Umschulung zum Floristen / zur Floristin

Floristik schenkt Glücksmomente. © marog-pixcells - Fotolia.com

Floristik schenkt Glücksmomente.
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Das Berufsbild

Floristen bzw. Floristinnen verkaufen Zierpflanzen und stellen selbst dekorative Zusammensetzungen aus Zierpflanzen her. Dabei bringen sie eigene Ideen ein oder gehen den Wünschen der Kunden nach. Dekorative Zusammensetzungen sind z. B. zusammengebundene Blumen, Brautschmuck und Kränze. Sie gestalten für die Feiertage passende Dekorationen, z. B. Weihnachtsgestecke und Ostersträuße. Auch dekorieren Floristen und Floristinnen Schaufenster und Räumlichkeiten. Sie sind für die Versorgung und Pflege der Pflanzen im Blumenladen zuständig. Dort werden die Zierpflanzen verkauft, wobei die Floristen und Floristinnen ihre Kunden im Hinblick auf die Pflege und Haltung der Pflanzen beraten.

Überdies beschäftigen sie sich mit vielen kaufmännischen Tätigkeiten, wie dem Einkauf neuer Waren, der Einholung von Angeboten, dem Vergleichen von Preisen, der Berechnung von Verkaufspreisen und der Bedienung der Kasse. Durch die groß gewordene Bedeutung der Bestellung über das Internet auf Onlineshops kommt in der heutigen Zeit neben dem Tagesgeschäft die Auslieferung von Zierpflanzen an Kunden hinzu.
Der Arbeitsort ist überwiegend der Blumenladen und die Arbeitszeit beträgt in der Regel acht Stunden am Tag, wobei sich diese Zeitspanne innerhalb der hiesigen Ladenöffnungszeiten erstreckt.

 

Zukunftsaussichten

Der Bedarf an Dekorationen ist besonders an wichtigen Feiertagen und bestimmten Anlässen sehr groß, aber auch im Allgemeinen finden Menschen einen großen Gefallen an Zierpflanzen, sei es für den privaten Bedarf, um die eigenen Räumlichkeiten zu schmücken, oder für die Schaffung einer angenehmen Atmosphäre in Geschäftsräumen – die Nachfrage ist hoch. Daher ist die Umschulung zum Floristen bzw. zur Floristin sehr lohnend.
Nach der Umschulung kann die Möglichkeit der Selbstständigkeit ins Auge gefasst werden.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die Umschulung erfolgt in der Regel in Form einer betrieblichen Ausbildung, wobei die Umschüler/-innen gemäß nach dem dualen Ausbildungssystem den praktischen Teil in einem Blumenladen und den theoretischen Teil in einer Berufsschule absolvieren.

Im Blumenladen lernen sie die unterschiedlichen Zierpflanzenarten kennen, wie diese versorgt und gepflegt werden, wie Sträuße gebunden und Gestecke angefertigt werden, wie Kränze hergestellt werden, was bei der Braut- und Trauerfloristik zu beachten ist und wie die Arbeitsinstrumente (z. B. Zangen, Messer und Scheren) gehandhabt werden. Weiterhin wird ihnen gezeigt, mit welchen Methoden das Dekorieren erfolgt und welche Dekorationen zu welchen Räumlichkeiten und Anlässen passen. Auch organisatorische und kaufmännische Kenntnisse werden ihnen vermittelt, so z. B. die Erstellung von Bedarfsermittlungen, das Einholen von Angeboten und die Kalkulation von Preisen nach dem Schema der Kosten- und Leistungsrechnung. Ferner lernen sie, wie Kunden richtig beraten werden und wie Werbemaßnahmen und Sonderaktionen durchgeführt werden.

In der Berufsschule werden Kenntnisse über die Pflanzen und deren Behandlung, über die Verwendung von Werkstoffen und über den Einkauf und die Vermarktung vermittelt.
Die Dauer der Umschulung ist auf drei Jahre angesetzt. Sie kann unter bestimmten Bedingungen verkürzt werden, wenn eine ähnliche Ausbildung zuvor abgeschlossen wurde, insbesondere aber beim erfolgreichen Abschließen der betrieblichen Einstiegsqualifizierung (EQ).

 

Zielgruppe der Umschulung

Die schulischen Zugangsvoraussetzungen sehen keinen geregelten Schulabschluss vor. Eine Umschulung ist besonders für gelernte Gärtner und Gärtnerinnen in den Bereichen Friedhofsgärtnerei, Zierpflanzenbau und Staudengärtnerei geeignet.

Personen, die keinen Ausbildungshintergrund im Gartenbau haben und eine Umschulung zum Floristen bzw. zur Floristin anstreben, sollten einen Bezug zur Arbeit mit Zierpflanzen sowie ein großes Maß an Kreativität mitbringen. Sie sollten ferner eine Affinität für das Dekorieren und Freude beim Umgang mit Kunden haben. Auch sollte ein gewisses Maß an organisatorischem Talent wie auch kaufmännisches Interesse vorhanden sein.

 

Fördermaßnahmen

In einer betrieblichen Ausbildung wird eine monatliche Ausbildungsvergütung gezahlt. Bei einer Umschulung zum Floristen bzw. zur Floristin handelt es sich im ersten Jahr um eine Vergütung in Höhe von ca. 230 € bis 500 €, im zweiten von ca. 330 € bis 560 € und im dritten von ca. 370 € bis 620 €.

Zur Ausbildungsvergütung kann zusätzlich eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragt werden. Diese kann besonders dann gewährt werden, wenn der Umschüler bzw. die Umschülerin nicht mehr bei den Eltern wohnhaft ist und sich nicht in einer Ehe oder eheähnlichen Gemeinschaft befindet, in der der Partner bzw. die Partnerin mit dem Einkommen eine Höchstgrenze überschreitet.

 

Anbieter der Umschulung

Die hauptsächlichen Anbieter einer Umschulung zum Floristen bzw. zur Floristin sind die Blumenläden. Aber auch Zierpflanzengärtnereien bieten eine solche Umschulung an. In der Berufsschule werden die theoretischen Lerninhalte übermittelt.

 

Einige Anbieter der Umschulung zum Floristen/ zur Floristin

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Die Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) und das Institut für Lernsysteme (ILS) bieten alternativ einen Fernlehrgang im Bereich der Gartengestaltung an.

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