Nach ErzieherInnen herrscht derzeit eine große Nachfrage.

Das Berufsbild

Eine Umschulung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin ist interessant für Sie, wenn Sie gerne mit Kindern, hauptsächlich im Alter von 3 bis 6 Jahren, arbeiten. Sie fördern und betreuen Kinder und Jugendliche in vorschulischen Erziehungseinrichtungen, in Heimen und in der Jugend- und Kinderarbeit. Eine Umschulung ist einer von mehreren Wegen zu diesem Beruf.

 

Tätigkeitsfelder nach einer Umschulung befinden sich in kirchlichen und kommunalen sowie in Betriebs- und Schulkindergärten, Kinderkrippen, Horten und Heimen. Außerdem werden Erzieher/innen in Jugend- und Erziehungswohnheimen, Jugendzentren, Sucht- und Familienberatungsstellen, Tagesstätten, Behindertenwohnheimen und in ambulanten Sozialdiensten eingesetzt. Auch Kinderkliniken, Internate, Grund- und Sonderschulen, Ferien- und Erholungsheime sowie Jugendorganisationen beschäftigen Erzieher/innen.

Der Beruf der Erzieherin ist etwas für Sie, wenn Sie...

  • Kinder mögen
  • teamfähig sind
  • evtl. selbst schon Erfahrung mit der Erziehung eigener Kinder gemacht haben
  • auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren
  • Ihnen ein erfüllender Job wichtiger ist als ein hohes Gehalt

Zukunftsaussichten nach der Umschulung

Der Beruf Erzieher/in hat gute Zukunftsperspektiven. Die Berufstätigkeit vieler Eltern führt in Verbindung mit dem seit August 2013 bestehenden Rechtsanspruch auf eine Frühförderung in einer Kindertageseinrichtung ab dem zweiten Lebensjahr zu einem hohen Bedarf an Erzieher/innen. Da zahlreiche Erzieher/innen in den kommenden Jahren das Rentenalter erreichen, werden zusätzliche Nachwuchskräfte benötigt. Öffentliche und private Arbeitgeber müssen sich auch durch Kinderbetreuungsangebote um eine verbesserte Attraktivität ihrer Arbeitsplätze bemühen.

Auch beratende Tätigkeiten in Mutter-Kind-Heimen, Erziehungsheimen und Elternberatungsstellen eröffnen Erziehern/Erzieherinnen zusätzliche berufliche Perspektiven. Zwar ist nur die Hälfte der derzeitigen Arbeitsstellen ein Vollzeitarbeitsplatz, doch ermöglichen Teilzeitstellen vielen Erzieher/innen eine optimale Kombination von Familie und Beruf.

Als Erzieher arbeitendes Personal nach Bildungsabschluss.
© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2017

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die zu einer Abschlussprüfung zum staatlich geprüften Erzieher führende Umschulung wird durch Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen der einzelnen Bundesländer unterschiedlich geregelt. Einige Ausbildungsgänge ermöglichen den Abschluss einer allgemeinen oder fachbezogenen Hochschulreife. Die Aus- oder Fortbildungsdauer beträgt in Abhängigkeit von Ausbildungsträger und Bundesland zwischen 2 und 4 Jahre.

Das für die Umschulung geforderte berufspraktische Jahr oder einzelne Praktika können bei Nachweis von entsprechenden Vorkenntnissen oder Berufsausbildungen entfallen. Die Ausbildungsinhalte setzen sich aus theoretischem und praktischem Unterricht sowie aus Praktika zusammen. Der Unterricht vermittelt Kenntnisse über Erziehungsziele und Erziehungsmaßnahmen, die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, Bedürfnisse, Entwicklungsmöglichkeiten und Kompetenzen von Kindern sowie die Planung, Durchführung von Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsmaßnahmen.

Zu den Lerninhalten während der Umschulung zum Erzieher gehören auch gruppendynamische Prozesse bei der Entstehung und Veränderung zwischenmenschlicher Beziehungen, die Unterstützungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen und das individuelle Eingehen auf psychologische Veränderungen während der Weiterentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Aufgabenbereiche und Grundprobleme in der Heim-, Sonder- und Heilpädagogik gehören ebenso zu den Lehrinhalten wie die Erkennung von Gesundheitsstörungen und Gesundheitsschädigungen bei Jugendlichen und Kindern und das Verstehen von Eigenarten behinderter oder beeinträchtigter Kinder und Jugendlicher.

