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Umschulung zum Postboten/ zum Postzusteller

 

Briefzusteller müssen bei jedem Wetter die Post zustellen. © lagom - Fotolia.com

Briefzusteller müssen bei jedem Wetter die Post zustellen.
© lagom – Fotolia.com

Berufsbild

Postboten (neu: Fachkräfte für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen) stellen Brief- und Paketsendungen an Kunden zu. Dazu sortieren sie die Sendungen, planen die Zustellroute und beraten ihre Kunden bei Bedarf. Beim Sortieren der Sendungen müssen sie meist spezielle oder sperrige Sendungen ordnen, die maschinell nicht erfasst werden konnten. Desweiteren müssen sie vor der Zustellung die Sendungen nach Straßen und Hausnummern sortieren. Um besonders eilige Sendungen rechtzeitig zuzustellen, arbeiten die Zusteller sowohl im Früh- als auch im Spätdienst. Sie tragen dafür Sorge, dass alle Sendungen in ordnungsgemäßem Zustand bei dem Empfänger ankommen. Sie lassen sich den Empfang der Sendung quittieren und kassieren ggf. ein Entgelt bei Auslieferung.

Meist sind sie für die Zustellung in einem bestimmten Bezirk verantwortlich. Ihre Route kann sowohl täglich gleich als auch variabel sein und von Bedarf und Sendungsaufkommen abhängen. Da der Schwerpunkt ihrer Arbeit die Zustellung ist, arbeiten Postboten zu jeder Jahreszeit draußen. Desweiteren sind sie für das Leeren von Briefkästen in ihren Bezirken zuständig.
Eine weitere Einsatzmöglichkeit für Postboten ist im Innendienst. Dabei nehmen sie Sendungen von Kunden entgegen und quittieren die Annahme. Bei Bedarf frankieren sie die Sendungen ausreichend. Desweiteren geben sie Sendungen aus, die die Mitarbeiter im Außendienst nicht zustellen konnten. Außerdem nehmen sie Beschwerden und Reklamationen entgegen und kümmern sich verantwortungsvoll um die Anliegen der Kunden. Bei ihrer gesamten Arbeit achten die Fachkräfte auf die Wahrung des Briefgeheimnisses und des Datenschutzes.
Ihre Tätigkeit üben sie im Auftrag sowohl von kleinen, regional tätigen als auch weltweit agierenden Unternehmen aus. So tragen sie Briefe für Stadtkuriere aus und stellen für internationale Dienstleiter Pakete aus aller Welt zu. Sie nutzen dabei das Fahrrad oder auch PKW und LKW.

 

Zukunftsaussichten

Trotz der Zunahme von elektronischer und digitaler Kommunikation besteht an Bedarf an Postzustellern. Zum einen werden weiterhin Millionen von Briefen, Päckchen und Paketen verschickt und zum anderen erschließen die Unternehmen alternative Zustellmöglichkeiten. Ein Beispiel ist der E-Post-Brief der Deutschen Post, der digital verschickt und postalisch zugestellt werden kann. Insbesondere zu Stoßzeiten wie Ostern oder an Weihnachten sind Postboten besonders gefragt.

 

Zielgruppe

Gesetzlich ist keine bestimmte Schul- oder Berufsbildung vorgeschrieben. Die meisten Auszubildenden haben jedoch einen Haupt- oder Realschulabschluss. Wichtig ist, sich über die konkreten Anforderungen der Berufsschulen zu informieren. Da der Beruf mit Verantwortung und Zuverlässigkeit verbunden ist, müssen die Bewerber in der Regel ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Prägende Fächer für den Beruf sind Mathematik und EDV.
Interessenten sollten vor allem ein Mindestmaß an körperlicher Belastbarkeit mitbringen. Die Zusteller sind oft den ganzen Tag unterwegs, oft zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Doch auch die Auslieferung mit PKW oder LKW ist körperlich fordernd, denn oft müssen schwere Pakete ein- und ausgeladen sowie zur Haustür der Kunden getragen werden. All diese Tätigkeiten müssen sowohl bei Hitze als auch bei Schnee und Glätte ausgeführt werden.
Des Weiteren müssen sich Postboten gut orientieren können und sollten sowohl angenehme Umgangsformen wie ein gepflegtes Äußeren vorweisen können.
Es kann hilfreich sein, wenn bereits Vorbildungen in naheliegenden Berufen vorhanden sind. Dies kann beispielsweise eine Ausbildung zur Fachkraft für Brief- und Frachtverkehr sein.

 

Inhalt und Länge der Ausbildung

Die Ausbildung dauert in der Regel zwei Jahre. Nach Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb kann die Maßnahme verkürzt oder verlängert werden. Auch eine Teilzeitausbildung neben dem Beruf ist möglich.
Im ersten Ausbildungsjahr wird das Sortieren und Zustellen von Sendungen sowie die Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte erlernt. Dazu gehört die Zustellung ebenso wie das Erfassen der Zwischenschritte für Sendungen mit Sendungsverfolgung. Dabei wird der Umgang mit entsprechender Software gelernt.

Des Weiteren gehören die Grundlagen von Kundenkommunikation und -beratung zu den Ausbildungsinhalten. Inhalt des zweiten Jahres ist u. a., wie Sendungen von Kunden angenommen, korrekte Auskünfte erteilt und Entgelte berechnet werden. Dafür wird der Umgang mit Beschwerden und Reklamationen geübt. Außerdem werden Bestimmungen zum Datenschutz und für spezielle Sendungen, z. B. Gefahrgut, gelehrt. Diese Inhalte werden in theoretischer Form an der Berufsschule vermittelt und im Ausbildungsbetrieb in der Praxis angewandt.
Eine Weiterbildung ist nach der Ausbildung zum Kaufmann für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen möglich.

 

Kosten und Förderung

Die Ausbildung erfolgt im Regelfall dual und wird vergütet. Die Höhe der Vergütung hängt von verschiedenen Faktoren ab, z. B. der Region des Ausbildungsbetriebs und der Branche (z. B. Industrie, Handel oder Handwerk) oder ob ein Tarifvertrag vorhanden ist. Zur Orientierungen können die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit dienen, wonach im ersten Ausbildungsjahr ca. 717 Euro und im zweiten ca. 792 Euro gezahlt werden.
Für die Ausbildung selbst fallen in der Regel keine Kosten an. Allerdings können Material-, Fahrt- oder Prüfungskosten entstehen. Auszubildende können Mittel über die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten.

 

Anbieter

Die Ausbildung wird von regionalen und überregionalen Unternehmen vor allem der Logistik- und Dienstleistungsbranchen angeboten. Besonders bekannt und deutschlandweit vertreten ist die Deutsche Post/DHL. Weitere Ansprechpartner können die Industrie- und Handelskammern, das Bundesinstitut für Berufsbildung oder Berufsschulen in der Region sein.

 

Alternative als Fernstudium

Alternativ zur Weiterbildung als Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen kann eine Ausbildung zum Fachlageristen oder Servicefahrer mgölich sein.
Als Fernstudium kommen vor allem Studiengänge im Bereich der Logistik in Frage. Ein Beispiel ist der Bachelor-Studiengang Logistikmanagement der Euro-FH in Hamburg. Hierbei wird man darauf vorbereitet, Aufgaben im Management zu übernehmen und später in Unternehmen der Logistikwirtschaft zu arbeiten. Eine andere Möglichkeit besteht in einem Bachelor-Studium zum Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Logistik. Zusätzlich zu Fähigkeiten im Management werden hier IT- und Technikkenntnisse vermittelt.