Umschulung zum/zur Friedhofsgärtner/in

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Sie mögen die Atmosphäre auf Friedhöfen? Dann ist das vielleicht der richtige Beruf für Sie.

Eine besondere Form des Berufs Gärtner ist die Fachrichtung zum Friedhofsgärtner. Angestellt sind diese Fachkräfte in der Regel in Friedhofsgärtnereien und -verwaltungen und sind dabei für das Anlegen, die Pflege und die Bepflanzung von Grabanlagen zuständig. Zu diesen grob zusammengefassten Tätigkeiten gehört aber viel mehr als sich nur um die Gräber selbst zu kümmern, auch beinhaltet die Tätigkeit die kompletten Arbeiten rund um die Grünanlagen auf dem gesamten Friedhof.

Zur Umsetzung des gartenbautechnischen Konzepts nutzen Friedhofsgärtner auch eigene Pflanzen, welche sie in Gewächshäuser kultivieren und züchten. In enger Abstimmung mit den Angehörigen pflegen die Friedhofsgärtner die Gräber der Verstorbenen nach den Wünschen der Angehörigen, wobei sie aber auch die spezifischen Randbedingungen berücksichtigen müssen. Ein sehr schattiger Grabplatz kann beispielsweise nicht gleich bepflanzt werden wie ein sehr sonniger Grabplatz. Darüber hinaus arbeiten Friedhofsgärtner auch in der zugehörigen Gärtnerei für den Verkauf von Kränzen und Gestecken, welche die Angehörigen bei der Beerdigung nutzen können.

 

Die Zukunftsaussichten

Der Beruf des Friedhofsgärtner ist ziemlich krisensicher, denn die stilvolle Verabschiedung eines Verstorbenen wird als Teil der europäischen Kultur auch in Zukunft so gehandhabt werden. Auch wenn sich mittlerweile immer mehr Menschen auch außergewöhnlichere Beerdigungen und Bestattungen wünschen, wünscht sich ein Großteil der Bevölkerung eine klassische Beerdigung auf dem Friedhof mit entsprechendem Grab und dazugehöriger Grabpflege.

Es hilft auch vielen Angehörigen, wenn sie in den ersten Jahren nach dem Tod noch einen Ort haben, an dem sie sich aktiv an den Verstorbenen erinnern können. Das dieser Ort auch schön gepflegt sein soll, ist vielen Angehörigen ein hohes Gut und wird auch in Zukunft nachgefragt werden.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Eine Umschulung zum/zur Friedhofsgärtner/in erfolgt in der Regel innerhalb von 24 Monaten, die Ausbildung erfolgt in Vollzeit und beinhaltet auch eine praktische Phase, beispielsweise im Rahmen eines Praktikums in einem Unternehmen. Die Dauer des Praktikums kann von drei bis 12 Monate variieren, je nach Anbieter der Umschulung.
Während der Umschulung wird den angehenden Friedhofsgärtner sowohl allgemeine Inhalte des Gärtnerberufs vermittelt, als auch spezielle Inhalte der Friedhofsgärtnerei. Zu den allgemeinen Themen gehören beispielsweise die Floristik und Gewächshaustechnik sowie die Bedienung der einzusetzenden Geräte und Maschinen. Auch die Anzucht von Pflanzen und die dazugehörigen Pflegearbeiten werden während der Umschulung behandelt.

Im speziellen Teil zur Friedhofsgärtnerei wird beispielsweise die Grabgestaltung behandelt und innerhalb der Floristik speziell behandelt, welche Blumen sich bei gewissen Randbedingungen am besten eignen. In der Regel erfolgt die Behandlung dieser Themengebiete nicht nur theoretisch sondern auch schon während der schulischen Ausbildung praktisch. Spätestens im Praktikum werden die Inhalte aber auch praktisch abgefragt.

 

Zielgruppe dieser Umschulung

Prinzipiell ist die Zielgruppe für diese Umschulung alle Menschen, welche Freude im Umgang mit Pflanzen haben und über handwerkliches Geschick verfügen und körperlich belastbar sind. Die Anbieter der Umschulungen verlangen keinerlei fachliche Vorkenntnisse, in der Regel ist nur ein Hauptschulabschluss wünschenswert. Wesentlich ausschlaggebender für die Zulassung ist letzten Endes die Eignungsfeststellung des Anbieters selber. Diese findet in einem Gespräch mit der Fachabteilung statt und kann auch eine medizinische Eignungsfeststellung beinhalten.

 

Förderung durch das Jobcenter und sonstige Förderungen

Nicht nur die Umschulung zum Friedhofsgärtner kann Kosten verursachen, auch müssen die Umschüler während der Ausbildung auch Geld für den Lebensunterhalt bekommen. Wer vorher arbeitslos war, der kann in der Regel eine Förderung von der Bundesagentur für Arbeit in Form des Bildungsgutscheins erwarten, gleichzeitig wird auch die Grundsicherungsleistung in Form des Arbeitslosengelds II zur Lebensführung gezahlt.

Beinhaltet die Ausbildung auch einen längeren Praxisteil, dann kann eventuell auch eine Entlohnung durch den Praktikumsbetrieb stattfinden. Dies ist aber sehr individuell und sollte im Vorfeld zur Finanzierung der Umschulung beim Anbieter geklärt werden.



 

Anbieter der Umschulung

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Eine Alternative zur Umschulung zum Friedhofsgärtner kann ein Fernstudium in die Fachrichtung Landschaftsarchitektur oder Landwirtschaft und Agrarmanagement sein. Ein entsprechendes Fernstudium bietet die Hochschule Anhalt in Köthen am Standort in Bernburg an. An diesem Studium mit dem Abschluss Bachelor of Science (B.Sc.) können neben Menschen mit Abitur und Fachhochschulreife auch Meister und Personen mit gleichwertigen Vorbildungen in Kombination mit dreijähriger Berufserfahrung teilnehmen.

Der Studiengang ist ansonsten zulassungsfrei und hat eine Dauer von 7 Semestern, der Start ist jeweils im Wintersemester. Die Studienschwerpunkte liegen zum einen bei der Agrarwirtschaft und Agrarmarktlehre, anderseits auch bei der Unternehmensführung sowie bei der speziellen Tier- und Pflanzenproduktion. Das komplette Fernstudium erfolgt in deutscher Sprache.