Umschulung zum Physiotherapeuten/zur Physiotherapeutin

Sorgen Sie für Wohlbefinden! © fotoexodo – Fotolia.com

Das Berufsbild

Physiotherapeuten/ Physiotherapeutinnen helfen Patienten bei der Aufrechterhaltung, der Wiederherstellung oder der Verbesserung der Körperbeweglichkeit und anderer Körperfunktionen. Physiotherapie schließt z. B. ein Koordinations- und Muskeltraining insbesondere für Personen ein, die unfall-, krankheits- oder altersbedingt physisch eingeschränkt sind.

Physiotherapeuten erstellen individuelle Therapiepläne, die sie mit Patienten in Einzel- oder Gruppenbehandlungen umsetzen. Zu den möglichen Maßnahmen gehören beispielsweise Geräteübungen, Atemtherapien, Elektro-, Wasser- und Wärmetherapien sowie Massagen. Physiotherapeuten beraten ihre Patienten über die Wirkungsweise von Behandlungsmaßnahmen und über geeignete Hilfsmittel, motivieren sie zu eigenen Aktivitäten und zu Ausdauer und zeigen ihnen den Weg zur selbständigen Durchführung krankengymnastischer Übungen.

Physiotherapeuten arbeiten in Rehabilitations- und Vorsorgekliniken sowie in Krankenhäusern, in physiotherapeutischen und Facharztpraxen, in Altenheimen, Rehabilitationszentren sowie in Pflege- und Eingliederungseinrichtungen für behinderte Menschen, aber auch in Hotels und auf Kreuzfahrtschiffen, die über eigene Gesundheits- und Wellnessbereiche verfügen.

 

Zukunftsaussichten

Physiotherapeuten/Physiotherapeutinnen haben gute Zukunftsaussichten. Das wachsende Durchschnittsalter der Bevölkerung führt zu steigendem Bedarf nach physiotherapeutischen Leistungen. Mit zunehmender Spezialisierung der Physiotherapeuten wird es zudem zu einer Verringerung des Wettbewerbsdrucks kommen. Die wachsende Bereitschaft vieler Menschen, einen Eigenbeitrag zur Gesundheitsvorsorge zu leisten, macht Physiotherapeuten weniger abhängig von sonstigen Kostenträgern im Gesundheitswesen. Es wird von einem jährlichen Bedarfszuwachs in der Physiotherapie von etwa 5 % gerechnet.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Umschulungen/Ausbildungen zum/zur Physiotherapeuten/Physiotherapeutin an medizinischen Berufsfachschule dauern bundesweit einheitlich 3 Jahre. In Ausbildungsgängen, die gleichzeitig eine Qualifikation als Gymnastiklehrer/in vermitteln, liegt die Ausbildungsdauer bei 3 ½ bis 4 ½ Jahren. Außerdem besteht die Möglichkeit eines Bachelor-Studiums zum Physiotherapeuten. Für ausgebildete Masseure/Masseurinnen oder medizinische Bademeister/innen existieren Umschulungslehrgänge mit 1 ½-jähriger (Vollzeit) bzw. 2-jähriger Dauer (Teilzeit).

Die schulische Ausbildung zum Physiotherapeuten findet in der Berufsfachschule und in einem Krankenhaus statt. In der Berufsfachschule erwerben die Schüler Kenntnisse über den Aufbau und die Funktionsweise des menschlichen Bewegungsapparates (z. B. Muskeln, Gelenke, Skelett, Wirbelsäule, Schultergürtel, Arme, Becken und Beine), krankengymnastische Behandlungstechniken sowie deren Wirkung und Anwendung, die Erhebung, Bewertung und Dokumentation von Befunden, die Erstellung von Therapieplänen und ihre Umsetzung in geeignete Behandlungsformen, über Techniken, Wirkungen und Anwendungsfälle der Massagetherapie, Grundlagen und Anwendungen krankengymnastischer Therapien im Wasser und im Schlingengerät, die Vermittlung von Techniken der Atemtherapie, den Aufbau von Blut und Blutkreislauf und von Nerven- und Lymphsystem sowie die Funktionsweise des Zentralnervensystems.

 

Spannende Umschulungsinhalte

Außerdem wird Wissen vermittelt über die Entstehung, den Verlauf und die Diagnose von Krankheiten (z. B. die Arten der Krankheitserreger, die Ursachen von Wirbelsäulenerkrankungen, Knieverletzungen und Fußfehlhaltungen, die Formen von Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Nieren und Stoffwechselerkrankungen und die physiotherapeutischen Untersuchungsmethoden), die Analyse und Bewertung von Körperstellungen und Ausgangspositionen, die Wechselwirkungen zwischen Persönlichkeit und Bewegung, die bei der Arbeit mit kranken und behinderten Menschen zu beachtenden soziologischen, pädagogischen und psychologischen Aspekte, die Vorgehensweise bei der Anleitung zu Mobilitäts-, Entspannungs- und Entlastungsübungen, die Entwicklung von Selbstübungsprogrammen und die in der Physiotherapie notwendigen hygienischen Maßnahmen.

Während der Ausbildungsstationen im Krankenhaus erlernt der/die angehende Physiotherapeut/in die praktische Umsetzung physiotherapeutischer Diagnose- und Untersuchungstechniken sowie krankengymnastischer Behandlungs- und Massagetechniken (in chirurgischen, orthopädischen, neurologischen, pädiatrischen, psychiatrischen und gynäkologischen Abteilungen).

 

Zielgruppe der Umschulung

Physiotherapeuten/Physiotherapeutinnen müssen ein hohes Maß an Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen besitzen und sich für Sport, Biologie und den menschlichen Bewegungsapparat interessieren. Die Berufsausübung setzt körperliche Fitness voraus. Als Ausbildungsvoraussetzung wird üblicherweise die Mittlere Reife (teilweise mit mehrjähriger Berufserfahrung) verlangt, doch können auch Umschüler mit einem Hauptabschluss zur Ausbildung zugelassen werden.

 

Fördermaßnahmen

Mit einem „Bildungsgutschein“ der Arbeitsagentur kann die Ausbildung zum Physiotherapeuten finanziell gefördert werden, wenn die Umschulung der Abwendung einer bestehenden oder drohenden Arbeitslosigkeit geeignet ist. Bis zum Alter von 30 Jahren besteht bei Umschulung zum Physiotherapeuten auch die Möglichkeit einer Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAFöG). Ab dem 31. Lebensjahr kann ein sogenannter Bildungskredit beantragt werden.

 

Anbieter der Umschulung

Zu den Anbietern einer Umschulung zum/zur Physiotherapeuten/Physiotherapeutin gehören z. B. die DPFA Schulen in Zwickau, das Grone Lübeck – Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe in Lübeck, die bundesweit über zahlreiche Standorte verfügende DAA Deutsche Angestellten-Akademie GmbH, Hamburg, das Bildungszentrum für Soziales, Gesundheit und Wirtschaft Reichenbach, Dresden und die Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe, Itzehoe.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

In benachbarten Berufsfeldern stehen Umschulungen in Form von Fernstudienangebote zum/zur Ergotherapeut/in, Masseur/in, Sportlehrer/in, Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Heilpraktiker, Wellnessberater/in und Fitnessfachwirt/in zur Verfügung.

Share