Für die praktische Berufstätigkeit sind Kenntnisse über die Durchführung handwerklicher Arbeiten, Spiele und Feiern bei der Erziehungsarbeit, über den Einsatz herkömmlicher und audiovisueller Medien, die Vorgehensweise bei der Sprachentwicklung von Jugendlichen und Kindern und den Einsatz von Tanz, Bewegung und Musik zur Lernprozessunterstützung erforderlich. Auch die Bedeutung von Elternarbeit, die Zusammenarbeit mit ausbildungsrelevanten Institutionen und rechtlich relevante Bestimmungen bei der Erziehungsarbeit werden vermittelt. Im Rahmen von Praktika während der Umschulung werden theoretisch erworbene Kenntnisse im Ausbildungsfach Pädagogik angewandt und Erfahrungen mit berufspraktischen Arbeitsmethoden von Erziehern gewonnen. Der Praktikant/die Praktikantin gewinnt einen Einblick in Aufbau und Ablauforganisation der Ausbildungseinrichtung.

Zielgruppe der Umschulung zum Erzieher

Mehr als 60 Fernlehrgänge „Kindererziehung“ stehen bei verschiedenen Umschulungsanbietern und Fernschulen in Deutschland derzeit  zur Verfügung. Teilweise wenden sich Umschulungsangebote gezielt an arbeitssuchende oder arbeitslose Personen, aber auch an Mütter nach der Familienpause. Je nach Ausbildungsträger variieren die spezifischen Zulassungsvoraussetzungen (z. B. Fachschul-, Berufsfachschulreife oder Fachhochschul- oder Hochschulreife).

Besonders geeignet für eine Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin sind Menschen, die über Erfahrungen in sozialen Berufen verfügen. Solche Berufe sind z. B. Heilerziehungshelfer/innen, Sozialhelfer/innen, sozialpädagogische Assistenten/innen sowie Kinderpfleger/innen. Einschlägige Berufserfahrungen können aber auch in einem Freiwilligen Sozialen Jahr, in Praktika oder während ehrenamtlicher Tätigkeiten gewonnen worden sein. Teilweise wird eine Kombination von bestimmten Schulabschlüssen mit einer mindestens zweijährigen sozialpädagogischen oder pflegerischen Berufsausbildung sowie eine bis zu siebenjährige einschlägige Berufstätigkeit verlangt.

 

Besonders im OSten Deutschlands steht bei den Erziehern bald ein Generationenwechsel an.
© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2017

 

Wie viel verdient man nach einer Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin?

Die Arbeit mit Kleinkindern sorgt im Alltag des Erziehers für Abwechslung und zugleich ständigen Herausforderungen. Der Verdienst eines Erziehers bzw. einer Erzieherin wird hierbei nicht klar geregelt. Arbeiten Sie als Erzieher und haben sie eine mehrjährige Ausbildung absolviert, kann sich Ihr Verdienst je nach Ausbildungsgrad und Einrichtung unterscheiden. Während ihrer Ausbildung, welche meist eine schulische Ausbildung ist, erhalten die Auszubildenden bis zum vierten Ausbildungsjahr keine Vergütung. Das vierte Ausbildungsjahr ist ein Berufspraktikum, welches durchschnittlich mit 1.400 Euro brutto je Monat vergütet wird. Nach der Ausbildung bzw. beim Berufseinstieg ist ein Durchschnittsgehalt von 2.200 Euro brutto monatlich Standard. Mit Berufserfahrung können Erzieher monatlich ungefähr 3.2000 Euro brutto verdienen.

Das tatsächliche Gehalt von Erziehern, vormerklich in Kindertageseinrichtungen, bestimmt letztendlich jedoch der Träger der Einrichtung. Ungefähr ein Drittel aller Erzieher sind bei öffentlichen Trägern angestellt. Somit erhalten sie eine Vergütung laut Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Bei den restlichen zwei Dritteln hängt der Verdienst vom Arbeitgeber ab. Ist dieser ein Mitglied eines kommunalen Arbeitgeberverbandes, gilt für ihn ebenfalls die Tarifbindung. Freie Träger, Wohlfahrtsverbände und der Großteil der kirchlichen Einrichtungen hingegen besitzen Entgeltregelungen, welche sich an den Strukturen des Tarifvertrags orientieren.

