Nach ErzieherInnen herrscht derzeit eine große Nachfrage.

Das Berufsbild

Eine Umschulung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin ist interessant für Sie, wenn Sie gerne mit Kindern, hauptsächlich im Alter von 3 bis 6 Jahren, arbeiten. Erzieher/innen fördern und betreuen Kinder und Jugendliche in vorschulischen Erziehungseinrichtungen, in Heimen und in der Jugend- und Kinderarbeit.Eine Umschulung ist einer von mehreren Wegen zu diesem Beruf.

Tätigkeitsfelder nach einer Umschulung zum Erzieher befinden sich in kirchlichen und kommunalen sowie in Betriebs- und Schulkindergärten, Kinderkrippen, Horten und Heimen. Außerdem werden Erzieher/innen in Jugend- und Erziehungswohnheimen, Jugendzentren, Sucht- und Familienberatungsstellen, Tagesstätten, Behindertenwohnheimen und in ambulanten Sozialdiensten eingesetzt. Auch Kinderkliniken, Internate, Grund- und Sonderschulen, Ferien- und Erholungsheime sowie Jugendorganisationen beschäftigen Erzieher/innen.

Der Beruf der Erzieherin ist etwas für Sie, wenn Sie...
Weiterbildung zur Erzieherin

  • Kinder mögen
  • teamfähig sind
  • evtl. selbst schon Erfahrung mit der Erziehung eigener Kinder gemacht haben
  • auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren
  • Ihnen ein erfüllender Job wichtiger ist als ein hohes Gehalt

Zukunftsaussichten nach der Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin

Der Beruf Erzieher/in hat gute Zukunftsperspektiven. Die Berufstätigkeit vieler Eltern führt in Verbindung mit dem seit August 2013 bestehenden Rechtsanspruch auf eine Frühförderung in einer Kindertageseinrichtung ab dem zweiten Lebensjahr zu einem hohen Bedarf an Erzieher/innen. Da zahlreiche Erzieher/innen in den kommenden Jahren das Rentenalter erreichen, werden zusätzliche Nachwuchskräfte benötigt. Öffentliche und private Arbeitgeber müssen sich auch durch Kinderbetreuungsangebote um eine verbesserte Attraktivität ihrer Arbeitsplätze bemühen.

Auch beratende Tätigkeiten in Mutter-Kind-Heimen, Erziehungsheimen und Elternberatungsstellen eröffnen Erziehern/Erzieherinnen zusätzliche berufliche Perspektiven. Zwar ist nur die Hälfte der derzeitigen Arbeitsstellen ein Vollzeitarbeitsplatz, doch ermöglichen Teilzeitstellen vielen Erzieher/innen eine optimale Kombination von Familie und Beruf.

Als Erzieher arbeitendes Personal nach Bildungsabschluss.
© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2017

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die zu einer Abschlussprüfung zum staatlich geprüften Erzieher führende Umschulung wird durch Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen der einzelnen Bundesländer unterschiedlich geregelt. Einige Ausbildungsgänge ermöglichen den Abschluss einer allgemeinen oder fachbezogenen Hochschulreife. Die Aus- oder Fortbildungsdauer beträgt in Abhängigkeit von Ausbildungsträger und Bundesland zwischen 2 und 4 Jahre.

Das für die Umschulung geforderte berufspraktische Jahr oder einzelne Praktika können bei Nachweis von entsprechenden Vorkenntnissen oder Berufsausbildungen entfallen. Die Ausbildungsinhalte setzen sich aus theoretischem und praktischem Unterricht sowie aus Praktika zusammen. Der Unterricht vermittelt Kenntnisse über Erziehungsziele und Erziehungsmaßnahmen, die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, Bedürfnisse, Entwicklungsmöglichkeiten und Kompetenzen von Kindern sowie die Planung, Durchführung von Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsmaßnahmen.

Zu den Lerninhalten während der Umschulung zum Erzieher gehören auch gruppendynamische Prozesse bei der Entstehung und Veränderung zwischenmenschlicher Beziehungen, die Unterstützungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen und das individuelle Eingehen auf psychologische Veränderungen während der Weiterentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Aufgabenbereiche und Grundprobleme in der Heim-, Sonder- und Heilpädagogik gehören ebenso zu den Lehrinhalten wie die Erkennung von Gesundheitsstörungen und Gesundheitsschädigungen bei Jugendlichen und Kindern und das Verstehen von Eigenarten behinderter oder beeinträchtigter Kinder und Jugendlicher.

