Umschulung zum/ zur Erlebnispädagogen/ zur Erlebnispädagogin

Erlebnispädagogisches Betätigungsfeld Hochseilgarten. © ehrenberg-bilder - Fotolia.com

Erlebnispädagogisches Betätigungsfeld Hochseilgarten. © ehrenberg-bilder – Fotolia.com



Die Erlebnispädagogik ist eine Methode, um im Rahmen spezieller Veranstaltungen einen positiven Einfluss auf die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu nehmen. Dabei werden die Teilnehmer in Situationen versetzt, die sie als ein besonderes Erlebnis empfinden. Diese Erlebnisse müssen so gestaltet werden, dass die Teilnehmer die Veranstaltung positiv aufnehmen und freiwillig daran teilnehmen. Im Rahmen dieser Erlebnisse werden ihnen Aufgaben übertragen, die sie selbstständig und aus eigenem Anreiz erfüllen müssen. Auf diese Weise findet ein Lernprozess statt, der den Kindern und Jugendlichen wichtige Fähigkeiten vermittelt. Auch für die Entwicklung gruppendynamischer Prozesse kann die Erlebnispädagogik sehr hilfreich sein.

Vielen Menschen erscheint der Beruf des Erlebnispädagogen sehr reizvoll. Die Veranstaltungen finden oftmals in der Natur statt, außerdem bestehen stets soziale Kontakte zu anderen Menschen. Der Beruf bringt stets eine körperliche Aktivität mit sich, ohne jedoch zu sehr belastend zu sein. Für Personen, die in Ihrem bisherigen Beruf keine weitere Zukunft sehen, stellt die Umschulung zum Erlebnispädagogen beziehungsweise zur Erlebnispädagogin eine gute Möglichkeit dar, um sich beruflich neu zu orientieren. Oftmals steigert die Aktivität in der Natur die Lebensqualität erheblich.

 

Das Berufsbild der Erlebnispädagogen

Einer der wichtigsten Punkte bei der Tätigkeit als Erlebnispädagoge ist die Durchführung von Aktivitäten, die eine Erlebnissituation mit sich bringen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise können solche Situationen beim Klettern, beim Trekking oder auf einer Kanutour entstehen. Auch ein Zeltlager kann zahlreiche Situationen schaffen, die erlebnispädagogisch genutzt werden können. Dies ist auch durch den Betrieb eines Abenteuerspielplatzes oder eines Hochseilgartens möglich.

Die Erlebnispädagogen benötigen daher zunächst die praktischen Kenntnisse, um ein derartiges Erlebnis durchführen zu können. Es ist nicht notwendig, Kenntnisse in allen aufgezählten Bereichen zu besitzen, die meisten Erlebnispädagogen spezialisieren sich auf eine oder zwei dieser Tätigkeiten. Diese Kenntnisse werden als Hard Skills bezeichnet. Dazu muss der Erlebnispädagoge jedoch auch über die notwendigen Soft Skills verfügen. Dies bedeutet, dass er in den Situationen, die durch die Erlebnisse entstehen, dafür sorgen muss, dass ein Lernprozess bei den Teilnehmern stattfindet und ein Wissenstransfer entsteht.
 

 

Die Zukunftsaussichten für Erlebnispädagogen

Die Idee, dass Gruppenerlebnisse gut für die Erziehung sein können, wurde bereits vor mehreren Jahrhunderten entwickelt. Doch konnte die Erlebnispädagogik gerade in den letzten Jahrzehnten ihre Bedeutung erheblich erweitern. Ein wichtiger Punkt ist dabei, dass die Kinder und Jugendlichen durch das Angebot an Unterhaltungsprogrammen im Fernsehen und an Computerspielen im realen Leben immer seltener entsprechende Situationen erleben. Um dies auszugleichen, setzen immer mehr Eltern und Erzieher auf die Methoden der Erlebnispädagogik. Dieser Trend bringt mit sich, dass der Bedarf an Erlebnispädagogen weiter ansteigt. Zwar ist die Nachfrage in diesem Berufsfeld momentan nicht allzu hoch, dennoch bestehen für engagierte Personen Möglichkeiten, in diesem Bereich Fuß zu fassen.

