Das Umschulungsforum

Gleich losfragen und mitdiskutieren:

Umschulung zum Instrumentenbauer/ zur Instrumentenbauerin

 

Schaffen Sie Schönheit und guten Klang! © Wiski - Fotolia.com

Schaffen Sie Schönheit und guten Klang!
© Wiski – Fotolia.com

Das Berufsbild

Wer die Musik liebt und außerdem eine handwerkliche Ader hat, wünscht sich nicht selten eine Karriere im Musikinstrumentenbau. Die Auswahl ist groß und nach offiziellen Reglements in verschiedene Fachrichtungen unterteilt, sodass jeder künftige Auszubildende sein Traummetier finden kann. Die Berufsbezeichnungen, welche man als Azubi innerhalb des Instrumentenbaus erreichen kann, sind: 

  • Geigenbauer/in
  • Zupfinstrumentenmacher/in
  • Holzblasinstrumentenbauer/in
  • Metallblasinstrumentenmacher/in
  • Klavier- und Cembalobauer/in
  • Handzuginstrumentenmacher/in
  • Orgelbaumeister/in

Die Ausbildungen gehören nicht alle zu den zulassungsfreien Handwerken. Der Beruf des Zupfinstrumentenbauers etwa wurde bei einer Reform im Jahr 2004 – mit der sogenannten Handwerksnovelle – aus der Gruppe der zulassungspflichtigen Berufe herausgenommen. Nun benötigt man keine abgeschlossene Berufsausbildung mehr, um sich in diesem Beruf selbstständig zu betätigen. Beim Metallblasinstrumentenmacher oder beim Klavier- und Cembalobauer ist dies zum Beispiel anders. Diese Ausbildungen sind nach dem Berufsbildungsgesetz geregelt und verlangen eine dreijährige Ausbildung, welche in der Regel drei Jahre dauert. In allen oben genannten Berufen sind die möglichen Berufsbilder ähnlich. Instrumente werden hergestellt, repariert, gepflegt und restauriert. Arbeitsstätten können sich in Werkstätten bzw. in herstellenden Unternehmen befinden, aber z.B. auch in Konzerthäusern, an Theatern oder in Museen.

 

Zukunftsaussichten

Die Zukunftsaussichten, welche sich nach einer Umschulung, Weiterbildung, Qualifizierung oder nach einer regulären Ausbildung zum Musikinstrumentenbauer ergeben, werden von Experten oft als schwierig beurteilt.

Die Verdienstmöglichkeiten liegen in der Regel nicht sehr hoch und auch die Anzahl der Arbeitsplätze ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zurückgegangen. Dies ist einerseits der großen Konkurrenz an günstigen Instrumenten aus dem Ausland anzulasten, andererseits ist die Beliebtheit eines hochwertigen Instruments als Anlagegut zurückgegangen. Teure und hochwertige Instrumente werden allerdings auch heute noch von passionierten Musikern – zum Beispiel auch von Berufsmusikern – benötigt. Daher wird es auch weiterhin Chancen für gute Instrumentenbauer geben, die sich mit viel Engagement für ihren Traumberuf einsetzen und sich vielleicht sogar mit Geschick und Geschäftssinn selbstständig machen.
 

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Wie lange eine Umschulung, Weiterbildung oder Qualifizierung im Bereich Instrumentenbau dauert, kann nicht pauschal beantwortet werden, da sich hier ganz unterschiedliche Berufsbilder unter einer Begrifflichkeit vereinen. Die meisten der Berufe werden in Betrieben im Rahmen einer rund dreieinhalb Jahre währenden Ausbildung erlernt.

Es gibt jedoch wenige Lernorte, an denen auch eine rein schulische Ausbildung zum Instrumentenbauer mit unterschiedlichen Schwerpunkten möglich ist. Eine der wichtigsten und deutschlandweit bedeutendsten ist die Staatliche Berufsfachschule für Musikinstrumentenbau Mittenwald. Dort existiert sowohl der schulische Teil der Dualen Ausbildung als auch eine Berufsfachschule, an der die schulische Ausbildung in Vollzeit absolviert werden kann. Dies ist allerdings nur für die Fachrichtungen Geigenbau, Holzblasinstrumentenbau und Metallblasinstrumentenbau sowie für den Zupfinstrumentenbau möglich. Schüler, die im gewöhnlichen Dualen System lernen, können dort auch zusätzlich in Geigenbau und Bogenbau unterrichtet werden. Die Ausbildung befähigt jeweils zur Ausübung des erlernten Berufs und schließt die praktische und die theoretische Vermittlung von Lerninhalten ein. Kunsterziehung und Kunstgeschichte werden hier ebenso gelehrt wie der fachgerechte Umgang mit Werkzeugen, die Grundlagen der Holzbearbeitung, das Fachzeichnen mit CAD und vieles mehr.

