Umschulung zum Pharmazeutisch-Technischen Assistenten/ zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin

Der häufigste Arbeitsort der PTA ist die Apotheke. © Dan Race - Fotolia.com

Der häufigste Arbeitsort der PTA ist die Apotheke.
© Dan Race – Fotolia.com

Das Berufsbild

Wer in seinem bisherigen Beruf nicht zufrieden ist oder sich aus anderen Gründen umorientieren muss, strebt in der Regel einen erfüllenden Beruf mit guten Zukunftsaussichten an. Eine Umschulung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) könnte da eine gute Wahl sein, denn das Gesundheitswesen bietet viele spannende Betätigungsfelder für diese Fachkräfte. PTAs arbeiten in Apotheken bzw. Krankenhausapotheken, in der Industrie (insbesondere in der Pharmabranche), an einer Hochschule, in einem medizinischen Labor oder auch in der Verwaltung eines Gesundheitsunternehmens oder einer öffentlichen Gesundheitseinrichtung.

Sie kennen sich mit Arzneimitteln aus und wissen, wie diese hergestellt und vertrieben werden. Darüber hinaus haben sie umfassende Kenntnisse rund um die Aufbewahrung von Medikamenten und können auch einiges über deren Anwendung berichten. Der Arbeitsalltag kann je nach Arbeitgeber von ganz unterschiedlichen Tätigkeiten geprägt sein. In der klassischen Apothekentätigkeit gibt es beispielsweise häufig einen intensiven Kontakt zu Patienten bzw. Kunden. Diese müssen informiert und beraten werden – selbstverständlich unter der Kontrolle eines Apothekers, dem die Aufsicht bzw. Führung der Apotheke obliegt.

Als Angestellte von Krankenkassen oder Verwaltungsbehörden können PTAs auch Sachbearbeitertätigkeiten übernehmen, die ein hohes Maß an fachlicher Kenntnis verlangen. Wer möchte, kann an die eigene PTA-Ausbildung aber beispielsweise auch in den lehrenden Bereich wechseln und später selbst angehende Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) schulen. Die Weiterbildung bzw. Qualifizierung macht als für Personen mit ganz unterschiedlichen praktischen Vorlieben Sinn.

 

Zukunftsaussichten

Die Gesundheitsbranche ist einer der Boombereiche unserer Zeit. Welche konkreten Berufsaussichten es speziell nach einer Umschulung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) gibt, kann zwar nicht mit Sicherheit angegeben werden. Jedoch liegt der Schluss nahe, dass es auch künftig zahlreiche Betätigungsfelder für diese Berufsgruppe geben wird. Wer möchte, kann sich nach der regulären Ausbildungszeit noch weiter qualifizieren. So kann man beispielsweise einen der vielen bundesweit anerkannten IHK-Abschlüsse anstreben, z.B. in den Bereichen Dermopharmazie, Ernährung, Krankenhaus, Offizin oder Industrie. Darüber hinaus kann man auch Biotechniker oder Industriemeister für Pharmazie oder Chemie werden oder ein komplettes Medizin-, Chemie- oder Pharmaziestudium anschließen, nachdem man die PTA-Ausbildung abgeschlossen hat. Es gilt die Faustregel: Wer Talent und Ehrgeiz zeigt und viel für die eigene Karriere tut, hat gute Chancen, eine erfolgreiche Berufslaufbahn als Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA) zu beschreiten.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Wer eine Umschulung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) anstrebt, sollte sich dessen bewusst sein, dass es sich hier nicht um einen einfachen Lehrgang oder um einen Abendkurs handelt. Es ist vielmehr ein anerkannter Ausbildungsberuf, der eine zweieinhalbjährige Ausbildung erfordert. Diese wird in aller Regel in Form einer Dualen Berufsausbildung (eine Kombination aus Berufsschule und Ausbildung im Betrieb) absolviert. Die Kenntnisse, die in diesem Rahmen vermittelt werden, entsprechen den späteren Anforderungen, die im Berufsleben an Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) gestellt werden. Basiswissen aus den naturwissenschaftlichen Fächern Galenik, Botanik, pharmazeutische Chemie, Drogenkunde und Pharmakologie und Toxikologie gehören dazu. Darüber hinaus geht es auch um das Erlernen bestimmter Untersuchungsverfahren – beispielsweise um die Diagnostik anhand eines Blutbildes. Einen wichtigen Teil der Ausbildung stellt aber auch die praktische Tätigkeit in einer Apotheke dar. Darüber hinaus ist eine Erste-Hilfe-Ausbildung zu absolvieren.