 

So läuft die Umschulung ab

Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten, um eine Umschulung zum Erlebnispädagogen durchzuführen. Da es sich hierbei nicht um einen geschützten Begriff handelt, sind hierfür auch keine einheitlichen Richtlinien vorgegeben. Es gibt Kurse, in denen die Hard Skills bereits vorausgesetzt werden und in denen demnach lediglich die pädagogischen Aspekte dieses Berufs behandelt werden. Wenn Sie über die entsprechenden Kenntnisse bislang noch nicht verfügen, ist es jedoch auch möglich, einen Lehrgang zu besuchen, in dessen Rahmen auch diese Fähigkeiten vermittelt werden.

Es gibt Lehrgänge, bei denen Sie eine staatliche Zertifizierung erhalten können, bei anderen Kursen ist dies nicht der Fall. So unterschiedlich, wie die Inhalte der Kurse sind, ist auch deren Länge. Es bestehen Angebote, bei denen die Ausbildung lediglich im Rahmen einiger Wochenend-Seminare stattfindet, bei anderen Alternativen kann die Umschulung hingegen mehrere Monate in Anspruch nehmen. Wenn Sie einen wissenschaftlichen Einstieg in dieses Themengebiet suchen, besteht auch die Möglichkeit, ein Hochschulstudium der Erlebnispädagogik zu absolvieren.

 

Für wen eignet sich die Weiterbildung zum Erlebnispädagogen?

Für die Tätigkeit als Erlebnispädagoge ist es in erster Linie wichtig, dass Sie über die notwendigen körperlichen Befähigungen verfügen. Die Durchführung von Kletter- oder Kanutouren macht es notwendig, dass die Leiter die teilweise erheblichen Belastungen problemlos aushalten. Darüber hinaus ist es auch wichtig, dass Ihnen die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Spaß macht. Bei einigen Kursen sind auch weitere Bedingungen zu erfüllen, doch ist es notwendig, sich hierfür direkt beim Ausbildungsleiter zu informieren. Sollten Sie sich dafür interessieren, die Erlebnispädagogik im Rahmen eines Hochschulstudiums zu erlernen, ist es selbstverständlich notwendig, die hierfür geltenden Zulassungsvoraussetzungen zu erfüllen.

 

Förderungsmöglichkeiten

Aufgrund der vielfältigen Angebote ist es schwierig, die allgemeinen Förderungsmöglichkeiten zu beschreiben. Bei vielen Anbietern werden Bildungsgutscheine anerkannt, doch sollten Sie dies stets im Einzelfall prüfen. Darüber hinaus ist es immer sinnvoll, mit Ihrem Berater individuelle Fördermöglichkeiten auszuloten.

 

Welche Bildungseinrichtungen bieten eine Ausbildung zum Erlebnispädagogen an?

Die Zahl an Einrichtungen, die eine Umschulung zum Erlebnispädagogen anbieten, ist sehr groß. Einige Möglichkeiten sind beispielsweise Outside e.V., EOS – Erlebnispädagogik oder der Hochseilgarten Volkersberg. Eine sinnvolle Alternative ist es auch, sich an den Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V. zu wenden, um nach einem Ausbilder zu fragen. Wenn Sie sich für ein Hochschulstudium in diesem Bereich interessieren, ist der Master-Studiengang Erlebnispädagogik der Universität Marburg eine sinnvolle Alternative.

Darüber hinaus bieten auch die Uni Augsburg und die FH Frankfurt Studiengänge an, bei denen Sie sich mit der Erlebnispädagogik befassen können. Wenn Sie die Umschulung im Rahmen eines Fernstudiums durchführen wollen, gibt es leider in diesem Bereich keine Möglichkeiten, da die Ausbildung sehr praxisorientiert ist. Alternativen, die dennoch einen gewissen Bezug zu diesem Themengebiet aufweisen, könnten eventuell das Fernstudium Persönlichkeitstraining oder Angst- und Stressbewältigung sein.

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