Für die praktische Berufstätigkeit sind Kenntnisse über die Durchführung handwerklicher Arbeiten, Spiele und Feiern bei der Erziehungsarbeit, über den Einsatz herkömmlicher und audiovisueller Medien, die Vorgehensweise bei der Sprachentwicklung von Jugendlichen und Kindern und den Einsatz von Tanz, Bewegung und Musik zur Lernprozessunterstützung erforderlich. Auch die Bedeutung von Elternarbeit, die Zusammenarbeit mit ausbildungsrelevanten Institutionen und rechtlich relevante Bestimmungen bei der Erziehungsarbeit werden vermittelt. Im Rahmen von Praktika während der Umschulung werden theoretisch erworbene Kenntnisse im Ausbildungsfach Pädagogik angewandt und Erfahrungen mit berufspraktischen Arbeitsmethoden von Erziehern gewonnen. Der Praktikant/die Praktikantin gewinnt einen Einblick in Aufbau und Ablauforganisation der Ausbildungseinrichtung.

 

Zielgruppe der Umschulung zum Erzieher

Mehr als 60 Fernlehrgänge „Kindererziehung“ stehen bei verschiedenen Umschulungsanbietern und Fernschulen in Deutschland derzeit  zur Verfügung. Teilweise wenden sich Umschulungsangebote gezielt an arbeitssuchende oder arbeitslose Personen, aber auch an Mütter nach der Familienpause. Je nach Ausbildungsträger variieren die spezifischen Zulassungsvoraussetzungen (z. B. Fachschul-, Berufsfachschulreife oder Fachhochschul- oder Hochschulreife).

Besonders geeignet für eine Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin sind Menschen, die über Erfahrungen in sozialen Berufen verfügen. Solche Berufe sind z. B. Heilerziehungshelfer/innen, Sozialhelfer/innen, sozialpädagogische Assistenten/innen sowie Kinderpfleger/innen. Einschlägige Berufserfahrungen können aber auch in einem Freiwilligen Sozialen Jahr, in Praktika oder während ehrenamtlicher Tätigkeiten gewonnen worden sein. Teilweise wird eine Kombination von bestimmten Schulabschlüssen mit einer mindestens zweijährigen sozialpädagogischen oder pflegerischen Berufsausbildung sowie eine bis zu siebenjährige einschlägige Berufstätigkeit verlangt.

 

Besonders im OSten Deutschlands steht bei den Erziehern bald ein Generationenwechsel an.
© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2017

 

Fördermaßnahmen

Die Kosten einer Umschulung zum Erzieher können ganz oder teilweise von der Bundesagentur für Arbeit übernommen werden. Höhe und Dauer der Gesamtförderung sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Bedingung einer Förderung ist, dass nach der Umschulung bessere Berufsaussichten als vor der Ausbildungsmaßnahme bestehen. Zudem wird vorausgesetzt, dass Berufsaussichten im bisherigen Beruf des/der zu Vermittelnden entweder gar nicht oder nur in geringem Umfang vorhanden sind.

 

Bewerbung für eine Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin

Der Beruf des Erziehers erfordert Geduld und eine Leidenschaft für eine Arbeit mit Kindern. Um eine Umschulung zum Erzieher zu starten, müssen die persönlichen Qualifikationen deutlich im Bewerbungsschreiben hervorgehoben werden. Wichtig beim Bewerbungsschreiben selbst ist es, persönliche Bereiche wie etwa erzieherische Tätigkeiten in Form von der Erziehung eigener Kinder oder der Betreuung von Geschwistern und fremden Kindern zu erwähnen. Ebenfalls gehören pädagogische Ausbildungen oder Kenntnisse in die Bewerbung.

