chancen einer steilen beruflichen Karriere für diesen Berufszweig.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die Ausbildung oder Umschulung findet größtenteils nach dem dualen System statt, d. h. die größte Zeit der Ausbildung wird im Betrieb mit dem zusätzlichen Besuch einer Berufsfachschule durchgeführt.

In der betrieblichen Ausbildung werden Kenntnisse in Geschäftsprozesse, Märkte, Marketing, Absatz, Leistungserstellung, Leistungsabrechnung, Personal, Unternehmensprozesse, Beschaffung, Bevorratung, Information, Aufgabenorganisation, Kommunikation vermittelt und mit Fachaufgaben im praktischen Einsatzbereich verbunden. In der berufsschulischen Ausbildung erfolgt der Einblick in Ausbildung und Beruf allgemein. Der Schüler/ Umschüler/ in lernt Unternehmensstrategien, Projekte kennen und umsetzen, setzt sich mit Investitionen und Finanzierungen auseinander, plant, steuert und kontrolliert Absatzprozesse und übernimmt personalwirtschaftliche Aufgaben. Das Erlernen, Leistungserstellungsprozesse und Beschaffungsprozesse zu planen, zu steuern und zu kontrollieren, wird ebenfalls ein Schwerpunkt der Ausbildung sein. Der Auszubildende wird befähigt werden, Werteströme, Wertschöpfungsprozesse und Markt orientierte Geschäftsprozesse zu erfassen, zu analysieren und zu beurteilen.

In der Regel dauert diese Ausbildung 3 Jahre und schließt mit einer Prüfung vor der örtlich zuständigen IHK ab. Für Ausbildungsbewerber mit dem Abschluss einer Höheren Handelsschule erfolgt mit deren Anrechnung evtl. eine Verkürzung auf 2,5 Jahre. Über das Arbeitsamt geförderte Umschulungen dauern in der Regel 2 Jahre.

 

Zielgruppe der Umschulung

Für die Bewältigung dieses anspruchsvollen Berufsbildes sollte der Schüler / Umschüler / in gute Kenntnisse in Mathematik, Deutsch und Englisch vorweisen können und es verstehen, mit Daten und Zahlen gut umzugehen. Man sollte kontaktfreudig und in der Lage sein, sorgfältig zu arbeiten sowie gern zu planen und zu organisieren. Alle Personen, die sich umorientieren wollen, Behinderte, Frauen nach längerer Familienphase, Arbeitslose und Menschen ohne einen Berufsabschluss haben die Möglichkeit, sich bei entsprechender Eignung für dieses Berufsbild entscheiden.

 

Fördermaßnahmen

Allein von der Bundesanstalt für Arbeit werden über 1000 Fördermaßnahmen einer Vollzeitausbildung für diesen Berufszweig unterstützt nach SGB III oder SGB II. Ein Industriepreis zur Förderung kaufmännischen Nachwuchses wurde für bereits junge berufstätige Industriekaufleute als 2 jähriges Stipendium zur Begabtenförderung zwecks Aufstiegsfortbildung angeregt und kann bis 2014 beantragt werden.

 

Stiftung zur Förderung kaufmännischen Nachwuchses

Berufsausbildungsbeihilfen (BAB) und weitere Fördermöglichkeiten sind entsprechend dieser Tabelle länderspezifisch zu erfragen. Weitere Fördermaßnahme bestehen über den Rentenversicherungsträger, Versorgungsämter, über die Bundeswehr oder Berufsgenossenschaften bei der DAA .


Anbieter der Umschulung

  • BAW: BAW Industriekaufmann Köln
  • Semcoglas: Semoclass Industriekaufmann Flyer
  • IHK: hier sind nur Beispiele aufgeführt, die bei den örtlichen IHKs speziell zu erkunden sind.
  • Ausbildung und Studium, Ausbildung und Studium Berlin, IHK Berlin,
  • TÜV Rheinland: Industriekaufmann Dortmund, IBB,
  • Agentur für Arbeitsförderung: Industriekaufmann Kassel,

Allein über die Agentur für Arbeit finden sich über 1000 Angebote der Institute für Vollzeit:
Berufsförderungswerke, Akademie für berufliche Aus- und Weiterbildungen, Witt-Schulungswerke, Don Bosco Jugend-Werk, Berufliche Rehabilitation Lichtenau, Stephanuswerk Isny, Berufsbildungswerke, Kolping Bildungswerk, Institut für angewandte Logistik, DAA Deutsche Angestellten Akademie, Bildungsakademie Held, Berufliche Bildung Lenzen-Jack, Kölner Wirtschaftsfachschule, Regionale Bildungszentren, WBS Training AG, BBZ Augsburg, BIB, DEKRA, IBB, Kölner Wirtschaftsfachschule, Bizerba, TÜV, COMCAVE COLLEGE, BBW, NILES, u. v .a. Anbieter zu finden hier.

 

Alternative Umschulungen

Besonders für Berufstätige ist eine begleitende Studienmaßnahme mit einem staatlich anerkannten Abschluss oder Zertifikat für die weitere berufliche Entwicklung bedeutend.

Bei der SGD und dem ILS  finden sich Fernstudienlehrgänge zum Industriefachwirt/ Industriefachwirtin im Angebot, bereiten auf die IHK-Prüfung vor und werden mit AZWV Bildungsgutscheinen gefördert.

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