Umschulung zum Rettungsassistenten/ zur Rettungsassistentin

Rettungsassistenten müssen über eine hohe Stressresistenz verfügen. © william87 - Fotolia.com

Rettungsassistenten müssen über eine hohe Stressresistenz verfügen.
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Das Berufsbild

Rettungsassistenten und Rettungsassistentinnen begeben sich nach der Meldung eines Notfalls zum entsprechenden Ort und leisten verletzten, kranken und anderen hilfebedürftigen Menschen Erste Hilfe, führen lebensrettende und ähnliche Maßnahmen durch, bis der Notarzt bzw. die Notärztin eintrifft. Nach dessen bzw. deren Eintreffen assistieren sie bei Untersuchungen und Behandlungen. Ferner transportieren sie die Patienten in einem Krankenwagen zu einem Ort, an dem die Patienten weiter behandelt werden – meistens ins Krankenhaus. Während des Transportes werden die Patienten versorgt, beispielsweise in Form einer manuellen Beatmung, und beobachtet, ob die lebenswichtigen Körperfunktionen fortbestehen.

Im Krankenhaus (oder ggf. an anderen Orten) übergeben sie die Patienten den Krankenschwestern, Krankenpflegern, Ärzten und Ärztinnen. Nach dem Abschluss eines Rettungseinsatzes wird der Krankenwagen erneut einsatzfähig gemacht, indem er gesäubert und desinfiziert wird. Weiterhin erstatten die Rettungskräfte Berichte und erstellen Transportnachweise für die Krankenkassenabrechnung.



Für das Erreichen eines Notfallortes ist bei schweren Fällen die Verwendung von Blaulicht und Sirene erforderlich. In diesem Zustand darf der Krankenwagen die meisten Verkehrsregeln brechen und andere Fahrzeuge müssen ihm ausweichen. Dieser Vorgang erfordert eine hohe Konzentration und ein großes Maß an Fahrgeschick.

  • Die Arbeitszeiten sind sehr unregelmäßig, denn Notfälle ereignen sich unregelmäßig. Oftmals ist der Einsatz im Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst angesiedelt, wobei sich die Rettungskräfte innerhalb der Bereitschaftszeiten schnell zur Verfügung stellen müssen.
  • Der Arbeitsort ist variabel, d. h. es handelt sich immer wieder um einen anderen Ort, an dem sich ein Notfall ereignet. Außerhalb der Rettungsdienste halten sich Rettungskräfte in einer Rettungswache oder in einem Krankenhaus auf.
  • Rettungsassistenten und Rettungsassistentinnen können auch im Innendienst beschäftigt sein. Dort nehmen sie Notrufe entgegen und planen die Einsätze. In diesem Fall herrscht zumeist Schichtdienst und der Arbeitsort ist die Rettungswache.

 

Zukunftsaussichten

Besonders in der heutigen Zeit, in der das gesellschaftliche Leben in den Industrienationen ein hohes Tempo angenommen hat, können sich schnell Unfälle ereignen. Dies ist ein Fakt, der sich insbesondere auf die sich steigernde Modernisierung im Hinblick auf die technischen Gegebenheiten bezieht. Demnach steigt die Geschwindigkeit der Kraftfahrzeuge und damit auch das Unfallrisiko. Begleitet von anderen technischen Errungenschaften wie Handys, die trotz der erhobenen Verbote während der Fahrt vom Geschehen ablenken, steigert sich die Menge an Defiziten im Hinblick auf die Aufmerksamkeit, wodurch ein Unfallrisiko begünstigt wird. Ein weiterer Punkt ist das immer höher werdende Alter der Menschen. Ihre Körper müssen mehr Jahre aushalten als es früher der Fall war. Dies führt zu einer Erhöhung an Krankheiten, die u. a. Symptome zeigen, welche zu einem Notfall führen können. Es ist also deutlich sichtbar, dass die Notfallrate in der Gesellschaft zunimmt. Rettungsassistenten und Rettungsassistentinnen werden damit dringend gebraucht und werden überall gesucht. Eine Weiterbeschäftigung ist meistenteils gegeben.

Rettungskräfte müssen ihr Fachwissen auch nach einer Umschulung stets aktualisieren. Auch sind Weiterbildungen zum Lehrrettungsassistenten bzw. zur Lehrrettungsassistentin möglich, um beruflich aufzusteigen.