 

Zielgruppe der Umschulung

Die Umschulung bzw. der zweite Bildungsweg zum Musikinstrumentenbauer ist grundsätzlich für jedermann geeignet, der handwerkliches Können und musikalische Neigungen im Berufsalltag vereinen möchte. Gerade für Umsteiger ist es hilfreich, vorher schon Erfahrungen im Umgang mit Instrumenten zu haben.

Dies kann beispielsweise eine Ausbildung im Musikalien-Einzelhandel sein, aber auch eine bisherige Karriere als Musiker. Darüber hinaus finden auch Quereinsteiger sicherlich eine Chance, wenn sie die persönliche Neigung transparent machen und einen potenziellen Arbeitgeber überzeugen können. Allzu hohe Gehaltsvorstellungen sollte man – zumindest für die Lehrzeit – als Azubi nicht mitbringen. Einige hundert Euro (zu Beginn rund 400 Euro) müssen reichen, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Auch an Theatern oder in Konzerthäusern sind die Gehälter oft nicht sehr hoch. Erreicht man allerdings eine Führungsposition in einem Instrumentenherstellungsunternehmen, darf mit gängigen Managergehältern gerechnet werden. Diese Stellen sind allerdings eher rar und verlangen in der Regel einen nachweisbar erfolgreichen Ausbildungs- und Karriereweg.

 

Fördermaßnahmen

Jede Umschulung ist eine Qualifizierung, die auf eine zuvor ausgeführte oder erlernte Tätigkeit folgt. Die Kosten für die Qualifizierung als solche können selbstverständlich nur übernommen werden, wenn sie auch entstehen.

Da viele Ausbildungswege im Bereich der Musikinstrumentenherstellung klassische Berufsausbildungen sind, die von dem jeweiligen Arbeitgeber vergütet werden, ist hier nicht mit Kosten zu rechnen. Im Gegenteil – es wird sogar eine – wenn auch zum Teil geringe – Ausbildungsvergütung gezahlt. Sollten wichtige Gründe für die Umschulung bzw. für die erneute Ausbildung sprechen, kann die Agentur für Arbeit aber mit der Ausbildung verbundene Kosten übernehmen bzw. einen Zuschuss dazu gewähren. Dies könnten beispielsweise Kosten für die Fahrt zum Ausbildungort, Mietkosten oder Kosten für die Kinderbetreuung während der Ausbildungszeit sein. Da die Arbeitsagenturen jedoch nicht zur Förderung verpflichtet sind und die Gewährung eines Zuschusses eher für Ausbildungen mit großem Zukunftspotenzial erfolgt, stehen die Chancen auf Förderung einer Umschulung zum Musikinstrumentenbauer eher schlecht. Ein Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter kann aber gegebenenfalls auf aktuelle Fördermöglichkeiten und Projekte aufmerksam machen.

 

Anbieter der Umschulung

Das Musikinstrumentenmacher-Handwerk wird in Deutschland nur an wenigen Schulen vermittelt.

Zum Teil sind die Berufsbilder auch im Rahmen einer rein schulischen Ausbildung erlernbar, die meisten werden allerdings im Rahmen einer Dualen Ausbildung (Kombination aus Lernen im Betrieb und Lernen in der Berufsschule) vermittelt.

Die Schulen sind:

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Der Musikinstrumentenbau ist nicht nur durch einen Ausbildungsberuf erlernbar. Es gibt auch Hochschulen, die einen passenden Studiengang anbieten. Eine wichtige Einrichtung ist in diesem Sinne die Westsächsischen Hochschule Zwickau, an der man Musikinstrumentenbau studieren kann.

Vor allem aufgrund des großen praktischen Anteils im Rahmen der Lehre ist ein Fernstudium derzeit nicht möglich. Wer sich dennoch auf dem Wege eines Fernstudiums weiterbilden bzw. weiterqualifizieren möchte, kann beispielsweise medienbezogene Studiengänge oder solche aus dem Bereich Kulturwissenschaften auswählen. So wird beispielsweise vom Institut für Kultur- und Medienmanagement in Hamburg der Fernstudiengang „Kultur- und Medienmanagement“ als weiterbildendes Masterstudium angeboten.