Umschulung zum Personaldisponenten/ zur Personaldisponentin

Personaldisponenten müssen über eine gute Menschenkenntnis verfügen.

Personaldisponenten müssen über eine gute Menschenkenntnis verfügen.

Personaldisponenten sind qualifizierte Fachkräfte, die für Kunden von Zeitarbeitsfirmen Mitarbeiter suchen, diese zu Bewerbungsgesprächen einladen und anhand von dem geforderten Qualifikationsprofil eine Vorauswahl treffen.  Um geeignete Dienstnehmer auszuwählen prüfen Personaldisponenten/ Personaldisponentinnen die jeweiligen Anforderungen der Unternehmen und gleichen diese mit den Bewerbungsunterlagen der Bewerber ab.

Auch die Beurteilungen von bereits in der Vergangenheit beschäftigten Arbeitskräften werden von dem Personaldiponenten/ der Personaldisponentin gesichtet. Zusätzlich kümmern sich Personaldisponenten  um die Disposition und Koordinierung von Mitarbeitereinsätzen, um die Aushandlung von Verträgen und Gehältern sowie um die ordnungsgemäße Abrechnung von Leistungen.

Der Personaldisponent  einer Zeitarbeitsfirma stellt das Bindeglied zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber dar. Er/sie ist Ansprechpartner für die Bedürfnisse der Kunden, sowie für die des Personals. Dabei hat die Bedarfsdeckung des Kunden mit ausreichend qualifizierten Arbeitskräften oberste Priorität.

 

Zukunftsaussichten

In diesem spannenden Berufsfeld der Personaldienstleistungsbranche sind potentielle Arbeitgeber von Personaldisponenten/ Personaldisponentinnen insbesondere Zeitarbeitsfirmen oder Personalvermittler, zu deren Kunden große Unternehmen gehören, die Dienstnehmer auf Zeit suchen. Da die Personaldienstleistungsbranche stetig am Wachsen ist, bieten sich mit einer entsprechenden Ausbildung gute Berufsperspektiven. Wer sich in einer Zeitarbeitsfirma bewährt, kann mit zunehmender Berufspraxis auch eine eigene Niederlassung übernehmen oder zum Regionalleiter aufsteigen. Denkbar ist auch ein Wechsel zur Kundenseite, um als Personalreferent im Bereich des Personalwesens eines Unternehmens tätig zu werden.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Viele Umschulungsmaßnahmen werden für eine Dauer von etwa einem halben Jahr angeboten, die ganztags abgehalten werden. Einige Umschulungsanbieter sehen innerhalb der Ausbildungsdauer eine Praktikumszeit von etwa eineinhalb Monaten vor. Zu den theoretischen Ausbildungsinhalten zählen Themen wie Arbeitsrecht, Personalbeschaffung, Personalplanung und Verwaltung, Personalleasing und Arbeitnehmerverleih sowie Bewerberauswahl und Bewerberbeurteilung.

Des Weiteren wird während einer Umschulungsmaßnahme zum Personaldisponenten/ zur Personaldisponentin auf die Bereiche Controlling, Buchhaltung, Kostenrechnung sowie Lohn- und Einkommenssteuer eingegangen. Neben Themen wie Personalentwicklung, Recherche, Statistik und Sozialversicherungs- und Steuerrecht gehören auch die Ausbildungsinhalte Bürokommunikation, Verwaltungsarbeiten und eine Einschulung in diverse Softwareprogramme zu einer umfassenden Weiterbildungsmaßnahme dazu.

Um praktisch einen sicheren Einstieg in den Berufsalltag als Personaldisponenten/ Personaldisponentin zu erhalten, werden in manchen Lehrgängen auch spezielle Kommunikationstrainings abgehalten. Zum einen auf dem Gebiet der Kunden- und Klientenberatung, zum anderen für die perfekte Kommunikation am Telefon. Auch eine strategische Gesprächsführung, zielorientierte Verhandlungsgespräche mit Kunden sowie der Umgang mit problematischen Situationen und schwierigen Klienten ist ein Teilgebiet des angewandten Kommunikationstrainings. Theoretisch und praktisch werden zudem Präsentationstechniken vermittelt und geübt, um stets sicher und kompetent vor Kunden und Dienstgebern auftreten zu können.



Ein Lehrgang zum Personaldisponenten/ zur Personaldisponentin schließt meist mit einem Trägerzertifikat ab. Zwecks Prüfungsvorbereitung werden gesonderte Lehreinheiten geboten.

