Umschulung zum Musiktherapeuten/ zur Musiktherapeutin

Musik kann oftmals therapeutische Wirkung haben. © Miriam Dörr - Fotolia.com

Musik kann oftmals therapeutische Wirkung haben.
© Miriam Dörr – Fotolia.com

Viele Menschen empfinden es als entspannend, Musik zu hören oder selbst Musik zu machen. Diese Wirkung beruht nicht nur auf einer persönlichen Empfindung, sie ist auch wissenschaftlich nachweisbar. Musik kann sich positiv auf psychische Erkrankungen auswirken, doch auch bei körperlichen Beschwerden ist eine heilende Wirkung möglich. Dieser positive Effekt wird bei der Musiktherapie genutzt. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Alternativen. In der rezeptiven Musiktherapie beschränkt sich die Behandlung darauf, den Patienten das Hören von Musik zu ermöglichen, um auf diese Weise verschiedene positive Effekte zu bewirken.

Bei der aktiven Musiktherapie hingegen werden die Patienten selbst dazu angeleitet, Musik zu machen. Dabei werden in erster Linie einfache Instrumente verwendet, die auch von Menschen ohne Vorkenntnisse einfach bedient werden können. Darüber hinaus spielt hier jedoch auch die Stimme eine wichtige Rolle. Sollten Sie selbst gerne musizieren und den Wunsch nach einer beruflichen Neuausrichtung verspüren, besteht eine Möglichkeit darin, eine Umschulung zum Musiktherapeuten beziehungsweise zur Musiktherapeutin durchzuführen. Auf diese Weise können Sie die Musik zu Ihrem Beruf machen und darüber hinaus auch anderen Menschen dabei helfen, ihre Gesundheit aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen.

 

Der Tätigkeitsbereich der Musiktherapeuten

Die Musiktherapeuten haben ein sehr vielfältiges Aufgabenfeld Sie arbeiten sehr oft mit verschiedenen Institutionen wie beispielsweise Schulen, Krankenhäusern oder Pflegeheimen zusammen. Darüber hinaus können sie sich auch selbstständig niederlassen. Sehr oft behandeln sie Patienten mit psychischen Erkrankungen. Doch auch Menschen mit Behinderungen oder körperlichen Beeinträchtigungen zählen zu den Patienten der Musiktherapeuten. Über die Musik erhalten die Therapeuten Zugang zu den inneren Gefühlen ihrer Patienten, die auf andere Weise oftmals nicht angesprochen werden können.

Darüber hinaus bietet die Musik auch einen Anreiz zur Bewegung, sodass bei vielen Patienten die Motorik gefördert werden kann. Die Musiktherapeuten leiten dabei die Therapie. Dazu ist es notwendig, sich bereits im Vorfeld ein Bild von den Problemen des Patienten zu verschaffen, um eine geeignete Therapieform zu finden. Während der Therapie musizieren die Therapeuten selbst und leiten ihre Patienten dazu an, ebenfalls Musik zu machen. Sie leiten die Sitzungen derart, dass die Musik eine therapeutische Wirkung entfalten und die Probleme der Patienten lindern kann. Neben der aktiven Tätigkeit in der Behandlung der Patienten sind viele Musiktherapeuten auch im Bereich der Forschung und Lehre tätig.

Die Zukunftsaussichten für Musiktherapeuten

Die Aussichten für eine Anstellung als Musiktherapeut sind nicht immer gut. Dies liegt daran, dass die Krankenkassen diese Leistung bislang nicht übernehmen. Obwohl die Musiktherapie bereits eine anerkannte Wissenschaft ist und die positiven Effekte, die auf diese Weise erzielt werden können, belegt sind, ist die Kostenübernahme ein großes Problem für die Musiktherapeuten. Da die Patienten diese Leistungen in der Regel selbst bezahlen müssen, werden sie nur relativ selten in Anspruch genommen. Aus diesem Grund ist es manchmal schwer, eine Anstellung zu finden. Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, um eine Arbeitsstelle zu finden. Darüber hinaus bleibt auch die Möglichkeit, sich in diesem Bereich selbstständig zu machen.

