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Umschulung im Gartenbau

 

Einen Rollrasen zu verlegen gehört zu den täglichen Tätigkeiten im Gartenbau.
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Das Berufsbild

Die Tätigkeiten im Gartenbau konzentrieren sich im Wesentlichen auf die Gestaltung der Umwelt nach Plänen. Die Pläne kommen in der Regel von Landschaftsarchitekten und -architektinnen. Die Planungen müssen dann in die Realität umgesetzt werden und somit Außenanlagen gepflegt, bepflanzt und gebaut werden sowie Grünanlagen aller Art gestaltet werden.
Die Tätigkeit im Gartenbau wird in der Regel von Fachbetrieben des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus nachgefragt. Auch in städtischen Gärtnereien sowie in zoologischen Gärten sind die Fertigkeiten des Gartenbaus verlangt.

 

Zukunftsaussichten

Die Zukunftsaussichten im Bereich Gartenbau sind moderat. Die Pflege bestehender Anlagen wird auch in Zukunft erfolgen und bietet Unternehmen in diesem Bereich Absatzmärkte. Größere Fluktuationen in den positiven oder negativen Bereich sind im Gartenbau nicht zu erwarten. Tendenziell werden mit einer guten wirtschaftlichen Lage auch mehr neue Anlagen in Auftrag gegeben, entsprechend können Unternehmen und Angestellte in diesem Bereich davon profitieren.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die Dauer der Umschulung richtet sich nach der Art der Umschulung. Die Umschulung kann im Rahmen einer rein schulischen Ausbildung innerhalb von 24 Monaten erfolgen. In dieser Zeit muss ein dreimonatiges Praktikum absolviert werden sowie der Besuch von mehreren überbetrieblichen Praktika mit der Dauer von jeweils einer Woche nachgewiesen werden. Die Umschulung im Rahmen einer dualen Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und wird zum Teil im Ausbildungsbetrieb und zum Teil in der Berufsschule absolviert.
Während der Umschulung lernt der zukünftige Gartenbauer die Pflanzen sowie ihre Verwendung kennen und lernt die Böden, Erden und Substrate kennen. Die zu nutzenden Maschinen, Geräte und Betriebseinrichtungen werden gelehrt sowie die Organisation und Kontrolle von Bauleistungen und Arbeitsabläufen. Im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung werden zusätzlich die betrieblichen Abläufe und wirtschaftliche Zusammenhänge gelehrt. Zudem gibt es eine Unterweisung in Natur- und Umweltschutz und wie umweltbewusste Pflege- und Baumaßnahmen erfolgen können. Teilweise wird während der Umschulung im Gartenbau auch das Herstellen von befestigten Flächen und von Bauwerken in Außenanlagen gelehrt, teilweise auch das Vorbereiten, Einrichten und Abwickeln von Baustellen.

 

Zielgruppe der Umschulung

Grundsätzlich ist die Zielgruppe für die Umschulung im Gartenbau die Art von Menschen, die gerne an der frischen Luft arbeiten und gestalterisch und handwerklich tätig sein wollen. Eine handwerkliche Ausbildung insbesondere im Bauwesen kann dabei von Vorteil sein. Grundlegend sollte der Mensch im Gartenbau robust und auch recht kräftig sein, da die handwerklichen Arbeiten mitunter körperlich anstrengend sind.
Die Interessenten für den Gartenbau sollten über ein Grundwissen und über ein gesteigertes Interesse an Biologie und Chemie verfügen. Dies ist überaus hilfreich zur richtigen Zusammenstellung von Pflanzen und bei der Auswahl der richtigen Düngemittel. Auch eine gute Grundlage in Mathematik hilft bei alltäglichen Aufgaben des Berufes wie beispielsweise Flächenberechnungen und Vermessungen.

 

Fördermaßnahmen

Je nach Art der Umschulung stehen verschiedene Fördermöglichkeiten bereit. Für eine rein schulische Umschulung bietet sich auf jeden Fall die Inanspruchnahme des Bildungsgutscheins der Bundesagentur für Arbeit an. Dieser ist geregelt gemäß Paragraph 77 Absatz 3 Sozialgesetzbuch III und Paragraph 16 Absatz 1 Sozialgesetzbuch II und bietet der Bundesagentur für Arbeit die Möglichkeit die Umschulung zu fördern. Dabei können Ausbildungskosten, Prüfungskosten und eventuell auch Lebensunterhaltungskosten unter diese Regelung fallen und gefördert werden. Dazu muss eine individuelle Anfrage bei der Bundesagentur für Arbeit eingeholt werden, da die Regelungen auch unterhalb der Bundesländer verschieden sind.
Für den Fall einer betrieblichen Ausbildung ist an erster Stelle die Ausbildungsvergütung eine Fördermaßnahme. Diese kann eventuell aber durch den Bildungsgutschein angehoben werden, wenn beispielsweise die Lebenhaltungskosten damit nicht beglichen werden können.

 

Anbieter der Umschulung

Als Anbieter der Umschulung kommen Berufsschulen und Berufskollegs in Frage, insbesondere mit Spezialisierung auf den Gartenbau. Für die Umschulung im betrieblichen Rahmen mit zusätzlicher Berufsschule gibt es die Möglichkeit der Ausbildung bei Fachbetrieben des Garten- und Landschaftsbaus.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Bei Fernschulen finden sich verschiedene Angebote im Bereich Gartenbau, beispielsweise unter den Namen Gartengestaltung. Diese Art des Fernstudiums dauert insgesamt 12 Monate und benötigt eine wöchentliche Bearbeitungszeit von circa 6 Stunden. Auch dieses Fernstudium wird von der Bundesagentur für Arbeit mit dem Bildungsgutschein gefördert.
Alternativ können auch Fernstudiengänge im Bereich Landschaftsarchitektur und im Bereich Agrarwissenschaften genannt werden.