Umschulung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Dialogmarketing

Dialogmarketing findet größtenteils am Telefon statt.

Dialogmarketing findet größtenteils am Telefon statt.

Unter Dialogmarketing versteht man eine Form des Direktmarketings. Diese Art der Werbung konzentriert sich unmittelbar auf die Interessen des Kunden und hebt sich damit von allgemeiner Plakat- oder Anzeigenwerbung ab. Das werbende Unternehmen tritt in möglichst persönlichen Kontakt mit Kunden.

Kauffrauen und -männer für Dialogmarketing sind dafür zuständig, diese Werbemaßnahmen zu konzipieren, deren Erfolg zu kontrollieren und letztlich auch Produkte und Dienstleistungen an Kunden zu verkaufen.

 

Wie sieht die praktische Tätigkeit im Dialogmarketing aus?

Kaufleute für Dialogmarketing erstellen Konzepte für spezielle Marketingmaßnahmen und sind dafür zuständig, diese anschließend auch umzusetzen. Dies findet zum Beispiel in Callcentern statt. Servicekräfte werden hier darin geschult, die erstellten Gesprächsleitfäden anzuwenden und anhand bestimmter Verkaufskonzepte Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Telefonieren ist das wohl am häufigsten genutzte Instrument des Dialogmarketings, wenngleich die Kaufmänner und -frauen diese Aufgabe in der Regel nicht mehr selbst ausführen. Sie sind vielmehr Schnittstelle zwischen den Servicekräften am Telefon und dem Auftraggeber bzw. dem Unternehmen, für das sie tätig sind. Damit übernehmen sie jedoch auch Verantwortung für den Erfolg ihres Kampagnenkonzeptes und sind dafür zuständig, rechtzeitig Veränderungen einzuleiten oder die Servicekräfte zu korrigieren. Gleichzeitig optimieren sie auch den Kontakt zwischen Kunden und Service- oder Marketingabteilung, indem sie Gesprächsanalysen durchführen.

Ferner übernehmen Kaufleute für Dialogmarketing auch selbst Telefondienste. Im Gegensatz zu den angelernten Servicekräften sind sie meist einem Unternehmen oder einem Produkt zugeordnet und beraten vorwiegend Bestandskunden. Dazu zählt auch die Unterstützung bei Problemen mit einem Produkt oder das Finden geeigneter Ergänzungen.
Während der Gespräche sind sowohl die Kaufleute für Dialogmarketing als auch die Servicekräfte meist dazu angehalten, Informationen über die Gesprächspartner zu gewinnen und diese im unternehmenseigenen System zu speichern. Zukünftiges Marketing soll auf diese Weise noch besser auf den Kunden abgestimmt werden.
Hin und wieder kommt es auch zu Einsätzen auf Veranstaltungen oder Messen.

 

Welche Zukunftsaussichten hat man in diesem Bereich?

Die Strukturen des Marketings werden auch in Zukunft Bestand haben, jedoch immer detaillierter auf potentielle oder bestehende Kunden abgestimmt sein. Die Zurückhaltung bei der Freigabe von Daten oder das Nutzen von Werbeblockern im Internet haben die Aufgaben im Dialogmarketing durchaus erschwert.

Entsprechend viele Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten gibt es inzwischen. Dazu gehören einerseits allgemeine Dinge wie Verkaufstraining, Telefonmarketing im Besonderen oder verschiedene Gesprächstechniken. Hinzu kommen Datenbankarbeit und -management, die Planung und Pflege von Kundenbeziehungen sowie Marktforschung, Controlling und Kosten-/Leistungsrechnung.

 

Inhalte und Dauer einer Umschulung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Dialogmarketing

Kaufleute für Dialogmarketing absolvieren in der Regel eine dreijährige duale Ausbildung. Es ist jedoch auch möglich, diesen Beruf im Rahmen einer zweijährigen Umschulung zu erlernen. Die Teilnehmer lernen in dieser Zeit, wie sie Kundenberatungen und Verkaufsgespräche durchführen, mit Beschwerden und Reklamationen umgehen, Software und Datenbanken nutzen, neue Kunden und Interessenten gewinnen, Wünsche und Bedürfnisse erkennen und Gesprächssituationen beeinflussen können. Hinzu kommt der kaufmännische Teil der Ausbildung. Hierbei geht es darum, Kosten und Anforderungen zu kalkulieren, den Einsatz des Personals sinnvoll zu planen und verschiedene Kontroll- und Steuerungsinstrumente zu nutzen.

Auch die Projektarbeit nimmt einen wichtigen Teil ein. Kosten- und Arbeitspläne werden hier nach anderen Gesichtspunkten erstellt und Ergebnisse meist auf eine spezielle Weise dokumentiert. Auch rechtliche Fragestellungen spielen in der Ausbildung selbstverständlich eine wichtige Rolle.

 



Für wen ist eine Umschulung in diesem Bereich geeignet?

In erster Linie sollten Interessenten Freude an der Kommunikation empfinden und über ein aufgeschlossenes Wesen verfügen. Da vor allem in Großraumbüros ein hoher Geräuschpegel herrscht, ist auch Stressresistenz unerlässlich. Darüber hinaus ist kaufmännisches Interesse selbstverständlich von Vorteil.

Für diesen Beruf werden bevorzugt Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss ausgewählt. Kenntnisse auf Abiturniveau sind nicht notwendig. Für eine Umschulung ist ein Berufsabschluss im Bereich Kommunikation, Kundenservice oder Verkauf zwar von Verteil, jedoch keineswegs vorgeschrieben. Eine Berufsausbildung ist im Übrigen keine unbedingte Voraussetzung.

 

Kann eine Umschulung finanziell gefördert werden?

Grundsätzlich kann eine Ausbildung in diesem Bereich mittels eines Bildungsgutscheins des Jobcenters oder der Agentur für Arbeit gefördert werden. Voraussetzung ist, dass die Bildungseinrichtung entsprechend zertifiziert ist. Auch Berufsgenossenschaften oder Rentenversicherungen können die Finanzierung übernehmen, sofern entsprechende gesundheitliche Gründe vorliegen.

Besteht individuell keine Möglichkeit zur Förderung, ist eine verkürzte Ausbildung eine Alternative. In diesem Fall wird ein regulärer Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen abgeschlossen, die Ausbildung nimmt jedoch nur zwei statt drei Jahre in Anspruch. Eine vorherige Ausbildung in einem eng verwandten Beruf wird dabei meist vorausgesetzt. Individuelle Vereinbarungen können jedoch nur mit dem Arbeitgeber getroffen und nicht allgemeingültig benannt werden.

 

Wer bietet eine entsprechende Umschulung an?

Eine zweijährige Umschulung kann am IBB Institut für Berufliche Bildung absolviert werden. Ein vorheriger Berufsabschluss ist hier nicht notwendig und die Umschulung kann durch einen Bildungsgutschein finanziert werden. Ein ähnliches Konzept an verschiedenen Standorten verfolgt die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA). Die Ausbildung umfasst auch hier zwei Jahre, enthält jedoch einen zwölfmonatigen Praxiseinsatz in einem der Partnerunternehmen.

 

Alternative Fernstudium

Verwandte Studiengänge sind beispielsweise Vertrieb und Marketing, aber auch Betriebswirtschaftslehre, Kommunikationsforschung oder Dienstleistungs- und Servicemanagement. In der Regel können diese Fächer auch in Form eines Fernstudiums belegt werden.