Umschulung zum Konditor/ zur Konditorin

Eine Ausbildung für "Süße": Das Konditorenhandwerk. © ikonoklast_hh - Fotolia.com

Eine Ausbildung für “Süße”: Das Konditorenhandwerk. © ikonoklast_hh – Fotolia.com

Das Berufsbild

Wer sich für den Berufs der Konditorin bzw. des Konditors entscheidet, sollte ein Faible für hochwertige Backwaren haben – denn darum dreht sich in diesem Beruf alles. Konditoren versüßen Menschen den Alltag und tragen „ganz nebenbei“ viel zum deutschen Bruttosozialprodukt bei. Mehr als 3.000 Fachbetriebe betätigen sich in diesem Metier. Zum Berufsbild gehören in den Betrieben oft unterschiedliche Tätigkeiten. Die eigene Herstellung von Backwaren steht im Mittelpunkt.

Es gilt, Torten und Kuchen, Hefeteilchen und Plätzchen, Blätterteigspezialitäten und vieles mehr herzustellen. Auch die handwerkliche Arbeit mit Schokolade, Eis, Brand- und Hippenmassen, Zucker, Marzipan und Kuvertüre gehört zum Alltag von Konditoren. Hier vereinen sich Handwerk und künstlerische Komponenten, denn oftmals darf man seiner Kreativität freien Lauf lassen, um die Kunden der Konditorei zu begeistern. So entstehen häufig echte Meisterwerke. Ob man das Konditorenhandwerk durch eine Umschulung oder auf dem klassischen Ausbildungsweg erlernt hat – auch Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind gegeben. Wer sich später mit einer eigenen Konditorei selbstständig machen möchte, kann noch eine Meisterausbildung absolvieren. Angestellte Konditorinnen und Konditoren in größeren Betrieben können natürlich auch eine Führungsposition innerhalb des Unternehmens anstreben – hier hängen die Möglichkeiten stark von den Unternehmensstrukturen ab.

 

Zukunftsaussichten

„Gegessen wird immer“, wie man so schön sagt. Dieser Spruch sagt schon einiges über die Zukunftsperspektiven des Konditorenhandwerks aus. Denn auch wenn die Konditoreierzeugnisse zum Teil zu den Luxusgütern gehören, stehen sie recht konstant weit oben auf der Einkaufsliste vieler Kunden.

Die Branche macht heute rund 1,6 Milliarden Umsatz. Wer eine eigene Konditorei besitzt, hat auch die Möglichkeit, neben dem Verkauf von Backwaren weitere Geschäftsideen zu realisieren. Möglich sind neben dem klassischen Ladengeschäft beispielsweise ein eigenes Café oder ein Straßenverkauf von Eis und Gebäck in der warmen Jahreszeit.

Wie in so vielen anderen Branchen auch haben besonders die ambitionierten und einfallsreichen Konditoren beste Chancen auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Viele Geschäftsideen warten darauf, entdeckt und umgesetzt zu werden.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Wer sich mit dem Gedanken trägt, statt einer Weiterbildung oder -qualifizierung eine Umschulung zum Konditor zu absolvieren, muss sich auf eine eher aufwendige Phase gefasst machen. Der Grund dafür: Das Konditorenhandwerk ist ein geschützter Beruf, der zwingend eine Fachausbildung verlangt.

Es ist also notwendig, sich für eine geregelte Ausbildung zu entscheiden, wenn man Konditor werden möchte. Die Lehrzeit dauern in der Regel drei Jahre und startet mit einer Ausbildung in den Grundkompetenzen wie Teig- und Massenherstellung.

Im zweiten Lehrjahr wird es dann etwas aufregender, denn dann darf man sich verstärkt auch an Torten und Desserts heranwagen. Die Zwischenprüfung leitet zum dritten Lehrjahr über. Jetzt gilt es, die Fachkenntnisse zu verfeinern und die Kompetenz zu steigern. Pralinen, Eisbomben, kunstvolle Backwerke und Leckereien aus Schokolade – die Schwerpunkte werden häufig auch den Anforderungen des jeweiligen Lehrbetriebes angepasst. Die Gesellenprüfung bildet schließlich den Abschluss der Ausbildung bzw. Umschulung – der neue Berufsweg ist sichergestellt und darf beschritten werden.

 

Zielgruppe der Umschulung

Auch wenn eine klassische Umschulung zum Konditor nicht existiert, bietet der Beruf doch auch Chancen für berufliche Umsteiger. Das Konditorenhandwerk kommt grundsätzlich für Menschen infrage, die sich sowohl für Backerzeugnisse als auch für die Bedürfnisse von Kunden begeistern können.

