Wie spricht man eine Phase der Arbeitslosigkeit im Lebenslauf an?

Jede Kündigung eines bestehenden Arbeitsverhältnisses ist schlimm für die Betroffenen. Dazu kommt die Gefahr von Arbeitslosigkeit, wenn man nicht innerhalb kurzer Zeit etwas Neues findet. Schon die Kündigung ist zunächst mal ein Schock, wenn dann die Arbeitslosigkeit tatsächlich eintritt, macht die Ungewissheit der Situation und die vermeintliche Schande, arbeitslos geworden zu sein und nicht gleich etwas neues gefunden zu haben, vielen Menschen schwer zu schaffen. 

Doch nicht “nur” die unmittelbaren Auswirkungen auf die Lebenssituation, nicht zuletzt auch auf die materiellen Lebensverhältnisse können ein Problem werden. Auch auf der Suche nach einem neuen Job kann die Lücke in der Erwerbsbiographie zu Schwierigkeiten führen. Der Arbeitslosigkeit haftet nach wie vor ein negativer Beigeschmack an, obwohl sie heute keine Seltenheit mehr ist, auch unter hochqualifizierten und motivierten Arbeitnehmern. Deshalb ist die folgende Frage keine unwichtige: Wie gehen Sie am besten mit einer Phase der Arbeitslosigkeit in Ihrem Lebenslauf um, wenn Sie sich wieder bewerben?

 

Die schlechteste Möglichkeit: Arbeitslosigkeit kaschieren

Bei Phasen der Arbeitslosigkeit, die länger zurückliegen, haben Sie die Möglichkeit, diese ein wenig zu kaschieren. So können Sie die Zeiträume für länger zurückliegende Beschäftigungsverhältnisse etwas ausdehnen, so dass die Zeiten der Arbeitslosigkeit nicht mehr so sehr auffallen. Sie können zum Beispiel für eine länger zurückliegendes Beschäftigungsverhältnis nur die Jahre angeben, nicht aber die Monate, also zum Beispiel: 2008-2010 Firma XY, Tätigkeit Z. Das geht aber natürlich nur, wenn Sie nicht allzu lange arbeitslos waren, sonst fallen die Phasen der Nichtbeschäftigung auf.

Achten Sie auch darauf, die Zeitangaben durchgehend in einer Form zu machen, sonst werden erfahrene Personaler schnell hellhörig. Weitere Möglichkeiten zum Kaschieren sind Angaben wie “Pflege eines Angehörigen”, “Auslandsaufenthalt” oder “Selbstständigkeit”. Diese sollten dann aber glaubwürdig und einleuchtend sein und am besten zumindest partiell auf wahren Erlebnissen fussen. Insgesamt sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie das Instrument des Kaschierens überhaupt einsetzen wollen, denn letztendlich versuchen Sie damit, Repräsentanten einer Firma zu täuschen, die Sie einstellen soll – kaum eine Basis für ein künftiges Vertrauensverhältnis.

 

Das beste Rezept: Klarheit und Offenheit

Eine bessere Idee ist es vermutlich, offen und ehrlich mit Phasen der Arbeitslosigkeit umzugehen. In der heutigen Zeit werden Firmen immer wieder umstrukturiert, werden Arbeitnehmer aus betrieblichen Gründen entlassen, die Zeit lebenslanger Beschäftigungsverhältnisse ist vorbei. Da ist es keine Schande, im Laufe des Arbeitslebens ein Mal oder mehrmals gekündigt worden zu sein.

Sie sollten sich auch gar nicht zu sehr auf die Gründe Ihrer Kündigung fixieren, das klingt sonst schnell zu sehr nach Rechtfertigung. Stellen Sie es einfach fest, dass Sie Phasen der Arbeitslosigkeit in Ihrem Erwerbsleben hatten – oder besser noch Phasen der Arbeitssuche!

 

Positive Wording – ein mächtiges Werkzeug

Denn auch wenn es banal klingt: “Arbeitssuchend” hört sich für die Personaler in den großen Firmen ganz anders an als “arbeitslos”. Bei einem Arbeitslosen denkt man an den klischeehaften Hartz IV Empfänger, der vormittags im Feinrippunterhemd mit Bier vor der Glotze sitzt. So ungerecht diese Vorstellung sein mag – “arbeitslos” hört sich passiv und initiativlos an.

Das Wort “arbeitssuchend” dagegen klingt nach jemandem, der proaktiv und voller Initiative die Probleme in seinem Leben meistert und die Phase ohne Arbeit als Chance begreift, etwas neues zu finden und in der Zwischenzeit neue Dinge zu erlernen.

Wenn Sie dann in Ihrer Phase ohne Arbeit an Fortbildungsaktivitäten teilnehmen – solche bietet die Agentur für Arbeit in großer Zahl an – oder in Eigeninitiative in Ihre Kenntnisse investieren, zum Beispiel eine neue Fremdsprache erlernen, dann erscheint Ihre Zeit der Arbeitssuche auf einmal als gut genutzte Neuorientierung. Sie machen so glaubhaft, dass Sie Ihre Qualifikationen pflegen und auf dem neuesten Stand halten. Außerdem zeigen Sie, dass Sie weiterhin einen geregelten, strukturierte Lebenswandel führen und somit auch keine Probleme haben werden, wieder einer Arbeit mit ihren regelmäßigen Büro- oder Geschäftszeiten nachzugehen. Denn genau dies verlernen viele Langzeitarbeitslose über die Jahre.

 

Fleißig bewerben!

Nicht zuletzt sollten Sie auch Ihre Bewerbungsaktivitäten dokumentieren, so dass auch hier Ihre Eigeninitiative zu erkennen ist. Warten Sie nicht nur auf die Jobangebote, die Ihnen Ihr Betreuer bei der Agentur für Arbeit zuschickt, suchen Sie auch in Eigeninitiative nach passenden Jobs, am besten schicken Sie zusätzlich Initiativbewerbungen los. Selbst wenn diese keinen Erfolg haben, zeigen Sie so, dass Sie schnellstens wieder arbeiten wollen! Und: Das Arbeitsamt zahlt Ihnen für jede schriftliche Bewerbung, d.h. Bewerbung nicht per Email, sondern per Post, eine kleine Aufwandskostenpauschale.

 

Im Bewerbungsgespräch: Am wichtigsten sind Ihre Fähigkeiten!

Und wenn Sie zum lange ersehnten Vorstellungsgespräche eingeladen werden, dann zeigen Sie vor allem, was Sie können, welche Erfahrungen Sie aus Ihrem Berufsleben haben und dazu noch, was Sie während der Arbeitssuche noch dazugelernt haben. Und ganz wichtig: Machen Sie Ihre Motivation glaubhaft, schnellstmöglich wieder anzufangen und Ihre Fähigkeiten in den Erfolg der Firma einzubringen. So zeigen Sie einer Firma glaubwürdig Ihren eigenen Wert. Und Ihre derzeitige kurze Phase der Arbeitslosigkeit wird dann gar kein großes Thema sein.

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