 

Grundlegendes zum Bewerbungsverfahren für eine Umschulung zum Erzieher

Der Beruf des Erziehers gehört der Kategorie der klassischen Schulausbildungen an. Aus diesem Grund fällt es vielen Bewerbern ohne dementsprechende schulische Ausbildung, welche meist zwischen 2,5 und 4 Jahre dauert, schwer, eine Umschulungsstelle zu finden. Dennoch existieren mitunter Institutionen wie Kindergärten, Kinderheime, Horte oder Vorschulen, welche eine Umschulung zum Erzieher anbieten. Bei der Bewerbung zur Umschulung zum Erzieher sollte deshalb immer darauf geachtet werden, welche beruflichen Qualifikationen gewünscht sind. Viele Stellen schreiben explizit, dass sie nur Personen mit ersten Berufskenntnissen im Bereich des Erziehers oder Personen mit Kinderbetreuungserfahrung einstellen bzw. umschulen.

 

Was gehört in die Bewerbung und was nicht?

Die Bewerbung für eine Umschulung zum Erzieher sollte stets dementsprechende Zeugnisse bzw. Nachweise enthalten, dass bereits erste Kenntnisse auf dem Gebiet der Kinderbetreuung vorhanden sind. Manche Bewerbungen können aus einem Praktika in einer Kinderbetreuungseinrichtung resultieren, worauf bei der Bewerbung hingewiesen werden sollte. Unbedingt in der Bewerbung gehören persönliche Interessen und Stärken erwähnt, welche unmittelbar mit dem Beruf des Erziehers in Verbindung gebracht werden.

Diese sind unter anderem die Beobachtungsgabe, da der Erzieher die Kinder immer aufmerksam beobachten und bei Problemen einschreiten muss, musische und künstlerische Interessen wie etwa die Fähigkeit, Instrumente zu spielen und das Interesse an pädagogischer Methodik und Lehre.

Vorkenntnisse wie etwa eine schulische Ausbildung mit pädagogischem Schwerpunkt oder bereits durchgeführte Betreuungsarbeiten von beispielsweise älteren Personen sollten ebenso in der Bewerbung vermerkt werden. Dies zeigt, dass der Bewerber nicht nur über erste Erfahrung auf dem Gebiet der Betreuung anderer Personen besitzt, sondern ebenfalls psychisch wie physisch mit der Belastung im Erzieherdasein klarkommt.

Hingegen sollten einmalige Betreuungstätigkeiten wie beispielsweise einmaliges Babysitten des Nachbarskindes nicht unbedingt angeführt werden. Bei der Bewerbung selbst sollten immer betreuerische Tätigkeiten, welche über einen langen Zeitraum hinweg absolviert werden, vermerkt werden. Allerdings gehört eine zertifizierte Ausbildung wie etwa ein absolvierter Babysittingkurs sehr wohl zu den Betreuungsunterlagen.

 

Aufbau und Gliederung

Die Bewerbung zum Erzieher beginnt immer mit dem eigentlichen Anschreiben, in welchem bereits zu Anfang das Interesse mit der Arbeit mit Kindern deutlich angeführt wird. Im nächsten Schritt erfolgt die Auflistung der zuvor erfolgten Schul- und Berufsausbildung. Bezüglich beruflicher Tätigkeit ist es wichtig, dass relevante Berufe und pflegende Tätigkeiten zugleich genannt werden. Unter dem Bereich der pflegenden bzw. betreuenden Tätigkeiten fällt unter anderem das Betreuen der eigenen Kinder oder Verwandter sowie generelle Betreuungstätigkeiten wie etwa Babysitting.

Als letzter Hinweis gehören für den Beruf wichtige Qualifikationen vermerkt. Dies sind unter anderem künstlerische und musische Eigenschaften in Form von Instrumente spielen, malen oder basteln. Falls eine erste Berufserfahrung bzw. absolvierte Praktika vorhanden sind, sollten diese gleichfalls direkt in der Bewerbung angeführt werden.

 

Muster: So könnte Ihr Bewerbungsschreiben für eine Erzieher-Umschulung aussehen

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf der Website XY bin ich auf Ihr Inserat bezüglich einer Umschulung zum Erzieher aufmerksam geworden. Im Rahmen der ausgeschriebenen Stelle bewerbe ich mich nun um eine Umschulung zum Erzieher. Da ich selbst Kinder besitze, welche täglich von mir betreut werden, habe ich über die letzten Jahre hinweg gemerkt, dass mir diese Tätigkeit großen Spaß bereitet. Zusätzlich zu meinen Kindern habe ich des Öfteren die Kinder von Verwandten und Bekannten betreut, wodurch ich ebenfalls den Umgang mit fremden Kindern gewöhnt bin.