Auch Freude an kreativem Arbeiten zahlt sich oft aus, denn der individuelle Touch macht viele Leckereien erst zu beliebten Produkten bei Kunden. Wichtig ist außerdem, dass man ein einwandfreies Gesundheitszeugnis vorweisen kann – schließlich steht der Umgang mit Lebensmitteln in einer Konditorei an erster Stelle. Wer sich für einen Ausbildungsplatz interessiert, sollte allerdings auch um die Konditionen wissen, denn die Lehrjahre sind – wie man so schön sagt – keine Herrenjahre. Der Verdienst während der Ausbildungszeit liegt in der Regel zwischen 300 und 600 Euro. Anschließend sind im Angestelltenverhältnis oder bei selbstständiger Geschäftstätigkeit natürlich höhere Einkommensklassen erreichbar – Engagement und gute Arbeit vorausgesetzt.

 

Fördermaßnahmen

Wie bei allen klassischen Ausbildungsberufen, bei denen eine qualifizierte Ausbildung verpflichtend ist, gibt es keine klassische Umschulungsmöglichkeit und dementsprechend auch keine Umschulungsförderung.

Mit welchen Einkommenshöhen man während der Ausbildung zu rechnen hat, ist mit dem jeweiligen Ausbildungsunternehmen zu vereinbaren. Entscheidet man sich allerdings nach der Ausbildung für eine Weiterbildungsmaßnahme oder sogar für ein Studium, können viele Fördermöglichkeiten genutzt werden. So gibt es zum Beispiel die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB), die talentierten Fachkräften die Möglichkeit eröffnet, ein Studium finanziell abgesichert zu absolvieren. Hier werden ggf. auch Anpassungs- oder Aufstiegsweiterbildungen gefördert.

 

Anbieter der Umschulung

Da es keine reguläre Umschulung zur Konditorin oder zum Konditor gibt, existieren auch keine Listen mit Anbietern für Umschulungen. Wer sich also für das Konditorenhandwerk interessiert, sollte sich an Konditoreien wenden und sich nach einem Ausbildungsplatz erkundigen.

Wer dabei schon erste Erfahrungen – beispielsweise im Verkauf oder in einem anderen Handwerksberuf – vorweisen kann, hat sicherlich recht gute Chancen, ausgebildet zu werden. Die weitere Qualifizierung liegt dann zunächst in den Händen des Betriebes, zumindest während der Ausbildungszeit. Wer sich anschließend noch für eine Weiterbildung entscheidet, hat viele Möglichkeiten. So kann man beispielsweise noch einen Qualifizierungslehrgang in den Bereichen Bäckerei, Patisserie, Nahrungs- und Genussmittelherstellung, Werbung und Verkaufsförderung, Verwaltungs- und Lebensmittelrecht oder Qualitätssicherung absolvieren. Die Welt der Lebensmittelbranche steht jedem offen, der mit Intelligenz und Engagement zu Werke geht. Potenzielle Aufstiegsweiterbildungen sind die zum Bäckermeister, zum Konditormeister oder zum Industriemeister.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Umschulung, Weiterbildung und Qualifizierung stehen im Bereich des Konditorenhandwerks hoch im Kurs. Wer sich für einen Einstieg oder auch für den Aufstieg innerhalb der Branche interessiert, kann auch ein Fernstudium absolvieren.

Besonders hilfreich sind alle Studienfächer, die mit Lebensmitteln zu tun haben. Unter anderem kommt das Erlangen eines Bachelorabschlusses im Bereich Lebensmitteltechnologie infrage. In dieser wissenschaftlichen Disziplin geht es um alle Prozesse, die bei der Produktion von Lebensmitteln notwendig sind. Die Verarbeitung und die gesamte Lebensmitteltechnik finden hier Berücksichtigung. Lehrinhalte entstammen vor allem den Naturwissenschaften, der Technik und der Ökonomie.

Aber auch der Bachelor der Ernährungswissenschaften – also im Fach Ökotrophologie – erweist sich oft als hilfreich, um später eine führende Position im Bereich Bäckerei- und Konditoreiwesen zu erreichen. Tiefgreifende Kenntnisse der Lebensmittelkunde, Haushaltswissenschaften und Krankheitsprävention durch Ernährungsverhalten stehen dann im Mittelpunkt. Beide Studienfächer werden von einigen Hochschulen auch im Fernstudium angeboten. Mögliche Anlaufstellen sind je nach gewünschtem Fach z.B. die FH Riedingen, die Hochschule Anhalt oder die FernUniversität Hagen.

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