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Umschulung zum Zweiradmechaniker/ zur Zweiradmechanikerin

 

Viele Zweiradmechaniker haben ihr Hobby zum Beruf gemacht.  © ikonoklast_hh

Viele Zweiradmechaniker haben ihr Hobby zum Beruf gemacht.
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Zweiradmechaniker sind in Produktionsbetrieben oder Reparaturwerkstätten für Fahrräder, Elektrofahrräder oder Motorräder tätig. Auch in der Fertigung und Wartung von Behindertenfahrzeugen (z.B. Rollstühlen) ist diese Berufsgruppe im Einsatz. Die Tätigkeitsfelder liegen in der Verarbeitung und Montage von einzelnen Bauteilen, der Bereitstellung und Bedienung von Maschinen und in der Funktions- und Qualitätskontrolle der Endprodukte. Weiter arbeiten Zweiradmechaniker im Verkauf von zweirädrigen Fahrzeugen, insbesondere wenn die Betriebe Reparaturdienste anbieten.

Handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und eine präzise Arbeitsweise sind die Grundvoraussetzungen für diesen Beruf. Darüber hinaus sind Kommunikationsfähigkeiten und Servicedenken wichtig, wenn der direkte Kundenkontakt zum Aufgabenbereich gehört.

Insbesondere in Werk- und Produktionshallen kann die Arbeit mit erheblicher körperlicher Anstrengung sowie Geruchs- und Lärmbelästigung verbunden sein. In vielen größeren Betrieben ist die Schichtarbeit ein gängiges Arbeitsmodell. Häufig findet während der Ausbildung oder im Rahmen von Zusatzqualifikationen eine Spezialisierung auf bestimmte Fahrzeugtypen statt: Verwandte Berufsgruppen, für die Umschulungsmaßnahmen zur Verfügung stehen, sind unter anderem Fahrradmonteure/ Fahrradmonteurinnen und Zweiradmechatroniker/innen. Diese Berufszweige eignen sich für die selbstständige Tätigkeit als Dienstleister/in im Bereich Reparaturen.

 

Zukunftsaussichten

Die beruflichen Perspektiven für Zweiradmechaniker/innen sind sehr gut. Insbesondere durch Spezialisierungen auf bestimmte Fahrzeuge verfügt diese Berufsgruppe über Kenntnisse, die in den entsprechenden Branchen von großem Wert sind. Werkstätten und Produktionshallen haben stetigen Bedarf an ausgebildeten Arbeitskräften, sodass die Aussichten auf eine Anstellung durchaus positiv sind.

Relevant ist zudem die fortschreitende Entwicklung im Bereich der Elektromobilität: Wer sich rechtzeitig die entsprechenden Qualifikationen aneignet, hat beste Chancen, in dieser zukunftsträchtigen Branche Fuß zu fassen. Ein anderer beliebter Weg nach der Ausbildung ist die Selbstständigkeit: Kleinwerkstätten oder mobile Reparaturdienste versprechen ein sicheres Einkommen, sofern Kenntnisse in der Unternehmensführung vorhanden sind.

 

Dauer, Ablauf und Inhalte der Umschulung

Je nach Fachrichtung und Institution dauert die Ausbildung ein bis zwei Jahre und findet für gewöhnlich auf Vollzeitbasis statt. Es gibt sowohl allgemeine Umschulungen als auch spezialisierende Weiterbildungen im Bereich der Fahrradtechnik oder der Motorradtechnik. Der Unterricht wird häufig parallel in Berufsschulen und in angegliederten Werkstätten abgehalten, um theoretische Inhalte direkt in der Praxis anzuwenden. Die Teilnehmer/innen erlernen das Planen und Durchführen von Arbeitsabläufen und einzelnen Arbeitsschritten, wobei sowohl manuelle als auch maschinelle Techniken zu den Lerninhalten gehören. Neben Kenntnissen über Materialien und Bauteile sowie über deren Einbau und Wartung, werden Prüf- und Messtechniken vermittelt.

Ebenfalls umfasst die Umschulung die Einweisung in das serviceorientierte Denken und die Kommunikation mit den Kunden. Ziel der Weiterbildung ist es, Arbeitsabläufe von der Entgegennahme der Kundenwünsche bis zur fachgerechten Fertigstellung oder Instandsetzung sicher koordinieren zu können. Je nach Ausbildungszweig, erfolgt am Ende der Ausbildung gegebenenfalls eine Abschlussprüfung der Industrie- und Handelskammern.

Zielgruppen

Die Umschulung eignet sich für Arbeitslose oder Arbeitssuchende, die keine abgeschlossene Ausbildung haben oder eine Ausbildung in einem verwandten Fachbereich abgebrochen haben. Ebenso richtet sich die Weiterbildung an Arbeitnehmer, die eine Neuorientierung oder Spezialisierung anstreben. In einigen Fällen können innerbetriebliche Umschulungen absolviert werden.

Der Beruf des Fahrradmonteurs/ der Fahrradmonteurin kann im Rahmen der beruflichen Rehabilitation erlernt werden. Die Umschulung ist für Menschen mit psychischen oder neurologischen Erkrankungen geeignet, die den Wiedereinstieg in das Berufsleben anstreben.

Wichtige persönliche Voraussetzungen sind der Spaß an handwerklichen Tätigkeiten und ein technisches Interesse. Fingerfertigkeit und gutes Augenmaß sind ebenso von Vorteil wie mathematische Fähigkeiten und eine schnelle, sorgfältige Arbeitsweise. Je nach Fachrichtung ist eine sehr gute körperliche Verfassung, Kommunikationsfreude oder organisatorisches Talent von Vorteil. Unabdingbar ist das Bewusstsein, eine Mitverantwortung für die Sicherheit der Teilnehmer/innen im Straßenverkehr zu tragen.

 

Förderungsmöglichkeiten

Die Umschulung zum Zweiradmechaniker/ zur Zweiradmechanikerin wird per Bildungsgutschein durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter gefördert. Notwendig ist ein vorheriges Gespräch in den örtlichen Stellen. Sofern der Anspruch auf einen Bildungsgutschien besteht, übernehmen die zuständigen Träger für das Arbeitslosengeld I oder II die Kosten in voller Höhe. Eventuell werden auch weitere Aufwendungen wie Fahrt- und Unterbringungskosten übernommen.

Für spezielle Fachrichtungen und unter bestimmten Voraussetzungen kommen als weitere Träger der Umschulungskosten folgende staatliche Organisationen in Frage: Die Deutsche Rentenversicherung, die Berufsgenossenschaften, der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr.

 

Anbieter der Umschulung

Eine Qualifikation zum Beruf Fahrradmonteur/in kann beispielweise in folgenden Einrichtungen erlangt werden:

 

Weitere Anbieter des Berufsfeld und untergeordneter Zweige sind:

 

Weiterbildung per Fernstudium

Aufgrund des hohen Anteils an praktischen Ausbildungsinhalten können die handwerklichen Berufszweige nicht im Rahmen eines Fernstudiums absolviert werden. Einige private Fernschulen offerieren Ausbildungen für die Berufe Fahrradtechniker/in oder Kraftfahrzeugtechniker/in. Alternativen für Interessenten mit Berufserfahrung bieten aufbauende Masterstudiengänge im Bereich der Fahrzeugtechnik, die an einigen Fernuniversitäten belegt werden können.