Umschulung zum Medienkaufmann/ zur Medienkauffrau

Der Medienbereich wird immer digitaler. © Scanrail - Fotolia.com

Der Medienbereich wird immer digitaler.
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Der Beruf des Medienkaufmanns/ der Medienkauffrau

Die geschützte Berufsbezeichnung „Medienkaufmann/ Medienkauffrau Digital und Print“ hat 2006 die frühere Bezeichnung „Verlagskaufmann/ Verlagskauffrau“ abgelöst. Medienkaufleute arbeiten dabei in einer der bedeutendsten und in den vergangenen Jahrzehnten am stärksten expandierenden Branche überhaupt: der Medienwelt. Sie bewegen sich in ihrem Beruf an der Schnittstelle zwischen einer kaufmännischen und einer kreativen Tätigkeit und arbeiten beispielsweise in Zeitschriften- oder Buchverlagen, in Online-Redaktionen oder auch in der Werbeindustrie.

Ihre Aufgaben sind vielfältig: Sie analysieren im Auftrag ihrer Kunden nicht nur professionell den jeweiligen Medienmarkt, entwickeln Strategien für die Entwicklung und den Vertrieb unterschiedlicher Medien und kalkulieren die Kosten für Medien- und Werbekampagnen, sondern sind neben den betriebswirtschaftlichen Aufgaben oft auch direkt oder indirekt an der Betreuung des Produktions- und Vertriebsprozess selbst beteiligt. Sie unterstützen Werbedesigner, Redakteure und Lektoren bei ihrer Arbeit, indem sie ihnen ihr betriebswissenschaftliches know-how und ihre Spezialkenntnisse der verschiedenen Medienmärkte zur Verfügung stellen.

Der Zusatz „Digital und Print“ in der Berufsbezeichnung, der sich auch in den Titeln der Umschulungsangebote wiederfindet, weist bereits darauf hin, dass sich Medienkaufleute sowohl in der digitalen als auch in der Printproduktion auskennen und in beiden Bereichen Fachwissen erwerben. Dadurch eröffnen sich beispielsweise auch das boomende Feld der digitalen Presse, der e-books, des Online-Journalismus und des Online-Vertriebs von Musik und Hörbüchern. Als Angestellte, Selbstständige oder Freiberufler arbeiten Medienkaufleute Print und Digital im Innen- oder im Außendienst; oft besteht auch die Möglichkeit, Aufträge vom Home Office aus zu bearbeiten.

 

Zukunftsaussichten für Medienkaufleute

Der Medienbereich wächst heute so rasant wie nie zuvor und ist zugleich in einem radikalen Wandlungsprozess hin zur zunehmenden Digitalisierung begriffen. Das bedeutet, dass in Zukunft wahrscheinlich ein großer Bedarf an betriebswirtschaftlich geschulten Fachkräften bestehen wird, die zugleich kreative Köpfe sind. Eine Umschulung zum Medienkaufmann/ zur Medienkauffrau Digital und Print kann deswegen gute Zukunftsperspektiven bieten. Ein hohes zeitliches und persönliches Engagement, die Fähigkeit, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen und ein bleibendes Interesse an neuen Trends im Medienbereich sind neben einem souveränen Umgang mit Kunden aus der Kreativwirtschaft deswegen die Voraussetzungen dafür, hier erfolgreich tätig werden zu können.

Inhalte und Dauer der Umschulung zum Medienkaufmann/ zur Medienkauffrau Digital und Print

Medienkaufleute haben eine staatlich anerkannte Ausbildung bzw. Umschulung absolviert. Die Dauer beträgt dabei zwischen zwei und drei Jahren. Inhaltlich baut die Umschulung zum Medienkaufmann/ zur Medienkauffrau Digital und Print auf drei Säulen auf: Der Verlagskunde mit Schwerpunkten auf dem Zeitschriften- sowie auf dem Buchverlagswesen und dem Medienrecht. Zusätzliche Qualifikationen können etwa im Bereich der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre und im Marketingbereich im Rahmen der Ausbildung erworben werden. Ergänzt werden diese Angebote beispielsweise durch Kurse in Informations- und Kommunikationstechnik sowie in Wirtschaftsenglisch. Es empfiehlt sich allerdings, den konkreten Lehrplan direkt bei den Anbietern der Ausbildung bzw. Umschulung zu erfragen, denn die Module, aus denen sich die Umschulung zusammensetzt, können in Abhängigkeit von der jeweiligen Ausbildungsstätte zum Teil durchaus recht stark variieren.

 

Zielgruppe der Umschulung zum Medienkaufmann/ zur Medienkauffrau Digital und Print und Zugangsvoraussetzungen

Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgesehen, der für die Aufnahme der Ausbildung bzw. Umschulung zum Medienkaufmann/ zur Medienkauffrau Digital und Print notwendig wäre. Mit Abitur lässt sich die Ausbildungszeit allerdings unter Umständen verkürzen. Die Umschulung richtet sich insbesondere an Arbeitslose und Arbeitssuchende, die in ihrem ursprünglichen Beruf keinen Job mehr finden oder sich neu am Arbeitsmarkt orientieren wollen.

Gute Englischkenntnisse, Erfahrung im Umgang mit Kunden, Vorkenntnisse in verschiedenen Bereichen der Medienbranche, betriebswirtschaftliches Vorwissen und die Bereitschaft, sich intensiv mit der sich schnell wandelnden Medienwelt auseinanderzusetzen, sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit als Medienkaufmann/ Medienkauffrau Print und Digital. Interessant ist die Umschulung auch als Weiterbildung für Grafikdesignerinnen und -designer, Redakteurinnen und Redakteure bei Musikverlagen, Audio- und Studiotechniker /innen, die als Angestellte, Freiberuflicher oder Selbstständige tätig sind. Weitere Informationen über diese Voraussetzungen finden sich hier.

 

Förderung durch das Jobcenter

Eine staatliche Förderung der Umschulung zum Medienkaufmann/ zur Medienkauffrau Digital und Print durch die ARGE bzw. das Jobcenter ist beim Vorliegen der Voraussetzungen nach SGB III und SGB II mittels des sogenannten „Bildungsgutscheins“ prinzipiell möglich. Ob eine Förderung im Einzelfall bewilligt wird, kann allerdings nur der zuständige Sachbearbeiter im Jobcenter entscheiden. Dieser wird prüfen, ob ein Berufswechsel in den angestrebten Bereich angesichts des Arbeitsmarktes sinnvoll und ratsam ist, ob der Interessent ein Qualifizierungsdefizit hat, das durch eine Umschulung behoben werden kann und ob er überdies die persönlichen Eignungsvoraussetzungen mitbringt, um in dem von ihm angestrebten Beruf des Medienkaufmanns/ der Medienkauffrau mit Erfolg tätig zu werden.

 

Anbieter

Derzeit gibt es Anbieter in etwa 30 deutschen Städten. Den nächsten Anbieter in ihrer Region finden Interessenten über die zentrale Online-Plattform der ARGE.

 

Verwandte Bereiche im Fernstudium

Wer ein Fernstudium einer Umschulung im klassischen Sinne gegenüber bevorzugt, für den könnte etwa der Fernstudiengang Medien- und Kommunikationsmanagement der FH Riedlingen in Frage kommen. Die Studiengänge Kommunikationsdesign und Multimedia können beispielsweise an der Hamburger Technischen Kunstschule per Fernstudium absolviert werden.