Umschulung zum Schornsteinfeger/ zur Schornsteinfegerin

Beruf: Glücksbringer. © Serhan Sidan – Fotolia.com

Das Berufsbild

Wie es der Name des Berufs schon beschreibt ist die Hauptaufgabe eines Schornsteinfegers/ einer Schornsteinfegerin die Kontrolle und die Reinigung von Schornsteinen und anderen Lüftungsanlagen. Auch die Kontrolle und Reinigung der Feuerungsanlagen gehört zur Haupttätigkeit und umfasst die Messung und Prüfung der Abgaswerte und dem Überprüfen der Funktionalität der Heizanlagen.
Des Weiteren beraten die Schornsteinfeger/innen ihre Kunden in Sachen Energieeffizienz und Brandschutz hinsichtlich ihrer Heizanlagen.
Typischerweise finden Schornsteinfeger/innen Anstellung in Kleinstbetrieben bei einem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger/einer bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegerin.

 

Zukunftsaussichten

Durch die Liberalisierung des Schornsteinfegerwesens zu Beginn des Jahres 2013 wandelt sich das Berufsbild des Schornsteinfegers/ der Schornsteinfegerin, ermöglicht aber auch die Erweiterung des Geschäftsfeldes. Auch wenn nun Wahlfreiheit seitens der Hausbesitzer besteht, welchen Schornsteinfeger/ welche Schornsteinfegerin sie zur Kontrolle und Reinigung beauftragen, so muss die Kontrolle und Reinigung doch regelmäßig und nach bekanntem Standard durchgeführt werden. Die Zukunftsaussichten für das Gewerbe sind also stabil bis gut.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Während der dreijährigen Ausbildung zum Schornsteinfeger/ zur Schornsteinfegerin wird in der ersten Hälfte die Grundlagen des Berufs gelernt. Die Planung des Arbeitseinsatzes als Vorbereitungsmaßnahme sowie das Anwenden der schornsteinfegerrechtlichen und der gewerkeübergreifenden Regelungen bildet die Grundlage der Ausbildung am Anfang. Des Weiteren stehen beispielsweise die Überprüfung und Reinigung von Feuerungs- und Entlüftungsanlagen auf dem Lehrplan sowie die fachgerechte Feststellung von Mängeln an diesen Anlagen nach einer vorhergehenden Messung der Abgaswerte und Überprüfung der Anlage. Neben diesen zentralen Punkten des Berufs stehen auch der Umgang mit Werkzeugen sowie mit Skizzen, Zeichnungen und Plänen auf dem Lehrplan von Betrieb und Berufsschule.
Im weiteren Verlauf der Ausbildung stehen unter anderem der Umgang mit kehrbezirksrelevante Verwaltungsunterlagen auf dem Lehrplan und die Überprüfung von Anlagen hinsichtlich Brandschutz, Hygienebestimmungen, Immissionsschutz und Energieeffizienz. Das Verbessern der Nutzungsfähigkeit von bestehenden Abgasanlagen und Rauchableitungen sowie einleitende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Verbesserung der Nutzungsfähigkeit von Feuerungs- und Entlüftungsanlagen sind zentrale Punkte der vertieften Ausbildung. Auch die Beratung von Kunden in den Bereichen Energieeffizienz von Gebäuden und möglicher Maßnahmen sowie hinsichtlich der Optimierung wärmetechnischer Anlagen gehört zur Ausbildung dazu. Dabei müssen die eigenen Dienstleistungen und Produkte auch werbetechnisch wirksam in den Vordergrund gestellt und entsprechend präsentiert werden.

 

Zielgruppe der Umschulung

Als Zielgruppe für den Beruf kommen handwerklich geschickte Menschen in Frage, die zudem körperlich fit sind und eine gute Körperbeherrschung besitzen. Dies ist bedingt durch den täglichen Umgang mit Werkzeugen und den Arbeiten in teilweise größeren Höhen. Auch sollten rechnerische Fähigkeiten vorhanden sein sowie ein ordentliches mündliches Ausdruckvermögen, um in Kundengesprächen eine gute Beratung durchführen zu können. Mit einem Berufsabschluss des Anlagenmechaniker/ der Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik würden bereits viele Grundlagen vorhanden sein, die auch für den Beruf des Schornsteinfeger/ der Schornsteinfegerin benötigt wird.

 

Fördermaßnahmen

Die Ausbildung zum Schornsteinfeger/ zur Schornsteinfegerin findet betrieblich statt und wird entsprechend den Tarifbedingungen vergütet. Allerdings können Fördermaßnahmen von der Bundesagentur für Arbeit im Sinne einer Berufsausbildungsbeihilfe in Form des Bildungsgutscheins beantragt werden. Dieser sichert die Möglichkeit ab, auch mit der geringen Ausbildungsvergütung eine Ausbildung zu absolvieren. Die Berechtigung einer solchen Förderung wird in der Regel im Einzelfall geprüft und stellt keine allgemeingültige Förderung dar. Zur Sicherstellung der Förderung muss ein persönliche Anfrage an die zuständige Behörde erfolgen.

 

Anbieter der Umschulung

Die Umschulung zum Beruf des Schornsteinfegers/ der Schornsteinfegerin kann nur in einer betrieblichen Ausbildung erfolgen. Die entsprechenden Stellen finden sich in den Kleinstbetrieben in jeder Stadt. Die entsprechenden Angebote von Betrieben mit Ausbildungsplätzen können Interessierte bei der Bundesagentur für Arbeit erhalten oder müssen in Eigeninitiative bei den entsprechenden Betrieben erfragt werden.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Eine direkte Umschulung als Schornsteinfeger/in im Rahmen eines Fernstudiums ist nicht möglich. Der Beruf wird nur klassisch als Ausbildungsberuf im Betrieb gelehrt. Alternativ bietet sich aber ein Fernstudium im Fachbereich der Gebäudetechnik, der Versorgungstechnik sowie der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik an.

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