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Umschulung zum/zur Zahnarzthelfer/in bzw. Arzthelfer/in

 

Als Zahnarzthelfer/in führen Sie auch einige Behandlungen selbst durch. © contrastwerkstatt – Fotolia.com

Das Berufsbild

(Zahn-) Arzthelfer/innen empfangen Patienten in der (Zahn-) Arztpraxis, unterstützen (Zahn-) Ärzte bei der Beratung, Betreuung, Untersuchung und Behandlung von Patienten und führen außerdem Organisations- und Verwaltungsarbeiten aus. 
Zum Aufgabenbereich eines/einer Arzthelfers/in gehören zum Beispiel Blutabnahmen und Blutuntersuchungen, das Setzen von Spritzen und die Verabreichung von Medikamenten, die Erstellung von Abrechnungen, die Führung von Patientenakten, die Erstellung von Rezepten und die Terminvereinbarung mit Patienten.
Zahnarzthelfer/innen assistieren bei zahnärztlichen Behandlungen und führen selbständig Maßnahmen der Zahnhygiene und der Zahnprophylaxe aus. Zu ihrem Tätigkeitsbereich gehören auch Röntgenuntersuchungen der Zähne und der Umgang mit speziellen zahnmedizinischen EDV-Programmen.
Zahnarzthelferinnen sind in Zahnarztpraxen, aber auch in Kiefer-, Mund- und Zahnkliniken, in Universitätszentren für Kiefer-, Mund- und Zahnheilkunde und in Rehabilitationskliniken tätig. Arzthelfer/innen arbeiten in allgemein- und fachärztlichen Praxen, in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens, bei Pflegediensten, als Assistenz von Betriebsärzten in Unternehmen, in Forschungsabteilungen pharmazeutischer Betriebe und in medizinischen Laboren.
Die offizielle Berufsbezeichnung eines/einer Zahnarzthelfers/in bzw. eines Arzthelfers/in lautet seit dem Jahr 2006 „(Zahn-) Medizinische(r) Fachangestellte(r)“ (MFA/ZFA).

 

Zukunftsaussichten

Auch in Zukunft werden Arzthelfer/innen und Zahnarzthelfer/innen am Arbeitsmarkt gefragt sein. Die Aufgabentiefe und Aufgabenbreite wird im organisatorischen Bereich (insbesondere bei Arzthelfer/innen) weiter zunehmen. Dieser Trend zu einer intensiveren Einbeziehung in das Praxismanagement und in Verwaltungstätigkeiten wird auch durch die seit Anfang 2004 erfolgende Bildung von Gesundheitszentren (MVZ) verstärkt.
Arzthelfer/innen können sich z. B. zum/zur Arztfachhelfer/in fortbilden. Für Zahnarzthelfer/innen bestehen Entwicklungsmöglichkeiten als Zahnmedizinische(r) Fachassistent/in, Zahnmedizinische(r) Verwaltungsassistent/in, Dentalhygieniker/in, Assistent/in Zahnärztliches Praxismanagement, Zahnmedizinische(r) Verwaltungsassistent und Betriebswirt(in) für Management im Gesundheitswesen.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die duale (sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule stattfindende) Ausbildung/Umschulung umfasst in Deutschland drei Jahre, kann aber auf zweieinhalb oder zwei Jahre verkürzt werden. Weiterbildungsinstitute bieten Umschulungen z. B. in 21-monatigen Vollzeit- oder 32-monatigen Teilzeitlehrgängen an.
Zahnarzthelfer/innen erlernen während der Umschulung das Assistieren bei Behandlungen, die Durchführung notwendiger Hygienemaßnahmen, die Erstellung von Röntgenaufnahmen, die Möglichkeiten einer Parodontal- und Kariesprophylaxe und die Vermittlung von deren Notwendigkeit, die Erfassung erbrachter Leistungen, team- und arbeitsablauforientiertes Arbeiten, die Betreuung von Patienten während, aber auch vor und nach einer Behandlung, die Anleitung von Patienten zur Mundhygiene, das Betreiben von Gruppenprophylaxe und die Dokumentation von Behandlungsabläufen.
Zur Ausbildung von Arzthelfer/innen gehören insbesondere Kenntnisse über die Aufnahme und elektronische Verarbeitung von Patientendaten, die Assistenz bei ärztlichen Therapien einschließlich des Anlegens von Wund- und Stützverbänden und der Durchführung von Reizstrom-, Kälte- und Wärmebehandlungen, die Durchführung von Hygienemaßnahmen, die Sterilisierung von Apparaten, Geräten und Instrumenten, die Entsorgung kontaminierter Materialien, die Vorgehensweise bei der Erkennung von Infektionskrankheiten und das Ergreifen von Schutzmaßnahmen auch zur Vermeidung von Infektionen und die Vorbereitung ärztlicher Behandlungen und Untersuchungen.

 

Zielgruppe der Umschulung

Interessenten an einer Tätigkeit als (Zahn-) Arzthelfer/in sollten mindestens einen guten Hauptschulabschluss vorweisen können, doch wird häufig die Mittlere Reife vorausgesetzt. Unabdingbar sind ein Interesse an medizinischen, organisatorischen und technischen Aufgabenstellungen sowie eine besonders stark ausgeprägte soziale Kompetenz einschließlich eines guten Kommunikationsvermögens. (Zahn-) Arzthelfer/innen müssen psychisch und körperlich belastbar sein, „Blut sehen“, mit Krankheiten und (insbesondere als Arzthelfer/in) mit dem Tod umgehen können.

 

Fördermaßnahmen

Eine Umschulung/Ausbildung wird unter Umständen von der Bundesagentur für Arbeit durch Ausstellung eines sogenannten „Bildungsgutscheins“ finanziell gefördert. Der Bildungsgutschein enthält die Bestätigung der Arbeitsagentur gegenüber einer Fortbildungseinrichtung, dass die Arbeitsagentur anfallende Kosten übernimmt. Allerdings muss der Arbeitsvermittler der Arbeitsagentur davon überzeugt sein, dass die Umschulung erforderlich ist, um eine bestehende oder drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden. Voraussetzung für die Erteilung eines Bildungsgutscheines ist ferner in der Regel, dass ein Antragsteller bereits eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hat oder aber mindestens drei Jahre berufstätig war.

 

Anbieter der Umschulung

Die Umschulung kann im Rahmen einer klassischen dualen Ausbildung in einer Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. Arztpraxis oder Krankenhaus) oder bei einem Weiterbildungsinstitut durchgeführt werden. Lehrgänge für Arzthelfer/innen bietet beispielsweise die „IB-GIS mbh“, Stuttgart an.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Dem/der (Zahn-) Arzthelfer/in benachbarte Tätigkeitsfelder, die sich mit einem Fernstudium erlernen lassen, sind derjenige des/der Zahnkosmetikers/in sowie der theoretische Teil des Zahntechniker/innen-Berufes. Auch Medizinstudiengänge zum Arzt/Zahnarzt werden von Fernlehrinstituten angeboten, die über einen vorklinischen und klinischen Ausbildungsabschnitt verfügen.