Umschulung zum/ zur Gesundheitsaufseher/in bzw. Hygienekontrolleur/in

Bakterien unter dem Mikroskop. © norman blue - Fotolia.com

Bakterien unter dem Mikroskop.
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Berufsbild

Hygienekontrolleure (auch: Gesundheitsaufseher oder Hygieneinspektoren) arbeiten im Bereich des Gesundheitschutzes. Sie kontrollieren, ob Hygiene- und Umweltvorschriften eingehalten werden und bieten auch Beratungsleistungen an. Dabei kümmern sie sich um die hygienischen Verhältnisse in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern und Kliniken und im Lebensmittelbereich, aber auch im Hotel- und Gastgewerbe sowie in der JVA, bei Bestattungsunternehmen und Kindergärten. Registrieren sie Verstöße, so erteilen sie entsprechende Auflagen und überwachen, dass diese ordnungsgemäß umgesetzt werden.

Ein weiteres Einsatzgebiet liegt im Bereich des Umweltschutzes. Hygienekontrolleure führen Kontrolle an Trinkwasser- und Kläranlagen durch und kontrollieren die gesetzmäßige Entsorungen von Abfällen. Desweiteren überwachen sie die Hygiene in öffentlichen Bädern und Saunen sowie Badeseen. Dazu entnehmen sie u. a. Proben und werten diese mitunter selbst aus. Je nach Einsatzbereich kann es ebenso zu ihren Aufgaben gehören, Stellungnahmen zu Bauvorhaben zu verfassen. Ebenso können Hygeniekontrolleure bei Gefahrenabwehr, bei Rettungsdiensten oder der Bundeswehr arbeiten. Sie sorgen für Sauberkeit in Truppenküchen, Feld- und Lebensmittellagern. Ebenso wirken sie bei humanitären Einsätzen von Hilfsorganisationen mit und beraten in Fragen des Impfschutzes oder der Seuchenprävention. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen dokumentieren Hygienekontrolleure sehr sorgfältig.
 

Ihren Arbeitsplatz finden Hygienekontrolleure meist in Behörden und anderen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes, die um Infektionsschutz, Umwelt- und Verkehrshygiene sowie Hygiene in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen kümmern. Neben der öffentlichen Verwaltung können sie jedoch auch in Hilfsorganisationen oder bei Rettungsdiensten sowie Streitkräften beschäftigt werden. Teilweise ist auch eine Tätigkeit im Ausland möglich.

 

Zukunftsaussichten

Hygienekontrolleure arbeiten meist in der öffentlichen Verwaltung oder anderen Einrichtungen des öffentliches Dienstes. Dadurch erhalten sie einen krisensicheren Job mit geregeltem Einkommen. Viele Mitarbeiter werden verbeamtet. In Zeiten von Hygieneskandalen und den Fortschritten in der Analysetechnik, ist der Bedarf an geschulten Mitarbeitern hoch. Hygienekontrolleure können sowohl beratend als auch präventiv tätig werden und sichern so ein gesundes Miteinander der Menschen.

 

Zielgruppe

Für die Weiterbildung wird meist ein mittlerer Bildungsabschluss erwartet. Interessierte mit Hauptschulabschluss können ebenfalls zugelassen werden, wenn sie bereits eine Ausbildung mit ähnlicher Ausrichtung abgeschlossen haben. Dies kann beispielsweise ein staatlich anerkannter Desinfekteur sein. Teilweise ist eine bestimmte Zeit der Berufstätigkeit nachzuweisen. Desweiteren muss vor Beginn der Ausbildung ein ärztliches Attest vorgelegt werden, das die gesundheitliche Eignung für den Beruf bescheinigt.
Prägende Schulfächer sind Biologie und Deutsch. Bewerber sollten außerdem Interesse an sorgfältigem Arbeiten, dem Umgang mit Menschen und praktischen Tätigkeiten haben. Die Arbeit findet meist im Außendienst statt, sodass Hygienekontrolleure oft unterwegs sind. Dort begegnen sie den unterschiedlichsten Bedingungen und Menschen, mit denen sie stets professionell umgehen können müssen.

Länge und Inhalt der Ausbildung

Die Ausbildung dauert in der Regel zwei Jahre. Sie ist in einen theoretischen und praktischen Teil an einer Berufsschule des öffentlichen Dienstes und ein Betriebspraktikum untergliedert. Teilweise wird ein weiteres Praktikum in die Weiterbildung integriert. Die Umschulung kann in Vollzeit und Teilzeit erfolgen. Während der Ausbildung wird der Abschluss als Desinfektor erworben, sofern dieser nicht bereits vorhanden ist.
Der theoretische Teil der Ausbildung beinhaltet die Vermittlung von Kenntnissen fachspezifischer Themen wie Gesundheits- und Umweltrecht, die Prävention übertragbarer Krankheiten, Maßnahmen zur Hygiene in öffentlichen Einrichtungen sowie umweltbezogener Gesundheitsschutz wie etwa Umwelttoxikologie. Desweiteren wird Fachwissen u. a. in Bakteriologie, Gesundheitspädagogik und Schädlingsbekämpfung vermittelt. Im praktischen Teil der Ausbildung werden Übungen im Labor durchgeführt und Analyseverfahren angewandt.
Während des Betriebspraktikums werden praktische Erfahrungen an den verschiedenen Einsatzorten von Hygienekontrolleuren gesammelt. Es kann beispielsweise in Gesundheits- oder Ordnungsämtern, Krankenhäusern oder Wasserwerken absolviert werden. Dort werden unter Anleitung die späteren Aufgaben erlernt.

 

Kosten und Förderung

Da die Weiterbildung im öffentlichen Dienst stattfindet, erhalten die Auszubildenden die entsprechend dem Tarifvertrag gültige Vergütung. Für die Ausbildung selbst fallen keine Kosten an. Es können jedoch Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erhoben werden. Desweiteren muss mit Ausgaben für Arbeitsmittel und ggf. eine Unterkunft gerechnet werden.

 

Anbieter

Angeboten werden die Ausbildungen von Bildungseinrichtungen der Gesundheitsbehörden, der Gesundheitsverwaltung oder von Gesundheitsämtern. Ebenso ist eine Ausbildung im Sanitätsdienst der Bundeswehr möglich.

 

Alternativen als Fernstudium

Statt einer Ausbildung zum Hygienekontrolleur kann ein Fernstudium zur Umwelt-, Hygiene- und Sicherheitstechnik in Frage kommen. Absolventen arbeiten beispielsweise im Qualitäts- und Umweltmanagement oder im Bereich der Arbeitssicherheit. Eine weitere Möglichkeit ist ein Studium der Gesundheitswissenschaft oder Public Health mit dem Bachelor-Abschluss. Alternativ kann bereits ein Fernstudium mit Spezialisierung aufgenommen werden. So werden beispielsweise Krankenhaushygiene oder Lebensmittelhygiene angeboten.

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