Umschulung zum Luftsicherheitsassistenten/ zur Luftsicherheitsassistentin

Die Mitarbeiter an der Sicherheitsschleuse haben eine verantwortungsvolle Aufgabe inne. © sogmiller - Fotolia.com

Die Mitarbeiter an der Sicherheitsschleuse haben eine verantwortungsvolle Aufgabe inne.
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Das Berufsbild

Flugreisen gehören heute nicht nur zu den beliebtesten und schnellsten Reisearten – sie sind auch mit einem gewissen Risiko verbunden. Der Schutz der reisenden Personen ist daher ein wichtiges Ziel, welchem sich Betreiber von Flughäfen, Verantwortliche der Fluglinien und offizielle Stellen gleichermaßen verpflichtet fühlen. Um diese Bestrebungen bestmöglich zu erfüllen, wird qualifiziertes und verantwortungsvolles Personal benötigt – zum Beispiel Luftsicherheitsassistentinnen und Luftsicherheitsassistenten. Sie gehören in den Bereich der Security, in dem sich an einem Flughafen alles um ein höheres Maß an Sicherheit dreht.

Grundsätzlich werden Luftsicherungsassistenten immer bei Sicherheitskontrollen auf Flughäfen eingesetzt. Dabei spielt es keine Rolle, um es sich um einen internationalen Großflughafen oder um einen kleineren Flughafen in privater Hand handelt. Wer hier arbeitet, kontrolliert vor allem Personen, welche sich kurz vor dem Einstieg in ein Flugzeug befinden. Es ist dabei wichtig, Gefahrstoffe und gefährliche Gegenstände zu identifizieren – beispielsweise Waffen oder Sprengstoffe. Darüber hinaus müssen die Luftsicherungsassistenten wissen, was im Ernstfall zu tun ist. Wird ein gefährlicher Gegenstand entdeckt, der zum Beispiel die Planung eines terroristischen Anschlags vermuten lässt, sind ein sicheres Auftreten und ein besonnenes Handeln unerlässlich. Schließlich müssen die Sicherheitsprofis kundenorientiert und freundlich mit Menschen umgehen können, denn schließlich sind (glücklicherweise) die meisten Reisenden keine Verbrecher, sondern zahlende Gäste des Flughafens bzw. der Fluglinie, bei der sie ihren Flug gebucht haben.

 

Zukunftsaussichten

Der Bedarf an qualifiziertem Sicherheitspersonal ist konstant gegeben. Gerade dadurch, dass sich Sicherheitsbestimmungen ändern und dem aktuellen Bedarf angepasst werden, haben hier lernfähige Menschen mit Lust auf Weiterbildung gute Chancen. Besonders wichtig ist dieser Wille zur Weiterentwicklung auch deswegen, weil gefährliche Stoffe und Gegenstände von verbrecherischen Organisationen immer besser getarnt werden können. Hier sollten Sicherheitsassistenten am Ball bleiben und sich stets darüber informieren bzw. informieren lassen, worauf aktuell zu achten ist.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Aufgrund der großen Verantwortung – beispielsweise beim Schutz von Passagieren gegen Terroranschläge – gibt es verschiedene gesetzlich Bestimmungen, die mit solchen Jobs verbunden sind. Dies hat auch Auswirkungen auf die Ausbildungsinhalte. Die Qualifizierung der Luftsicherungsassistenten erfolgt gemäß § 5 Luftsicherheitsgesetz in Verbindung mit einem Musterlehrplan des BMI. Zu den Inhalten der Umschulung bzw. Weiterbildungsmaßnahme gehören unter anderem die folgenden Inhalte:

  • Waffen- und Sprengstoffkunde
  • Organisation der Luftfahrt und der Luftsicherheit
  • Waffen- und Sprengstoffrecht
  • Sicherheitsvorschriften auf Flughafen
  • Sicherheit am Boden und während eines Flugs
  • Ordnungsgemäße Durchführung von Personenkontrollen
  • Umgang mit Fluggästen
  • Zugangskontrollen und Sicherheitssysteme

 