Dennoch unterscheiden sich auch die Entgelte bei den Trägern eines gleichen Verbandes deutlich. Häufig tritt bereits ein Unterschied bei den jeweiligen Bundesländern auf. Durchschnittlich verdienen Erzieher in den „alten“ Bundesländer um ein paar hundert Euro pro Jahr mehr als Erzieher in den „neuen“ Bundesländern. Der Jahresverdienst für einen Erzieher kann bei Berufsstart ungefähr 22.000 bis 23.000 Euro brutto betragen. Auch Jahresverdienste zu Berufsstart von bis zu 30.000 Euro brutto sind möglich. Um einen besseren Verdienst als Erzieher zu erhalten, können ausgebildete Fachkräfte eine Beförderung anstreben. Die Position bestimmt letztendlich den Verdienst als Erzieher. Erzieher mit schwieriger Tätigkeit verdienen vor allem mit Berufserfahrung deutlich mehr als normale Erzieher. Übernimmt der Erzieher die Kita-Leitung, steht ihm ein monatliches Gehalt von 3.000 Euro brutto bei Berufsbeginn zu.

 

Fördermaßnahmen

Die Kosten einer Umschulung zum Erzieher können ganz oder teilweise von der Bundesagentur für Arbeit übernommen werden. Höhe und Dauer der Gesamtförderung sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Bedingung einer Förderung ist, dass nach der Umschulung bessere Berufsaussichten als vor der Ausbildungsmaßnahme bestehen. Zudem wird vorausgesetzt, dass Berufsaussichten im bisherigen Beruf des/der zu Vermittelnden entweder gar nicht oder nur in geringem Umfang vorhanden sind.

 

Bewerbung für eine Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin

Der Beruf des Erziehers erfordert Geduld und eine Leidenschaft für eine Arbeit mit Kindern. Um eine Umschulung zum Erzieher zu starten, müssen die persönlichen Qualifikationen deutlich im Bewerbungsschreiben hervorgehoben werden. Wichtig beim Bewerbungsschreiben selbst ist es, persönliche Bereiche wie etwa erzieherische Tätigkeiten in Form von der Erziehung eigener Kinder oder der Betreuung von Geschwistern und fremden Kindern zu erwähnen. Ebenfalls gehören pädagogische Ausbildungen oder Kenntnisse in die Bewerbung.

 

Grundlegendes zum Bewerbungsverfahren für eine Umschulung zum Erzieher

Der Beruf des Erziehers gehört der Kategorie der klassischen Schulausbildungen an. Aus diesem Grund fällt es vielen Bewerbern ohne dementsprechende schulische Ausbildung, welche meist zwischen 2,5 und 4 Jahre dauert, schwer, eine Umschulungsstelle zu finden. Dennoch existieren mitunter Institutionen wie Kindergärten, Kinderheime, Horte oder Vorschulen, welche eine Umschulung zum Erzieher anbieten. Bei der Bewerbung zur Umschulung zum Erzieher sollte deshalb immer darauf geachtet werden, welche beruflichen Qualifikationen gewünscht sind. Viele Stellen schreiben explizit, dass sie nur Personen mit ersten Berufskenntnissen im Bereich des Erziehers oder Personen mit Kinderbetreuungserfahrung einstellen bzw. umschulen.

 

Was gehört in die Bewerbung und was nicht?

Die Bewerbung für eine Umschulung zum Erzieher sollte stets dementsprechende Zeugnisse bzw. Nachweise enthalten, dass bereits erste Kenntnisse auf dem Gebiet der Kinderbetreuung vorhanden sind. Manche Bewerbungen können aus einem Praktika in einer Kinderbetreuungseinrichtung resultieren, worauf bei der Bewerbung hingewiesen werden sollte. Unbedingt in der Bewerbung gehören persönliche Interessen und Stärken erwähnt, welche unmittelbar mit dem Beruf des Erziehers in Verbindung gebracht werden.