 

Zielgruppe der Umschulung

Eine Umschulungsmaßnahme zum Personaldisponenten/ zur Personaldisponentin stellt für eine breite Zielgruppe zukunftsorientierte Berufschancen dar. Denn es ist nicht unbedingt ein Hochschulstudium notwendig, um diesen verantwortungsvollen und abwechslungsreichen Beruf ausüben zu können. Ideale Zugangsvoraussetzungen für einen Kurs zum Personaldisponenten/ zur Personaldisponentin und der Arbeit im kaufmännischen Bereich sind Erfahrungen als Sachbearbeiter/in oder in einer Bürotätigkeit.

Manche Ausbildungsanbieter setzen eine entsprechende berufliche Vorerfahrung im kaufmännischen Bereich oder eine abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung für die Teilnahme an der Umschulung voraus, da diese Vorerfahrung den Einstieg in dieses komplexe Themenfeld erleichtert. Tatsächlich können auch geringqualifizierte oder ältere Arbeitnehmer/innen einen Lehrgang zum Personaldisponenten/ zur Personaldisponentin absolvieren, um danach erfolgreich im Berufsleben Fuß zu fassen.

Wer bereits eine Ausbildung als Wirtschaftswissenschaftler mit Schwerpunkt Personalwesen absolviert hat, verfügt über exzellente Voraussetzungen, um den Beruf Personaldisponent/ Personaldisponentin ausüben zu können. Aber auch andere Akademiker mit entsprechendem Fachwissen, beispielsweise Ingenieure, haben gute Chancen bei spezialisierten Personaldienstleistern, nach Abschluss der Ausbildung zum Personaldisponenten/ zur Personaldisponentin, eine Anstellung zu finden, da diese Fachkunden optimal beraten können. Auch eine psychologische Ausbildung ist überaus vorteilhaft für die Arbeit als Personaldisponent/ Personaldisponentin, da dieses Fachwissen in die Kundenberatung positiv mit einfließen kann.

Generell kann gesagt werden, dass ein Quereinstieg in die Personaldienstleistungsbranche von vielen Seiten her möglich ist. Begünstigende persönliche Eigenschaften für die Ausübung des Berufes als Personaldisponent/ Personaldisponentin sind jedenfalls ein ausgeprägtes Organisationstalent, eine Affinität zu spezialisierter Software und gute PC-Kenntnisse, die Fähigkeit, logische Denkprozesse in den Arbeitsalltag zu integrieren und komplexe Sachverhalte zu analysieren. Zudem sind soziale Kompetenzen ein wichtiges Tool für die erfolgreiche Arbeit als Personaldisponent/ Personaldisponentin. Zum Berufsalltag gehört jedenfalls ein hohes Maß an Belastbarkeit, Flexibilität, Umsicht und die Freude an der Arbeit mit Menschen dazu.

 

Fördermaßnahmen

Förderungen für die Finanzierung einer Umschulung zum Personaldisponenten/ zur Personaldisponentin werden für Umschulungen von AZWV-zertifizierten Ausbildungsanbietern vom Jobcenter vergeben. Diese Förderungsmaßnahme ist auch als Bildungsgutschein bekannt, der eine teilweise oder vollständige Finanzierung der Ausbildungsmaßnahme garantiert. Für die Vergabe des Bildungsgutscheines ist ein persönliches Gespräch mit dem jeweiligen Berater bei der Agentur für Arbeit Voraussetzung. Es werden aber auch Finanzierungen für Menschen mit einer Behinderung durch die WeGebAU-Förderung geboten. Zusätzlich bietet der Rentenversicherungsträger entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten an.

Bei den Fördermöglichkeiten durch Bildungsgutschein, WeGebAU-Förderung oder der Deutschen Rentenversicherung werden neben den Kursgebühren unter bestimmten Voraussetzungen auch die Kosten für die Anreise zur Bildungseinrichtung, für Lernmittel sowie Prüfungsgebühren übernommen bzw. zurückerstattet.

 

Anbieter der Umschulung

In ganz Deutschland werden hunderte von Kursen und Umschulungsmaßnahmen zum Personaldisponenten/ zur Personaldisponentin geboten. Aus diesem Grund ist ein Einstieg in einen etwa sechsmonatigen Kurs nahezu jederzeit und überall möglich.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Ein verwandter Beruf zur Ausbildung Personaldisponent/ Personaldisponentin ist der/die geprüfte/r Personalreferent/in, der auch im Fernstudium absolviert werden kann. Das Berufsbild des/ der geprüften Personalreferenten/in ist nahezu identisch mit dem des Personaldispontenten/ der Personaldisponentin.

Die Ausbildung schließt mit einem anerkannten bsb-Diplom ab und kann bei der SGD im Fernstudium absolviert werden.

 

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