Umschulung zum Tätowierer/ zur Tätowiererin

Viele Tätowierer sehen sich als Künstler. © BlueSkyImages - Fotolia.com

Viele Tätowierer sehen sich als Künstler.
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Das Berufsbild

Kunstwerke, die direkt auf die Haut aufgebracht werden – wer solche Tätigkeiten ausübt, muss Geschick und eine ruhige Hand haben. Eine spannende Mischung aus Kreativität und Handwerk verbirgt sich hinter dem Berufsbild des Tätowierers. Als Tätowierer bezeichnet man alle Personen, die beruflich, nebenberuflich oder als Hobby Tätowierungen in die Haut einbringen. Sie nutzen dazu entweder ein einfaches Gerät oder aber eine elektrisch betriebene Tätowiermaschine. Diese ist dazu geeignet, Farbe direkt unter der Haut zu verteilen, sodass sich Bilder, Zeichen oder andere Elemente erzeugen lassen.

Tätowierer können entweder in Tattoo-Studios angestellt sein oder als freiberufliche Tätowierer tätig sein. Viele von ihnen bieten nicht nur das Tätowieren an, sondern haben ein gemischtes Angebot, das beispielsweise auch das Stechen von Piercings an verschiedenen Körperstellen beinhaltet. Der Arbeitsalltag eines Tätowierers beinhaltet nicht nur das Herstellen von Tätowierungen. Auch die umfassende Kundenberatung gehört in der Regel dazu, wenn die Berufstätigkeit erfolgreich ausgeübt werden soll. Darüber hinaus fertigen viele Tätowierer die Zeichnungen selbst an, die als Grundlage für die Tätowierungen dienen. Hier gilt es, die Wünsche der Kunden zu verstehen und in grafische Skizzen umzusetzen – sowohl was die Form als auch was die Farbgebung angeht.

 

Zukunftsaussichten

Welche Chancen auf eine erfolgreiche Karriere als Tätowierer Menschen haben, hängt vor allem von ihrem Talent und von ihrer Geschäftstüchtigkeit ab. Gerade bei selbstständig tätigen Tätowierern ist der zweitgenannte Aspekt nicht zu unterschätzen, denn schließlich gilt es, ein eigenes kleines Unternehmen zu führen, vielleicht sogar mit einige Angestellten. Wer sich eine erfolgreiche Zukunft in dieser Branche aufbauen möchte, sollte auch viel daran setzen, bekannt zu werden.

Einige sehr begabte Tätowierer ziehen Kunden aus aller Welt oder zumindest aus ganzen Regionen an und sind bekannt für bestimmte Muster oder Stilrichtungen, mit denen sie die Haut ihrer Kunden verschönern. Wer sich eher einen Job im Angestelltenverhältnis wünscht, kann sich bei größeren Tattoostudios bewerben und dort seine berufliche Zukunft angehen.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Wer sich für eine Umschulung zum Tätowierer interessiert, wird leider bei der Agentur für Arbeit, bei der Industrie- und Handelskammer oder bei der Handwerkskammer keinen passenden Ausbildungsberuf finden können. Dies liegt daran, dass die Ausbildung für Tätowierer in Deutschland nicht gesetzlich geregelt ist. Jeder, der dies möchte, kann die Berufstätigkeit ausüben. Selbstverständlich ist es wichtig, dass Tätowierer ihr Handwerk verstehen – dies gilt vor allem deswegen, weil ihre Kunstwerke dauerhaft auf einem menschlichen Körper zu sehen sein werden und sich bei Bedarf höchstens aufwändig entfernen lassen. Die Fertigkeiten können angehende Tätowierer von Profis lernen – beispielsweise im Rahmen ihrer ersten Anstellung.