 

Die Inhalte und die Länge der Umschulung zum Musiktherapeuten

Da es sehr viele verschiedene Anbieter für die Umschulung zum Musiktherapeuten gibt, kann es auch einige Unterschiede in den Inhalten der Weiterbildung geben. In der Regel stellt jedoch eine umfassende psychologische Grundausbildung einen wichtigen Bestandteil der Qualifizierung dar. Dabei erhalten die Teilnehmer beispielsweise einen Einblick in die Neurologie, um die Wirkungsweise der Musik auf die Prozesse im Gehirn zu verstehen. Außerdem lernen sie die traditionellen psychotherapeutischen Behandlungsformen kennen. Das zweite Standbein der Musiktherapie ist die musikalische Ausbildung. Die Teilnehmer am Lehrgang lernen dabei verschiedene Instrumente kennen, die sie im Rahmen der Musiktherapie einsetzen können. Schließlich werden diese beiden Grundlagen für die Musiktherapie kombiniert. Dabei vermitteln die Ausbilder den Schülern verschiedene Formen der Therapie und führen Fallstudien durch.

Oftmals können die Teilnehmer auch in einer Selbsttherapierung die Wirkungsweise der Musiktherapie erfahren. Die Umschulung zum Musiktherapeuten dauert in der Regel zwei bis vier Jahre. Neben einer gewöhnlichen Ausbildung können Sie jedoch auch ein Hochschulstudium in diesem Bereich durchführen. Dies sorgt nicht nur dafür, dass die Ausbildung auf ein wissenschaftliches Fundament gestellt wird, der Hochschulabschluss sorgt auch für eine bessere Anerkennung und verbessert daher die Berufsaussichten erheblich. Ein Bachelor-Studiengang nimmt in der Regel drei bis vier Jahre in Anspruch. Sollten Sie bereits über ein Erststudium verfügen, kommt auch ein Masterstudiengang in Betracht, der in der Regel etwa zwei Jahre dauert.

 

Für wen eignet sich die Umschulung?

Eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Musiktherapeut zu werden, ist die Liebe zur Musik. Bei fast allen Bildungseinrichtungen müssen Sie vor der Einschreibung einen Eignungstest absolvieren, bei dem Sie Ihre musikalischen Fähigkeiten unter Beweis stellen und in der Regel auch auf einem Instrument vorspielen müssen. Wenn sie sich für ein Hochschulstudium entscheiden, müssen Sie darüber hinaus auch die dafür notwendigen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Auch bei einigen anderen Ausbildern wird die Hochschulreife erwartet.

 

Die Förderungsmöglichkeiten

Wenn Sie eine Umschulung zum Musiktherapeuten anstreben, ist es oft schwierig, eine Finanzierung zu erhalten. Da bei der Bewilligung von Zuschüssen jedoch einige Freiräume bestehen, ist es dennoch sinnvoll, mit Ihrem Berater über diesen Berufswunsch zu sprechen. In einigen Fällen ist es möglich, dennoch eine Förderung für die Weiterbildung zu erhalten.

 

Anbieter und weitere Bildungsalternativen

Bekannte Anbieter für die Umschulung zum Musiktherapeuten sind das Freie Musikzentrum München, das Hamburger Institut für Gestaltungsorientierte Weiterbildung oder das Institut für Musik, Imagination und Therapie in Berlin. Ein Hochschulstudium bieten unter anderem die Universität der Künste Berlin, die Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und die Universität Münster an. Sollte bei diesem Angebot nicht das Richtige für Sie dabei sein, können Sie auch ein Fernstudium mit ähnlichem Inhalt belegen. Interessante Möglichkeiten wären hier die Fernstudiengänge Psychologie, Musik oder Psychologische Beratung.