Die Kommunikation mit Kindern verschiedenen Alters hat mir bewiesen, dass der Beruf des Erziehers für mich die richtige Tätigkeit ist. Aktuell bin ich Hausfrau und widme mich vollkommen der Betreuung meiner Kinder. Zuvor war ich als Angestellte im Einzelhandel tätig. Während meiner Schulausbildung, welche ich mit dem Realschulabschluss abschloss, gehörten Kunsterziehung und Sozialwesen zu meinen Lieblingsfächern. Durch meine frühere berufliche Tätigkeit bin ich den Umgang mit Menschen in unterschiedlichen Situationen gewohnt, wodurch ich Konflikte leicht lösen kann. In meiner Freizeit führe ich gerne sportliche Aktivitäten in der Gruppe durch, sodass ich nicht nur körperlich fit bleibe, sondern ebenfalls die Umgebung von größeren Personengruppen gewohnt bin.

Die Umschulung zum Erzieher spricht mich vor allem aus dem Grund ein, dass mir die Betreuung von Kindern großen Spaß bringt und ich Kinder gerne erzieherisch fördern möchte. In meiner Freizeit spiele ich gerne Gitarre oder male, wodurch ich die Kinder auch künstlerisch betreuen kann. Wie Sie meinen Bewerbungsunterlagen entnehmen können, habe ich zusätzlich einen Babysittingkurs und ein Praktikum in einem örtlichen Kindergarten absolviert, sodass ich erste Kenntnisse für den Beruf mitbringe. Falls ich Sie von mir überzeugt habe, freue ich mich auf ein persönliches Vorstellungsgespräch bei Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Musterfrau

Wie geht es weiter?

Bevor das Bewerbungsschreiben abgeschickt wird, sollten unbedingt die Bewerbungsunterlagen kontrolliert werden. Wichtige Zeugnisse, welche auf eventuelle Vorkenntnisse für den Beruf des Erziehers hinweisen, sollten unbedingt inkludiert werden. Im Lebenslauf sollten ebenso sämtliche Praktika und relevante Ausbildungen für eine Tätigkeit als Erzieher angeführt werden. Falls erste Arbeitszeuge als Erzieher oder eine andere betreuende Tätigkeit vorhanden sind, gehören diese auch unbedingt den Bewerbungsunterlagen beigefügt.

Die Einladung zum Bewerbungsgespräch kann durch einen deutlichen Hinweis zur telefonischen Kontaktaufnahme bestärkt werden. Beim Bewerbungsgespräch selbst sollte sich der Bewerber unbedingt auf praktische Aufgaben wie etwa einer fiktiven Konfliktlösung oder einem fiktiven Elterngespräch einstellen. Manche Institutionen können zugleich mehrere Bewerbungsphasen veranlassen, welche unter anderem ein Praktikum oder Schnuppertage in der Ausbildungsstelle vorsehen. Die Praktikumsphase soll aufzeigen, dass der Bewerber den Umgang mit Kindern tatsächlich gewöhnt und er selbst in der Lage ist, eine größere Gruppe Kinder ausreichend zu betreuen.

 

Anbieter der Umschulung

Die Umschulungen werden von Berufsfachschulen, Berufskollegs und im Rahmen von Bachelor- oder Masterstudiengängen an Hochschulen angeboten. Insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit bereits tätige Personen, die ihre Berufstätigkeit nicht für eine Ausbildung unterbrechen möchten, können berufsbegleitende Fernlehrgänge belegen.

 

Diese Anbieter bieten eine Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin/ eine Vorbereitung auf die Externenprüfung:

 

Die Umschulung zum Erzieher nach Städten:

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Alternativ zu einer Umschulung zum Erzieher stehen Fernstudiengänge in den Bereichen Soziale Arbeit/Sozialwesen, Altenpflege, Ergotherapie, Heilerziehungspflege, Sozialpflege, Sozialbetreuung, Sozial- und Gesundheitswesen oder Sozialpädagogik zur Auswahl.

Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin
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