Auch autodidaktisch wird häufig gelernt – zum Beispiel anhand des Tätowierens von Tierhäuten, die sich zum Üben wesentlich besser eignen als das lebende Objekt. Wie lange eine solche Ausbildung im „Learning-by-doing-Modus“ dauert, kann kaum beziffert werden. Oftmals lernen die Tätowierer im Laufe ihrer Karriere immer mehr dazu. Zu den Grundkenntnissen und -fertigkeiten, die man vor dem ersten Tätowieren eines Menschen beherrschen sollte, gehört der Umgang mit den Tätowiergeräten bzw. -maschinen, der Umgang mit unterschiedlichen Farben, das Anfertigen von Skizzen und deren Übertragung auf die Haut. Außerdem sollten sich Tätowierer mit den besonderen Hygieneanforderungen auskennen, die das Tätowieren mit sich bringt. So wird vermieden, dass durch das Tätowieren Entzündungen oder gar bleibende Schäden entstehen.

Zielgruppe der Umschulung

Besonders geeignet für eine Tätigkeit als Tätowierer sind Menschen, die ambitioniert und geschickt zeichnen. Sie sollten außerdem ein Faible für klassische Tattoo-Motive besitzen, da diese besonders häufig von Kunden nachgefragt werden. Da ein Tätowierer sehr viel Zeit im direkten Kontakt mit seinen Kunden verbringt, sollten auch entsprechende Sozialkompetenzen gegeben sein. Eine angenehme Atmosphäre beim Tätowieren, die der Zielgruppe gefällt, ist oft ein wichtiger Grund für die Kunden, wiederzukehren.

 

Fördermaßnahmen

Da die Ausbildung zum Tätowierer nicht offiziell oder einheitlich geregelt ist, können auch keine grundsätzlichen Aussagen zu einer Förderung getroffen werden. Wer sich von der künftigen Tätigkeit als Tätowierer eine Karriere verspricht, die zum Beispiel eine langjährige Arbeitslosigkeit beenden kann, darf sich natürlich dennoch nach Förderungen erkundigen.

Der persönliche Ansprechpartner bei der Agentur für Arbeit, der den individuellen Fall kennt, kann den Interessierten sicherlich mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eventuell bietet sich alternativ auch eine Ausbildung in der Kosmetikbranche an, die neben anderen Kenntnissen auch die Grundkenntnisse im Bereich des Tätowierens vermittelt.

 

Anbieter der Umschulung

Seminare für Personen, die das Tätowieren erlernen möchten, werden vielerorts angeboten. Die Angebote reichen von Wochenendkursen über fünftägige Tattoo-Seminare bis hin zu mehrmonatigen Kursen, die im Rahmen einer Einheit pro Woche gelehrt werden. Solche Anbieter sind in der Regel private Unternehmen, manchmal auch größere Tattoostudios. Viele von ihnen sind Mitglied im Verband der Deutschen Organisierten Tätowierer (DOT).

Das Reconic Bildungszentrum bietet eine Umschulungsmaßnahme zum Tätowierer an.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Da das Tätowieren eine Tätigkeit mit einem extrem hohen handwerklichen Anteil ist, gibt es keine Fernstudiengänge, mit denen man sich zum Tätowierer ausbilden lassen kann. Wenn es aber darum geht, zunächst eine Grundlage für das Tätowieren zu schaffen oder eine künstlerische Alternative zu suchen, kann man sich durchaus im Fernstudienbereich umsehen. Es gibt einige Studiengänge und Fernkurse, die man im Fernstudium absolvieren kann und die sich mit dem Zeichnen oder mit Grafik im Allgemeinen befassen.

Einen Zeitaufwand von rund sieben bis zwölf Stunden pro Woche nehmen einige Kurse und Lehrgänge an der ILS in Anspruch – zum Beispiel er Lehrgang „Kreatives Gestalten“ oder „Freies Zeichnen“.

Illustrationen und Zeichnen lehrt auch die Nationale Handelsakademie Deutschland GmbH – ebenfalls ein Fernstudienanbieter mit einem breit gefächerten Lehrangebot.