Zielgruppe der Umschulung

Eine Umschulung zum Luftsicherungsassistenten kann nur eine Person absolvieren, die bei einer Überprüfung der körperlichen Tauglichkeit für geeignet erklärt wird. Darüber hinaus legt der §7 des Luftsicherheitsgesetzes fest, dass Luftsicherungsassistenten bestimmte Zuverlässigkeitskriterien erfüllen müssen. Unter anderem ist ein polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen, wenn man diese verantwortungsvollen Aufgaben an einem Flughafen übernehmen möchte. Gut geeignet sind Bewerber, welche sich bereits in anderen Jobs im Sicherheitsbereich bewährt haben. So kann es beispielsweise eine gute Basis sein, als Personenschützer oder im Polizeidienst Erfahrungen gesammelt zu haben. Grundsätzlich können aber auch Quereinsteiger sich für eine Laufbahn als Luftsicherheitsassistenten entscheiden, sofern sie die gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen erfüllen.

 

Fördermaßnahmen

Die Agentur für Arbeit kann eine Ausbildung bzw. einen Lehrgang finanzieren, der Personen zu Luftsicherheitsassistenten umschult. Als Fördervarianten kommt vor allem der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit infrage. Damit eine solche staatliche Förderungsmöglichkeit in Anspruch genommen werden kann, muss der Ausbildungsanbieter über die Maßnahmezertifizierung nach AZWV/AZAV (SGB III) verfügen. Dies ist in der Regel gegeben, da nur offizielle Ausbildungsstätten diese Umschulungsmaßnahmen anbieten. Eine wichtige Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Förderung ist es, dass die Interessenten bereits arbeitssuchend gemeldet sind. Weitere Kriterien werden von den Filialen der Arbeitsagentur mitgeteilt und stehen größtenteils mit den individuellen Lebensläufen bzw. Berufswegen der Interessenten in Zusammenhang.

 

Anbieter der Umschulung

Da es sich bei dem Beruf des Luftsicherungsassistenten um einen sehr wichtigen und vertrauensbasierenden Tätigkeitsbereich handelt, sind nicht viele Ausbildungsstätten mit der Ausbildung betraut. Die DEKRA Akademie GmbH gehört dazu und bietet die komplette Ausbildung bzw. Umschulung inklusive Organisation der behördlichen Prüfung am Ausbildungsende an. Die Ausbildung dauert hier insgesamt 160 Stunden, die je nach Lehrgang auf unterschiedliche Zeiträume verteilt sein können. Hinzu kommt eine vierstündige Prüfung.
Ein weiterer Anbieter aus dem privaten Bereich ist das Bildungsinstitut Brückner in Berlin. Auch hier liegt eine Maßnahmezertifizierung nach AZWV/AZAV (SGB III) vor, sodass die Maßnahme von der Arbeitsagentur gefördert werden kann.
Verschiedene Ausbildungen im Bereich Sicherheit im Luftverkehr – auch als Aviation Security bezeichnet – bietet auch der TÜV Rheinland an. Angehende Sicherheitsmitarbeiter und Luftsicherheitsassistenten können sich auch hier in die Ausbildung bzw. Umschulung zum Sicherheitsprofis begeben. Selbstverständlich erfüllt auch der TÜV alle Voraussetzungen, die für eine Förderung durch die Agentur für Arbeit (z.B. für eine Co-Finanzierung der Ausbildung) gegeben sein müssen.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Wer von zu Hause aus flexibel lernen möchte, der schreckt unter Umständen vor einer Präsenzausbildung zum Luftsicherheitsassistenten zurück. Leider ist es allerdings nicht möglich, eine solche Ausbildung im Fernstudium zu absolvieren – zu hoch ist der Anteil an praktischen Lehr- bzw. Lerninhalten. Wer sich eher akademisch mit dem Thema Sicherheit auseinandersetzen möchte, kann beispielsweise einen Master im Bereich Sicherheitsmanagement erlangen. Hier geht es unter anderem um das ganzheitliche Erstellen von Sicherheitskonzepten – nicht nur an Flughäfen, sondern auch innerhalb von Unternehmen, in Behörden oder in internationalen Einrichtungen. Mit einem solchen Studiengang sollen die künftigen Fach- und Führungskräfte im Sicherheitsbereich auf ihre späteren Aufgaben vorbereitet werden.
Anbieter solcher Fernstudiengänge sind unter anderem die Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin oder die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes.