Berufswechsel Ja oder Nein? – Was sind die Chancen, was die Risiken?

Es gibt immer Gründe für, aber auch gegen einen Berufswechsel...

Es gibt immer Gründe für, aber auch gegen einen Berufswechsel…

Der Arbeitsmarkt hat sich innerhalb der letzten Jahre und Jahrzehnte gravierend verändert. Während einerseits Berufe verschwunden sind, sind andererseits neue entstanden. Die Automatisierung und die Digitalisierung der meisten Arbeitsprozesse haben zudem dazu beigetragen, dass sich nahezu jeder Arbeitnehmer weiterqualifizieren und entwickeln musste.

Doch darüber hinaus waren nicht wenige auch gezwungen, einen ganz neuen Beruf zu ergreifen oder stehen vor der Entscheidung, wie es im Berufsleben weiter gehen soll. Denn schließlich sind mit einem Berufswechsel sowohl Chancen als auch Risiken verbunden.

 

Der Mut für einen Neuanfang

Ein Berufswechsel erfordert Mut, denn Sie stellen sich neuen Herausforderungen und verlassen Ihr gewohntes Terrain. Da Gewohnheit immer auch Sicherheit bedeutet, werden Sie sich zunächst auch wieder daran gewöhnen müssen, mit Unwägbarkeiten und Ungewissheit umzugehen. Aus diesem Grund sollte der angestrebte Jobwechsel stets gut durchdacht sein. Welches konkrete Ziel haben Sie vor Augen? Welche Bedürfnisse sind jetzt unerfüllt, welche Wünsche haben Sie für die Zukunft? Und welche Stärken und Talente können Sie bisher kaum nutzen oder möchten Sie in einem neuen Beruf einbringen?



Wenn Sie sich für eine Aufstiegsweiterbildung, ein Studium oder eine Umschulung entscheiden, dann sollten Sie sich über Ihre Pläne im Klaren sein. Sie geben schließlich viel auf und investieren Zeit und Mühe in etwas, das Ihre Zukunft sein soll. Wagen Sie diesen Schritt, dann sollte es sich im Idealfall auch um Ihren Traumjob handeln, den Sie damit erreichen wollen.

 

Chancen und Risiken einer Umschulung

Eine Umschulung zu absolvieren heißt, einen ganz neuen Beruf zu erlernen. Dies können Sie in der Regel binnen zwei Jahren tun. Voraussetzung ist ein erster Berufsabschluss. Ob Sie einen ähnlichen Beruf anstreben oder gänzlich die Branche wechseln, spielt dabei weniger eine Rolle. Sie haben mit einer Umschulung die Chance, noch einmal etwas ganz anderes zu beginnen und Ihrem beruflichen Leben eine ganz neue Wendung zu geben. Von Ihren bisherigen Erfahrungen können Sie dabei auf verschiedene Weise profitieren.

Schließen Sie die Umschulung erfolgreich ab, können Sie sich später sogar in zwei verschiedenen Berufen bewerben und erhöhen damit eventuell Ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz. Gleichzeitig besteht jedoch auch das Risiko, dass man Sie als ziellos, unentschlossen und sprunghaft wahrnimmt. Es ist an Ihnen, diesen Eindruck in einer Bewerbung zu vermeiden. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich im Klaren darüber sind, weshalb Sie genau diese Umschulung absolvieren möchten. Hinzu kommen gewisse finanzielle Risiken. Während einer zweijährigen Umschulung finden häufig nur Praktika statt, Sie sind in keinem Unternehmen fest angestellt und haben entsprechend auch kein Einkommen.

Die Kosten für die Umschulung tragen Sie in der Regel auch selbst, sofern Sie keinen Bildungsgutschein vom Jobcenter oder der Bundesagentur für Arbeit bekommen. Die Alternative kann eine verkürzte Ausbildung im dualen System sein. Sie gelten in diesem Fall als normaler Auszubildender, sind in einem Unternehmen beschäftigt, erhalten eine monatliche Vergütung und besuchen in einem festen Rhythmus die Berufsschule. Die Chancen auf ein anschließendes Arbeitsverhältnis sind im Übrigen auf diesem Weg deutlich besser.

