Umschulung zum Pharmareferenten/ zur Pharmareferentin

Pharmareferenten vermarkten medizinische Produkte. © Nenov Brothers - Fotolia.com

Pharmareferenten vermarkten medizinische Produkte. © Nenov Brothers – Fotolia.com

Pharmareferenten/-innen arbeiten im Bereich der Pharma- und Gesundheitspflegeprodukten. Meist vermitteln sie Ärzten aller Fachrichtungen, Heilpraktikern, medizinischen Versorgungszentren, Pflegediensten und Apotheken den Vorteil der firmeneigenen medizinischen Produkte. Sie informieren dabei regelmäßig z. B. über neue Medikamente oder Impfstoffe. Dabei müssen sie flexibel und kundenorientiert arbeiten. Sie planen die Gespräche, bereiten Präsentationen und Unterlagen vor und halten Muster bereit.

Bei ihren Beratungsgesprächen informieren sie ihre Kunden umfassend. Es geht darum, welche Medikamente neu oder verändert wurden, über Nebenwirkungen und Inhaltsstoffe. Bei Bedarf nehmen sie Bestellungen entgegen und vermitteln Informationsmaterial und Fachliteratur. Wichtiger Teil ihrer Arbeit ist die wechselseitige Kommunikation. So holen sich Pharmareferenten/-innen Rückmeldungen zur Wirksamkeit sowie positiven und negativen Wirkungen bei der Verwendung der Medikmante. Sie tragen somit zur Qualitätssicherung bei. Im Anschluss werten sie die Gespräche aus und fertigen Protokolle über den Verlauf an. Darüber hinaus bieten sie Weiterbildungen und Informationsveranstaltungen an. Diese richten sich entweder direkt an ihre Kunden oder finden direkt bei Krankenkassen statt.
Da sie sich unmittelbar im Gesundheitsbereich bewegen, haben Pharmareferenten/-innen einen besonders verantwortungsvollen Job. Sie werben für die Produkte ihrer Firma und sind gleichzeitig verpflichtet, ihre Kunden vollständig und umfassend zu informieren.

 

Zukunftsaussichten

Die Arbeit von Pharmareferenten/-innen ist wichtig, denn sie arbeiten an der Schnittstelle von Pharmaunternehmen und den ausgebenden Akteuren, also z. B. Ärzten, Heilpraktikern und Apotheken. Die stetig verbesserte medizinische Versorgung erfordert viele Fachleute, die kompetent und fachgerecht über die neuen Produkte informieren können. Die Zielgruppen der Pharmaunternehmen werden immer heterogener und erfordern so gut ausgebildete Mitarbeiter, die die Vorteile ihrer Produkte überzeugend präsentieren können, ohne es an Fachwissen und Verantwortung mangeln zu lassen.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die Ausbildung zum Pharmareferenten/zur -referentin ist ein Weiterbildungsberuf, sie kann also nicht ohne berufliche Vorbildung begonnen werden. Notwendig ist ein Abschluss in einem medizinischen, naturwissenschaftlichen, heilberuflichen oder kaufmännischen Ausbildungsberuf, der zusätzlich konkrete inhaltliche Bezüge zu den Inhalten der angestrebten Weiterbildung aufweisen muss. Zusätzlich muss eine mindestens zweijährige Berufspraxis nachgewiesen werden. Fehlt ein entsprechender Abschluss, muss eine mindestens 5-jährige Berufspraxis nachgewiesen werden. Auch für die Berufspraxis gilt, dass sie konkrete Bezüge zur Ausbildung aufweisen muss. Ggf. kann bei Fehlen entsprechender Voraussetzungen dennoch eine Weiterbildung begonnen werden, wenn eine gleichwertige Qualifikation nachweisbar ist.
Die Weiterbildung dauert in Vollzeit 6 Monate und umfasst verschiedene Qualifikationsbereiche: Naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen mit Chemie, Physik, Biologie, Biochemie, Anatomie und Physiologie; Pharmakologie, Pharmakotherapie und Krankheitsbilder; Arzneimittelrecht, Gesundheitsmanagement und -ökonomie sowie Kommunikation, Pharmamarkt, Pharmamarketing. Der wesentliche Teil der Ausbildung besteht aus theoretischen Unterricht. Sie kann in Vollzeit, berufsbegleitend, als Blockveranstaltung oder als Fernunterricht wahrgenommen werden, teilweise bieten die Schulen auch Kombinationen aus Präsenz- und Fernunterricht an. Wenn die Weiterbildung nicht in Vollzeit wahrgenommen wird, verlängert sich die Ausbildungszeit entsprechend auf bis zu 3 Jahre.

 

Fördermaßnahmen

Die Weiterbildung wird nicht vergütet. Meist werden zudem Lehrgangs-, sowie Anmelde- und Prüfungsgebühren fällig. Weitere Kosten können durch Materialbedarf und Unterkunft entstehen. Bei Erfüllung entsprechender Voraussetzungen kann die Weiterbildung durch das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) gestützt werden. Danach kann es Unterstützung für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wie auch Zuschüsse für den Lebensunterhalt geben. Ggf. kommt auch ein Stipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) in Frage.

 

Anbieter der Umschulung

Die Weiterbildung wird an privaten Schulen und Akademien angeboten. Alternativ gibt es die Umschulung auch an Bildungseinrichtungen der Industrie- und Handelskammern. Möglich ist auch eine Weiterbildung direkt beim Pharmaunternehmen. Desweiteren gibt es ein breites Angebot an Fernlehrgängen, die zum Abschluss PharmareferentIn führen.

 

Alternative Umschulungen als Fernstudium

Mögliche Alternativen zur Weiterbildung in Form eines Fernstudiums bieten die Studiengänge Pharmazie, Pharma Management oder Pharmazietechnik. Diese Studien sind thematisch besonders nah. Etwas weitergefasst kommt auch ein Studium im Bereich der Chemie, Biologie oder Medizin.



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