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Umschulung zum Motopäden/zur Motopädin

 

ausbildung motopäde

Die Umschulung zum Motopäden eignet sich u.a. gut für ErzieherInnen.

Die Motopädie ist ein spezieller Bereich der Heilpädagogik. Motopäden/Motopädinnen beschäftigen sich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, bei denen Bewegungsstörungen, aber auch Wahrnehmungsstörungen auftreten. Sie versuchen zunächst, die genaue Art der Störung zu ermitteln und diese anschließend zu therapieren. Dabei schulen sie die Koordination und das Gleichgewicht und arbeiten ebenso an der Körperwahrnehmung der Betroffenen.

Auf diese Weise ermöglichen sie ihnen neue Bewegungserfahrungen und auf Dauer eine Verbesserung des Befindens sowie der Motorik. Motopäden/Motopädinnen arbeiten daher langfristig mit ihren Patienten zusammen und bauen so auch ein Vertrauensverhältnis aus. Auch der Kontakt mit Eltern, Lehrern oder Partnern der Betroffenen gehört zu diesem Berufsbild. Die Arbeit kann in kleinen Gruppen oder auch mit Einzelpersonen stattfinden. Motopäden/Motopädinnen sind mit ihrer therapeutischen Arbeit sowohl in Sonderkindergärten und –Schulen als auch in Reha-Zentren, physiotherapeutischen Praxen und psychiatrischen Einrichtungen zu finden. Sie können als Angestellte oder auf selbstständiger Basis arbeiten.

 

Zukunftsaussichten für Motopäden

Immer wieder treten bei Kindern oder Jugendlichen motorische und psychomotorische Störungen auf. Werden diese nicht angemessen behandelt, haben es die Betroffenen im Alltag schwer. Der Besuch einer regulären Schule und das Erreichen eines Schulabschlusses sind teils stark gefährdet, ebenso wie das Teilnehmen am Berufsleben. Aus diesem Grund besteht ein konstanter Bedarf an kompetenten Motopäden/Motopädinnen, die sich intensiv mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen.

Auch in Zukunft ist zu erwarten, dass weiterhin Fachkräfte in diesem Bereich benötigt werden. Die Zukunftsaussichten gestalten sich daher vergleichsweise positiv, zumal Motopäden/Motopädinnen die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden und so etwa eine eigene Praxis zu eröffnen. Wie in nahezu allen weiteren Berufsbereichen ist auch hier eine stetige Fortbildung anzuraten, um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben.

 

Inhalt und Länge der Umschulung

Eine Weiterbildung zum Motopäden/zur Motopädin dauert zwischen 12 und 24 Monaten. Sie kann sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit neben dem Beruf absolviert werden. In Teilzeit verlängert sich die Dauer entsprechend. Die Umschulung gliedert sich in einen überwiegend theoretischen und einen kleineren praktischen Bereich. Ersterer findet in einer Berufsschule oder einem anderem Bildungsträger statt; letzterer erfolgt direkt am Arbeitsplatz. Zu den Inhalten der Fortbildung zum Motopäden/zur Motopädin gehören unter anderem Kenntnisse in der Praxis der Motopädie, der motopädischen Konzepte, der Motodiagnostik und der Projektarbeit. Außerdem werden medizinisch-psychologische Grundlagen, Kommunikation, Deutsch und Fremdsprachen unterrichtet.

Einige Institute bieten darüber hinaus weiterführende Bereiche an, in denen sich die angehenden Motopäden/Motopädinnen weiterbilden können. Darunter fallen etwa Motopädie mit alten Menschen, sensorische Integration, Musiktherapie und Motopädie mit autistischen Menschen. Nach einem erfolgreichen Abschluss tragen die Teilnehmer die Bezeichnung staatliche anerkannte/r Motopäde/Motopädin.

 

Zielgruppe

Für eine Umschulung zum Motopäden/zur Motopädin eignen sich in erster Linie alle Personen, die gern mit Menschen arbeiten und diesen helfen. Wer bereits eine abgeschlossene Ausbildung in einem therapeutischen, medizinischen oder pflegerischen Bereich vorweisen kann, hat gute Chancen auf eine erfolgreiche Arbeit im Bereich Motopädie. So können beispielsweise Erzieher/innen, Heilerziehungspfleger/innen oder Altenpfleger/innen sich auf die Motopädie spezialisieren. Das gilt auch, wenn keine abgeschlossene Ausbildung vorliegt, aber bereits praktische Berufserfahrung erworben wurde. Wer in diesem Bereich tätig werden möchte, muss ein gutes Einfühlungsvermögen mitbringen, denn die Patienten bedürfen eines sensiblen Umgangs bei der Therapie.

Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten und sehr viel Geduld sind ebenfalls entscheidend für eine erfolgreiche Arbeit als Motopäde/Motopädin. Das flexible Entwickeln neuer Strategien und das Finden individueller Therapiewege gehört zu den Herausforderungen im motopädischen Arbeitsalltag und stellen teils hohe Anforderungen an Fantasie und Flexibilität des Therapeuten.

 

Förderung durch das Jobcenter

Eine finanzielle Förderung durch das Jobcenter ist grundsätzlich denkbar. Sie ist dann möglich, wenn sowohl eine fachliche als auch eine persönliche Eignung des Antragestellers vorliegen und dieser beispielsweise bereits in einem verwandten Bereich gearbeitet oder ein Praktikum absolviert hat. Damit die Behörde eine Kostenübernahme leisten kann, muss der Antragsteller arbeitslos sein oder direkt vor einer beginnenden Arbeitslosigkeit stehen.

Ob eine finanzielle Förderung infrage kommt und ob die Kosten anteilig oder vollständig übernommen werden, kann im Gespräch mit dem persönlichen Ansprechpartner geklärt werden. Auch das Stellen des entsprechenden Antrags kann gegebenenfalls direkt erfolgen. Alternativ kann auch eine finanzielle Förderung durch die Deutsche Rentenversicherung möglich sein. Diese kann gewährt werden, wenn der Antragsteller bereits aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen aus dem Berufsleben ausgeschieden ist oder kurz davor steht und die Behörde dies durch eine Kostenübernahme verhindern kann. Weitere Informationen zum Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben stellt die Behörde selbst zur Verfügung.

 

Anbieter der Umschulung

Bundesweit wird die Weiterbildung zum Motopäden/zur Motopädin unter anderem von den folgenden Einrichtungen angeboten:

 

Alternativen im Fernstudium

Wer keine stationäre Weiterbildung zum Motopäden/zur Motopädin absolvieren möchte, hat die Möglichkeit, stattdessen an einem Fernlehrgang teilzunehmen, wie er von vielen Fernakademien angeboten wird. Zur Auswahl stehen so etwa Studiengänge im Bereich Heilpädagogik, Erziehung, Erziehungswissenschaft oder Motopädie selbst.