Umschulung zum Wasserbauer / zur Wasserbauerin

Viele Staudämme wären ohne qualifizierte Wasserbauer nicht möglich.

Viele Staudämme wären ohne qualifizierte Wasserbauer nicht möglich.

Nicht ohne Grund heißt es „Wasser ist Leben“. Ohne eine einwandfreie Wasserversorgung ist ein angenehmes und gesundes Leben nur sehr eingeschränkt möglich. Darüber hinaus bedeutet das Wasser der Flüsse, Seen und Meere eine wichtige Möglichkeit, um Waren und Personen zu transportieren. Es lohnt sich also, sich intensiver mit dieser Thematik zu befassen. Sehr viel Verantwortung kommt in diesem Zusammenhang den Wasserbauern und Wasserbauerinnen zu.

In ihrem Arbeitsalltag kümmern sie sich darum, dass Wasserstraßen und Wasserbauwerke dort entstehen, wo sie benötigt beziehungsweise erwünscht sind. Darüber hinaus wissen sie, was beim Bau entlang von Küsten und Stauseen zu beachten ist. Instandsetzungsarbeiten und Wartungsarbeiten an Schleusen, an Wehren oder an Stauanlagen gehören häufig zu ihren alltäglichen Aufgaben. Die Profis rund ums Wasser arbeiten entweder im Bereich des Wasserbaus oder dort, wo Wasserstraßen und Schiffswege verwaltet werden.

Eine wichtige Organisation für diesen Berufszweig ist die WSV, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Für zusätzliche Transparenz sorgt auch die Bundesagentur für Arbeit.

 

Zukunftsaussichten als Wasserbauer / Wasserbauerin

Je nachdem, in welcher Region ein Umschüler zu Hause ist, kann es bestens oder weniger gut um seine beruflichen Chancen als Wasserbauer bestellt sein. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass an Flüssen, Küsten und an großen Seen wesentlich mehr Wasserbauten gefragt sind, als beispielsweise in Waldgebieten.

Wer für seinen Umschulungs- oder Ausbildungsplatz auch einen Umzug in Kauf nehmen möchte, kann aber mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Tatkräftige Unterstützung benötigen alle Unternehmen, die mit dem Wasserbau zu tun haben.

 

Inhalte und Länge der Umschulung zum Wasserbauer / zur Wasserbauerin

Es dauert im Regelfall drei Jahre, bis die Ausbildung zum Wasserbauer oder zur Wasserbauerin abgeschlossen ist. Der anerkannte Ausbildungsberuf ist nach der Ausbildungsverordnung geregelt. Da es sich um eine der gängigen dualen Ausbildungen handelt, ist der Alltag des Umschülers von der Berufsschule und von der Tätigkeit im Betrieb geprägt. Bei der schulischen Ausbildung ist es wichtig, sich auf naturwissenschaftliche Fächer einzulassen.

Die Mathematik und die Physik sind beispielsweise notwendig, um Gefällen zu berechnen und um Strömungsgeschwindigkeiten und ihre Einflüsse auf ein Bauwerk einschätzen zu können. Die Kenntnisse der Chemie unterstützen dabei, die notwendigen Anstriche und Konservierungsmethoden auszuwählen. Die Wasserbauer und Wasserbauerinnen werden in der Berufsschule auch im Fach Werken und im technischen Bereich unterrichtet. Dies führt dazu, dass sie Experten für das Planen von Befestigungen der Ufer werden und sich mit technischen Zeichnungen auskennen.

 

Für wen ist die Umschulung zum Wasserbauer / zur Wasserbauerin geeignet?

Die Tätigkeit eines Wasserbauers oder einer Wasserbauerin ist sehr eng mit der Einschätzung der örtlichen Gegebenheiten und mit der Überwachung und Ausführung von Bauarbeiten verbunden. Dies führt dazu, dass nur echte Praktiker sich für eine solche Umschulung entscheiden sollten. Wo sich handwerkliches Geschenk und eine perfekte Hand-Augen-Koordinationen vereinen und wo sich Sorgfalt und umsichtiges Arbeiten treffen, sind sehr gute Voraussetzungen für die Wasserbauerkarriere vorhanden.

Wer diese Kompetenzen mitbringt, ist für die Ausbildung gerüstet. Darüber hinaus sollte mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss bei dem Bewerber vorhanden sein, alternativ auch eine einschlägige Berufserfahrung in einem Betrieb der Wasserwirtschaft.

 

Förderung und Finanzierung der Umschulung zum Wasserbauer / zur Wasserbauerin

Wer eine Umschulung plant und während dieser auf ein regelmäßiges Einkommen angewiesen ist, kann aufatmen. Die Auszubildenden in den Betrieben der Wasserwirtschaft werden für ihre Tätigkeit bezahlt. Somit steht die Umschulung zum Wasserbauer oder zur Wasserbauerin im Gegensatz zu anderen Ausbildungen, bei denen sogar Gebühren fällig werden. Laut Angaben der Arbeitsagentur liegen die Ausbildungsvergütungen bei rund 800 bis 1.000 Euro pro Monat.

Selbstverständlich kann es sein, dass dieser Betrag nicht dazu ausreicht, um während der Umschulungszeit die eigene Familie zu versorgen oder anderen Verpflichtungen nachzukommen. Gerade dann, wenn sich die Umschüler berechtigte Chancen auf eine gute Karriere ausrechnen dürfen, sind die Arbeitsagenturen oft sehr entgegenkommend. Ob eine Förderung infrage kommt, hängt vom Einzelfall ab. In die Entscheidung geht beispielsweise auch ein, ob ein Härtefall vorliegt und aus welchen Gründen eine bisherige Arbeitslosigkeit entstanden ist.

 

Wer bietet die Umschulung zum Wasserbauer / zur Wasserbauerin an?

Um eine Umschulung in die Wege zu leiten, muss zunächst ein Arbeitgeber davon überzeugt werden, dass der Bewerber hier sein Bestes geben wird. Als Ausbildungsbetriebe kommen diverse Betriebe des gewerblichen Wasserbaus infrage, darüber hinaus auch die Dienststellen der Schifffahrtsverwaltung und der Wasserverwaltung.

Nicht jeder dieser Betriebe bildet aus – zum Teil aus praktischen, zum Teil aus personellen Gründen. Daher ist es notwendig, zunächst die Branche in der eigenen Region und nötigenfalls auch bundesweit zu „scannen“. Der schnellste Weg ist es hier, zum Telefon zu greifen und die Personalverantwortlichen zu kontaktieren.

 

Fernstudium als Alternative: Was bietet sich an?

Der Wasserbau ist eng mit anderen Bauaufgaben verbunden. Daher könnten Interessierte auch an einem Studium Gefallen finden, bei dem das Thema Bauingenieurwesen im Fokus steht. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, ein solches Studienvorhaben in die Tat umzusetzen. Dazu gehören auch Fernstudiengänge wie das Fernstudium Bauingenieurwesen an der TU Dresden.

Das Fernstudium ist vor allem für diejenigen eine adäquate Alternative, die über das Abitur oder einen gleichrangigen Schulabschluss verfügen und die gerne sehr flexibel studieren möchten. In der Regel ist dabei eine völlig freie Zeiteinteilung möglich, je nach Anbieter des Studiengangs können auch Präsenzphasen integriert sein. Darüber hinaus ist die Anwesenheit für das Ablegen von Prüfungen erforderlich.