Benötige ich für eine Umschulung aus gesundheitlichen Gründen ein ärztliches Attest?

Es gibt viele Situationen, in denen eine Person ihren bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausführen kann. Eine Möglichkeit ist, dass die Beschwerden direkt durch die Arbeit hervorgerufen werden – sei es durch einen Arbeitsunfall oder durch eine Berufskrankheit.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass die Krankheit zwar unabhängig von der Arbeit entstand, dass sie aber eine weitere Berufsausübung nicht ermöglicht. Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen eine Umschulung durchführen müssen, fragen sich in vielen Fällen, ob für die Bewilligung ein ärztliches Attest notwendig ist. Um eine schnelle Antwort zu geben, sei gesagt, dass ein ärztliches Attest auf jeden Fall notwendig ist. Allerdings kann die Notwendigkeit der verschiedenen Atteste sich je nach Situation etwas unterscheiden.

 

Umschulung wegen einer Berufskrankheit oder aufgrund eines Arbeitsunfalls

Wenn Sie an einer Berufskrankheit leiden oder einen Arbeitsunfall erlitten haben, ist es wichtig, dass Ihnen der Betriebsarzt ein Attest ausstellt. Dies ist in jedem Fall notwendig, wenn Sie eine Finanzierung durch die Berufsgenossenschaft erhalten wollen. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass Sie den Betriebsarzt aufsuchen, noch bevor Sie kündigen oder der Arbeitgeber Ihnen kündigt. Wenn Sie erst später das notwendige Attest einfordern, kann dies unter Umständen dazu führen, dass Ihre Ansprüche nicht mehr berücksichtigt werden.

 

Umschulung durch die Rentenversicherung oder durch das Arbeitsamt

Wenn es sich bei Ihrem Leiden nicht um eine Berufskrankheit oder um die Folgen eines Arbeitsunfalls handelt, Sie aber trotzdem aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in Ihrem bisherigen Beruf arbeiten können, kommt eine Umschulung durch die Rentenversicherung oder durch das Arbeitsamt infrage. Auch in diesen Fällen ist es sinnvoll, ein Attest vorzulegen, das bescheinigt, dass Sie nicht mehr in der Lage dazu sind, Ihren bisherigen Beruf auszuüben. So haben Sie bereits bei den ersten Gesprächen gute Argumente für die Bewilligung der Umschulung. Wenn Sie allerdings das Attest noch nicht zur Hand haben, kann es auch später nachgereicht werden.

 

Untersuchung durch die Ärzte des Trägers der Umschulung

Wenn Sie die Finanzierung einer Umschulung beantragen, müssen Sie stets weitere ärztliche Untersuchungen absolvieren. Dabei wird nicht nur ermittelt, ob Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage dazu sind, Ihren bisherigen Beruf auszuüben, darüber hinaus versuchen die Ärzte auch festzustellen, welche Berufe Sie mit Ihrer Beeinträchtigung noch ausüben können. Diese Untersuchungen sind nicht nur für die grundsätzliche Bewilligung der Umschulung notwendig, sie sind auch von großer Bedeutung bei der Festlegung der Berufswahl. Sie sollen sicherstellen, dass Ihre Beschwerden Ihnen bei der Ausübung des neuen Berufs nicht im Wege stehen und so zum Erfolg der Umschulungsmaßnahme beitragen.

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