Inhalte und Dauer der Umschulung

Bei der Umschulung kann eine einjährige schulische Ausbildung mit einem zusätzlichen praktischen Jahr in Betracht gezogen werden, womit die Gesamtdauer zwei Jahre beträgt. Sie kann um ein weiteres Jahr verlängert werden, wenn der Erwerb einer Zusatzqualifikation angestrebt wird. Ausgebildete Krankenpfleger und Krankenschwestern sowie Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Sanitätsbereich können die Umschulung verkürzen.

Der schulische Teil bezieht sich auf theoretische Inhalte über den menschlichen Körper und auf simulierte Rettungsübungen. So müssen die Umschüler/-innen den Aufbau und die Funktionen des menschlichen Körpers kennen lernen, Kenntnisse über die Beurteilung von Verletzungen und Erkrankungen erwerben sowie lernen, welche Medikamente es gibt und für welche Situationen oder Krankheiten sie eingesetzt werden. Bei praktischen Übungen lernen sie, wie Notfallpatienten befördert werden, wie deren lebenswichtige Körperfunktionen während eines Transportes aufrecht erhalten werden, welche Maßnahmen für die Durchführung der Ersten Hilfe ergriffen werden müssen, wie verletzte oder kranke Menschen betreut werden und wie ein Krankenwagen gesäubert und desinfiziert wird. Darüber hinaus werden ihnen Kenntnisse über die Gefahren an den Einsatzstellen und darüber, wie man diese absichert, vermittelt. Sie lernen zudem, was bei schweren Unfällen, Bränden oder Katastrophen zu tun ist.
Im praktischen Jahr assistieren die Umschüler bzw. Umschülerinnen den ausgebildeten Rettungsassistenten und Rettungsassistentinnen bei ihren Einsätzen.

Zielgruppe der Umschulung

Als schulische Zugangsvoraussetzung für eine Umschulung zum Rettungsassistenten bzw. zur Rettungsassistentin ist mindestens ein Hauptschulabschluss vorgeschrieben. Das Mindestalter beläuft sich auf 18 Jahre. Auch wird ein ärztliches Attest für die Eignung zur Ausübung des Berufes verlangt. Ferner ist der Besitz oder Erwerb von Führerscheinen der Klassen B und C1 notwendig, um die Fahrzeuge für den Krankentransport führen zu können.

  • Eine Umschulung zum Rettungsassistenten bzw. zur Rettungsassistentin ist besonders für Personen geeignet, die bereits eine Ausbildung im medizinisch-pflegerischen Bereich absolviert haben, beispielsweise als Krankenpfleger oder Krankenschwester.
  • Bereichsfremde Personen sollten ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein in sich tragen, praktisch veranlagt sein und eine Affinität für die Hilfe und das Behandeln von Menschen besitzen. Sie sollten gute Kraftfahrzeugführer sein und ein hohes Engagement haben sowie körperlich belastbar sein. Weiterhin sollten sie den Anblick von Blut, Innereien und Wunden ertragen können.

 

Fördermaßnahmen

Der schulische Teil der Ausbildung wird nicht vergütet und trägt die Zahlung von Lehrgangsgebühren mit sich. Im praktischen Jahr wird ein monatliches Praktikumsentgelt von ca. 1.300 € gezahlt.
Für die Dauer des schulischen Ausbildungsteils können die Umschüler/-innen BAföG beantragen, insofern sie eine eigene Wohnung haben und nicht in einer Ehe oder eheähnlichen Gemeinschaft leben, in der der Partner bzw. die Partnerin über ein festgelegt liegendes Höchsteinkommen erhält.

Anbieter der Umschulung

Der theoretische Teil wird an Schulen, Rettungswachen und in Krankenhäusern vorgenommen, und zwar im Klassenverband. Dabei können die Kenntnisse auf Pflege-, Wach- und Intensivstationen erworben werden. Der praktische Teil wiederum findet hauptsächlich an den Notfallorten oder in der Rettungswache statt. Anbieter sind damit die Rettungswachen und Krankenhäuser.

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Die Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) bietet alternativ einen Fernlehrgang zum Pflegediensthelfer bzw. zur Schwesternhelferin an.