 

Zielgruppe der Umschulung

Es gibt verschiedene Gründe, um eine Umschulung anzustreben. So können manche Menschen aus gesundheitlichen Gründen – zum Beispiel wegen einer Allergie oder einer fehlenden Belastbarkeit – den bisherigen Beruf nicht mehr ausüben. Wer z.B. als Pflegekraft bei einem ambulanten Pflegedienst arbeitet und das Heben von bettlägerigen Patienten nicht mehr schafft, wird sich sicherlich nach einer Alternative innerhalb des Gesundheitswesens umsehen. Da es sich allerdings bei dem Beruf des Pharmazeutisch-technischen Assistenten um einen komplexen Beruf mit mehrjähriger Ausbildung handelt, sollte man sich einen solchen Schritt gut überlegen und gegen anderen Berufsbilder abwägen. Ist die Entscheidung gefallen und die Neigung zu den Naturwissenschaften ist ebenso gegeben wie der Wunsch, mit Menschen zu arbeiten, stehen nur noch die Wahl der Ausbildungsstätte und ggf. die Suche nach einer möglichen Förderung an.

 

Fördermaßnahmen

Viele Menschen, die eine Umschulung anstreben, wünschen sich eine Förderung durch die Agentur für Arbeit bzw. durch ein Jobcenter oder durch eine andere Einrichtung. Ob eine solche Unterstützung infrage kommt, kann in der Regel nur im Einzelfall entschieden werden. Sofern man sich für die Ausbildung an einer staatlichen Schule für PTA entscheidet, muss dafür nicht bezahlt werden. Die Ausbildung an privaten Schulen ist dagegen nicht kostenlos. Ein weiterer positiver Aspekt ist die Bezahlung, mit der man während des vorgeschriebenen halbjährigen Praktikums rechnen muss. Wer dennoch Unterstützung benötigt – zum Beispiel bei der Finanzierung der Kinderbetreuung während der PTA-Ausbildung oder für die Sicherstellung der Miete – kann sich bei der Agentur für Arbeit nach individuellen Möglichkeiten erkundigen.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Da es sich bei der Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) um eine staatlich geregelte Ausbildung handelt, bei der unter anderem die Ausbildungsinhalte, die Ausbildungsdauer und auch die Details zu Präsenzzeiten geregelt sind, gibt es keine Fernstudienmöglichkeit für angehende PTAs.

Auch wer Pharmazie studieren möchte, hat bei der Suche nach einem reinen Fernstudium leider kein Glück. Einen Studiengang mit starkem Pharma-Bezug bietet allerdings die Deutsche Universität für Weiterbildung in Berlin an. Unter dem Namen Drug Research and Management gibt es einen Masterstudiengang, den man mit dem Titel Master of Drug Research and Management abschließen kann (M.Sc.). Die Regelstudienzeit beträgt 24 Monate. Spätere Tätigkeitsfelder sind in der Erforschung und der Entwicklung von Arzneimitteln und Arzneistoffen angesiedelt.
An der Apollon-Hochschule der Gesundheitswirtschaft – University of Applied Sciences – gibt es ebenfalls diverse Studiengänge für Interessenten der Gesundheitsbranche. Wer hier einen Master absolvieren möchte, kann sich zwischen den Studiengängen Gesundheitsökonomie, Health Management und Health Economics entscheiden. Die Bachelorstudiengänge heißen Gesundheitsökonomie, Pflegemanagement, Gesundheitstourismus, Präventionsmanagement und Gesundheitstechnologie.