Mit einer guten Prothese ist man durchaus wieder zu Höchstleistungen fähig.
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Das Berufsbild

Orthopädiemechaniker und Orthopädiemechanikerinnen stellen orthopädietechnische Hilfsmittel bereit, z. B. Prothesen und Bandagen, aber auch maßgefertigte Rollstühle. Darüber hinaus reparieren sie Produkte der Reha- und Orthopädietechnik. Durch seine Nähe zum Patienten verlangt der Beruf des Orthopädiemechanikers weit mehr als nur technisches Wissen.
Besonders Menschen, die gerade einen Arm oder ein Bein verloren haben und ihre erste Prothese angepasst bekommen sollen, reagieren häufig sehr emotional. Der Orthopädiemechaniker / die Orthopädiemechanikerin muss diese Situation ebenso professionell wie feinfühlig meistern können. Berührungsängste mit Wunden und Narben sollte der Umschüler ebenfalls nicht haben.
Hauptsächlich arbeiten Orthopädiemechaniker in orthopädischen Werkstätten und bei Herstellern medizinischer Hilfsmittel. Doch auch im Einzelhandel finden sie Verwendung in Sanitätshäusern und angeschlossenen Werkstätten. Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Mitarbeit bei Krankenkassen, die das technische Wissen der Orthopädiemechaniker / der Orthopädiemechanikerin gern zur Beurteilung der Kosten eines Hilfsmittels nutzen, um Kostenpläne sachlich und fachlich zu bewerten.

 

Zukunftsaussichten

In Deutschland werden auch im Bereich der Orthopädietechnik qualifizierte Facharbeiter gesucht. Unfälle und Erkrankungen sorgen für eine gleichbleibende Zahl an Patienten, die die Dienste eines Orthopädiemechanikers in Anspruch nehmen müssen. Angefangen bei der orthopädischen Einlegesohle bis hin zur elektronisch gesteuerten Armprothese bietet dieser Beruf auch zukünftig vielfältige Arbeits- und Spezialisierungsrichtungen.
Darüber hinaus ist nach einigen Jahren Berufserfahrung die Weiterbildung zum Orthopädiemechaniker-Meister möglich. Mit diesem Abschluss steht einer Selbstständigkeit im Berufsfeld nichts mehr im Wege und auch die Chance auf eine Führungsposition im Unternehmen bietet sich. Orthopädiemechaniker und –innen, die über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügen, können z. B. ein Studium der Orthopädie- und Rehatechnik anschließen, um sich weiterzuqualifizieren.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die Umschulung zum Orthopädiemechaniker dauert in der Regel 24 Monate. Sollten jedoch nicht ausreichende Vorkenntnisse vorliegen, kann die Dauer auch auf die reguläre Ausbildungszeit von 3,5 Jahren ausgedehnt werden. Der Beruf des Orthopädiemechanikers erfordert in Deutschland als einzigem europäischen Land kein Studium.
Inhaltlich ist die Ausbildung sehr breit aufgestellt. Unterricht in Anatomie und Physiologie des Bewegungs- und Stützapparates des Menschen werden ebenso gelehrt wie das maschinelle Bearbeiten von Werkstoffen und Oberflächen. Besonders wichtig für die Erstellung passgenauer Prothesen ist die richtige Technik der Abformung und des Messens. Hinzu kommt das Anpassen, Ausbessern und Instandsetzen von Prothesen sowie orthopädietechnischem Gerät. Abgerundet wird die Ausbildung mit Einblicken in das Verwaltungs- und Rechnungswesen, aber auch durch die Beratung und Betreuung von Patienten.

Die Abschlussprüfung zum Orthopädiemechaniker / zur Orthopädiemechanikerin erfolgt vor der ortsansässigen Handwerkskammer.
 

Zielgruppe

Obgleich kein Bildungsabschluss vorgeschrieben ist, werden bevorzugt Umschüler und Auszubildende mit mittlerem Schulabschluss eingestellt. Vorkenntnisse in einem technischen Fertigungsberuf, jedoch mindestens ein ausgeprägtes technisches Interesse bilden die Grundvoraussetzung für diesen Beruf. Hinzu kommen gutes Einfühlungsvermögen, die Fähigkeit zu selbstständiger Arbeit, aber auch ein Interesse an der Zusammenarbeit mit Patienten, Ärzten und Kollegen. Der Orthopädiemechaniker / die Orthopädiemechanikerin wird in seinem / ihrem Berufsalltag mit vielen Einzelschicksalen konfrontiert werden, die durchaus sehr viel persönliche Betreuung und Verständnis erfordern. Dennoch ist eine professionelle Distanz zu wahren, was dem einen leichter, dem anderen schwere fallen mag, für den Beruf jedoch unerlässlich ist.

 

Fördermöglichkeiten

Je nach Qualifizierungsgrad und persönlichem Hintergrund kann es durchaus hilfreich sein, den Umschulungswunsch mit der Agentur für Arbeit zu besprechen. Da die Chance, in den ersten Arbeitsmarkt einzusteigen, für Orthopädiemechaniker relativ groß ist, ist unter Umständen eine Förderung der Umschulung möglich. Darüber hinaus können ebenfalls die Konditionen bei den anbietenden Berufsbildungswerken nachgefragt werden.
 

Anbieter der Umschulung

Die Umschulung zum Orthopädiemechaniker / zur Orthopädiemechanikerin wird von zahlreichen Berufsförderwerken angeboten. Die Ausbildung erfolgt in Vollzeitunterricht und umfasst in der Regel theoretische und praktische Anteile.


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