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Umschulung zum Ergotherapeuten/ zur Ergotherapeutin

 

Ergotherapeuthen helfen Menschen dabei, ihre (körperliche) Autonomie zu erhalten bzw. wiederzuerlangen.
© Robert Kneschke – Fotolia.com

Die Ergotherapie ist eine Behandlungsform, die Menschen mit verschiedenen Einschränkungen die Teilnahme am soziokulturellen Leben ermöglichen soll. Die Menschen, die eine Behandlung im Bereich der Ergotherapie benötigen, sind oftmals alte oder behinderte Menschen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen selbst einfache Alltagstätigkeiten nicht mehr ausführen können.

Die Ergotherapeuten versuchen mit verschiedenen Techniken, den Patienten Möglichkeiten aufzuweisen, um diese Tätigkeiten wieder ausführen zu können und um so selbstbestimmt am Leben teilhaben zu können.

 

Das Berufsfeld der Ergotherapeuten

Ergotherapeuten können in vielen unterschiedlichen Einrichtungen eine Anstellung erhalten. Zum einen gibt es spezielle Praxen für Ergotherapie, bei denen die Patienten ambulant behandelt werden. Zum anderen gibt es jedoch auch viele andere Einrichtungen, die Menschen mit verschiedenen Einschränkungen behandeln oder pflegen und die zur Unterstützung einen Ergotherapeuten anstellen. Möglichkeiten dafür sind Pflegeheime, Sonderschulen, Wohnheime für behinderte oder ältere Menschen sowie Rehabilitations-Einrichtungen. Darüber hinaus kann auch ein Teil der Ergotherapeuten im Bereich der Ausbildung neuer Fachkräfte tätig werden, da hier die Nachfrage ebenfalls hoch ist.

Das vordringliche Ziel ist die Wiederherstellung der verlorenen Fähigkeiten, um wieder ein normales Leben zu ermöglichen. Sollte dies jedoch nicht möglich sein, werden Techniken zur Kompensation derselben vermittelt, um auf anderem Wege die Alltagstätigkeiten wieder ausführen zu können. Die Ergotherapie hat drei unterschiedliche Ansatzpunkte. Zunächst soll die Selbstversorgung der Patienten sichergestellt werden. Die Betroffenen sollen lernen, die grundlegenden Dinge des Alltags – wie selbst zu essen oder sich anzuziehen – wieder selbst durchzuführen.

Darüber hinaus sollen die Patienten auch erlernen, ihre Freizeit selbst zu gestalten. Ihnen werden Möglichkeiten vermittelt, um sich mit Freunden zu treffen, zu spielen oder andere Freizeitaktivitäten durchzuführen. Der dritte Ansatzpunkt ist die Produktivität. Im ersten Schritt werden in der Regel Tätigkeiten im eigenen Haushalt erlernt. Sollte dies erfolgreich sein, kann auch die Wiedereingliederung in das Berufsleben anvisiert werden.


 

Die Berufsaussichten für Ergotherapeuten

Die Berufsaussichten in diesem Bereich sind recht gut. Dies liegt zum einen daran, dass die Gesellschaft statistisch immer älter wird. Da ein großer Teil der Patienten ältere Menschen sind, sorgt diese Gesellschaftsstruktur dafür, dass eine hohe Nachfrage an Ergotherapeuten besteht. Außerdem setzt sich in der modernen Gesellschaft immer stärker die Meinung durch, dass es sinnvoll ist, es den Betroffenen wieder zu ermöglichen, einfache Tätigkeiten selbst durchzuführen, um so eine dauerhafte Pflege zu vermeiden. Auch dieser Punkt macht die Ergotherapie zu einer immer beliebteren Behandlungsmethode, weshalb die Berufsaussichten in diesem Berufsfeld positiv sind.

Allerdings gibt es einige regionale Unterschiede und oft ist es gerade für Berufsanfänger nicht einfach, eine Arbeit zu finden. Daher ist es immer ratsam, sich beim Arbeitsamt und gegebenenfalls bei Ergotherapie-Praxen in der Umgebung zu erkundigen, wie die Arbeitsmarktsituation in diesem Bereich an Ihrem Wohnort aussieht.

 

Die Ausbildung zum Ergotherapeuten

Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, sich zum Ergotherapeuten ausbilden zu lassen. Zum einen gibt es in Deutschland etwa 200 anerkannte Schulen, die eine Ergotherapieausbildung anbieten. Darüber hinaus gibt es auch Hochschulstudiengänge in diesem Fachbereich. Zwar ist das Angebot in diesem Bereich recht gering, doch gibt es einige Fachhochschulen, die einen Bachelorstudiengang für Ergotherapie anbieten. Bei beiden Varianten beträgt die Ausbildungszeit 3 Jahre.

 

Für wen ist die Umschulung zum Ergotherapeuten geeignet?

Voraussetzung für die Umschulung zum Ergotherapeuten ist mindestens ein Realschulabschluss. Außerdem sollten Sie sich in einer guten körperlichen Verfassung befinden, da die Arbeit als Ergotherapeut körperlich anstrengend sein kann. Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen eine Umschulung anstreben, sollten Sie genau überprüfen, ob sie den Anforderungen gewachsen sind. Der beste Weg dazu kann ein Praktikum sein. Außerdem sollten Sie Interesse am sozialen und medizinischen Bereich haben und idealerweise dort auch bereits Berufserfahrungen gesammelt haben. Dies erleichtert nicht nur die Umschulung, sondern verbessert auch die Berufsaussichten nach dem Abschluss des Lehrgangs.

 

Finanzierungsmöglichkeiten

Wenn Sie arbeitslos sind und die Berufsaussichten in Ihrem bisherigen Tätigkeitsfeld schlecht sind, kann das Arbeitsamt für die Finanzierung aufkommen. Sollten Sie aus gesundheitlichen Gründen die Umschulung durchführen wollen, ist die Rentenversicherung oder – wenn es sich um eine Berufskrankheit handeln sollte – die Berufsgenossenschaft der richtige Ansprechpartner. Bei gesundheitsbedingten Umschulungen müssen Sie jedoch darauf achten, dass Ihre Krankheit Sie nicht bei der Ausübung des neuen Berufs beeinträchtigt, da sonst die Finanzierung nicht übernommen wird.

 

Einige Anbieter dieser Umschulung:

 

Alternativen durch ein Fernstudium

Wenn Sie sich für eine Arbeit im Gesundheitsbereich interessieren, finden Sie auch viele weitere Alternativen, die Sie durch ein Fernstudium bequem berufsbegleitend erlernen können. Es gibt Angebote für Studiengänge zum Ernährungsberater, zum Heilpraktiker oder in den Bereichen der Altenbetreuung oder Homöopathie.