 

Chancen und Risiken einer Weiterbildung

Eine Weiterbildung dient dazu, das bisherige Wissen zu aktualisieren, zu erweitern oder an einen speziellen Bereich anzupassen. Ihrem eigentlichen Beruf bleiben Sie damit jedoch treu. Allerdings steigen Ihre Chancen auf eine besser bezahlte Stelle, denn Sie verfügen nun über einen weiteren Abschluss und damit mehr Wissen als andere. Inwiefern Sie das Erlernte sofort in Ihrem Arbeitsalltag nutzen können, ist individuell sehr unterschiedlich. Neben einer berufsspezifischen Spezialisierungsweiterbildung können Sie schließlich auch eine Qualifikation in einem Bereich absolvieren, der nur am Rande etwas mit Ihrem Job zu tun hat.

Es werden zum Beispiel häufig Weiterbildungen im Konfliktmanagement, zur Teamführung, zur Suchtprävention oder Ähnlichem angeboten. Sofern die Finanzierung der Weiterbildung geklärt ist, ist dieser Schritt für Sie mit keinen weiteren Risiken verbunden, denn Ihr ursprünglicher Beruf bleibt davon unbeeinträchtigt. Vielmehr haben Sie die Chance, neue Dinge zu lernen und das eigene Spektrum zu erweitern.

 

Chancen und Risiken eines Studiums

Studieren Sie berufsbegleitend, dann hat dies für Sie zwei Vorteile: Sie erhalten Ihren Arbeitsplatz und verfügen über ein monatliches Einkommen, mit dem Sie das Studium finanzieren können. Eventuell unterstützt Sie Ihr Arbeitgeber sogar und Sie können einen beruflichen Aufstieg anstreben. Doch das parallele Studieren bedeutet einen immensen Zeitaufwand. Prüfen Sie im Vorfeld genau, ob Sie in der Lage sind, beides bewältigen zu können und leiten Sie im Zweifel frühzeitig die richtigen Schritte ein (Arbeitszeit verkürzen, Studienvolumen reduzieren etc.).

Geben Sie Ihren Beruf ganz auf und widmen sich nur dem Studium, sollten Sie für eine sichere Finanzierung sorgen. BAföG steht Ihnen nur bis zu einem bestimmten Alter zu. Ihr Studium kann also durchaus finanzielle Einbußen mit sich bringen, während die späteren Aussichten auf einen gut bezahlten Job nur schwer einzuschätzen sind.

 

Für den Jobwechsel eine feste Anstellung kündigen?

Eine Festanstellung bietet Sicherheit, kann jedoch auch in eine Sackgasse führen. Schauen Sie sich in Ruhe und ohne Zeitdruck nach einer anderen Möglichkeit um und entscheiden Sie sich erst, wenn Sie ganz sicher sind. Wenngleich ein anderes Jobangebot verlockend klingt, gehen Sie das Risiko ein, während der Probezeit gekündigt zu werden. Sie hätten in diesem Fall jedoch nicht nur die interessante neue, sondern auch die sichere alte Stelle verloren. Treffen Sie keine spontane Entscheidung, sondern wägen Sie gerade in solch einem Fall die Perspektiven und die Risiken genau ab.

 

Eine Entscheidung treffen

Bevor Sie sich für einen neuen beruflichen Weg entscheiden, sollten Sie all Ihre Pro- und Contra-Argumente zusammenfassen. Fertigen Sie eine Liste an und sammeln Sie über einige Zeit all die Dinge, die Ihnen dazu einfallen. Notieren Sie sich auch, in welcher Situation Ihnen etwas dazu eingefallen ist. Möglicherweise sind Ihre Wechselambitionen auch nur durch Probleme mit Kollegen und Vorgesetzten begründet. Fragen Sie sich stattdessen, welchen Teil Ihrer Persönlichkeit und welche Ihrer Stärken Sie in einem neuen Beruf einbringen können und wollen. Mit welchen Aufgaben würden Sie sich wohler fühlen? Finanzielle Anreize sollten im Übrigen niemals das alleinige Argument sein.

 

Chancen und Risiken

Chancen:

  • bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • regelmäßigere Arbeitszeiten
  • direkter Kundenkontakt oder Umgang mit Kindern bzw. Menschen
  • beruflicher Aufstieg und mehr Verantwortung
  • persönliche Interessen oder Leidenschaften einbringen

 

Risiken:

  • unsichere finanzielle Zukunft (vor allem bei Selbstständigkeit)
  • eventuell lange anschließende Bewerbungsphase
  • finanzielle Einbußen während einer Weiterbildung oder eines Studiums
  • Angst und Unsicherheit aufgrund ungewisser Herausforderungen
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