Diese sind unter anderem die Beobachtungsgabe, da der Erzieher die Kinder immer aufmerksam beobachten und bei Problemen einschreiten muss, musische und künstlerische Interessen wie etwa die Fähigkeit, Instrumente zu spielen und das Interesse an pädagogischer Methodik und Lehre.

Vorkenntnisse wie etwa eine schulische Ausbildung mit pädagogischem Schwerpunkt oder bereits durchgeführte Betreuungsarbeiten von beispielsweise älteren Personen sollten ebenso in der Bewerbung vermerkt werden. Dies zeigt, dass der Bewerber nicht nur über erste Erfahrung auf dem Gebiet der Betreuung anderer Personen besitzt, sondern ebenfalls psychisch wie physisch mit der Belastung im Erzieherdasein klarkommt.

Hingegen sollten einmalige Betreuungstätigkeiten wie beispielsweise einmaliges Babysitten des Nachbarskindes nicht unbedingt angeführt werden. Bei der Bewerbung selbst sollten immer betreuerische Tätigkeiten, welche über einen langen Zeitraum hinweg absolviert werden, vermerkt werden. Allerdings gehört eine zertifizierte Ausbildung wie etwa ein absolvierter Babysittingkurs sehr wohl zu den Betreuungsunterlagen.

 

Aufbau und Gliederung

Die Bewerbung zum Erzieher beginnt immer mit dem eigentlichen Anschreiben, in welchem bereits zu Anfang das Interesse mit der Arbeit mit Kindern deutlich angeführt wird. Im nächsten Schritt erfolgt die Auflistung der zuvor erfolgten Schul- und Berufsausbildung. Bezüglich beruflicher Tätigkeit ist es wichtig, dass relevante Berufe und pflegende Tätigkeiten zugleich genannt werden. Unter dem Bereich der pflegenden bzw. betreuenden Tätigkeiten fällt unter anderem das Betreuen der eigenen Kinder oder Verwandter sowie generelle Betreuungstätigkeiten wie etwa Babysitting.

Als letzter Hinweis gehören für den Beruf wichtige Qualifikationen vermerkt. Dies sind unter anderem künstlerische und musische Eigenschaften in Form von Instrumente spielen, malen oder basteln. Falls eine erste Berufserfahrung bzw. absolvierte Praktika vorhanden sind, sollten diese gleichfalls direkt in der Bewerbung angeführt werden.

 

Muster: So könnte Ihr Bewerbungsschreiben für eine Erzieher-Umschulung aussehen

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf der Website XY bin ich auf Ihr Inserat bezüglich einer Umschulung zum Erzieher aufmerksam geworden. Im Rahmen der ausgeschriebenen Stelle bewerbe ich mich nun um eine Umschulung zum Erzieher. Da ich selbst Kinder besitze, welche täglich von mir betreut werden, habe ich über die letzten Jahre hinweg gemerkt, dass mir diese Tätigkeit großen Spaß bereitet. Zusätzlich zu meinen Kindern habe ich des Öfteren die Kinder von Verwandten und Bekannten betreut, wodurch ich ebenfalls den Umgang mit fremden Kindern gewöhnt bin.

Die Kommunikation mit Kindern verschiedenen Alters hat mir bewiesen, dass der Beruf des Erziehers für mich die richtige Tätigkeit ist. Aktuell bin ich Hausfrau und widme mich vollkommen der Betreuung meiner Kinder. Zuvor war ich als Angestellte im Einzelhandel tätig. Während meiner Schulausbildung, welche ich mit dem Realschulabschluss abschloss, gehörten Kunsterziehung und Sozialwesen zu meinen Lieblingsfächern. Durch meine frühere berufliche Tätigkeit bin ich den Umgang mit Menschen in unterschiedlichen Situationen gewohnt, wodurch ich Konflikte leicht lösen kann. In meiner Freizeit führe ich gerne sportliche Aktivitäten in der Gruppe durch, sodass ich nicht nur körperlich fit bleibe, sondern ebenfalls die Umgebung von größeren Personengruppen gewohnt bin.

Die Umschulung zum Erzieher spricht mich vor allem aus dem Grund ein, dass mir die Betreuung von Kindern großen Spaß bringt und ich Kinder gerne erzieherisch fördern möchte. In meiner Freizeit spiele ich gerne Gitarre oder male, wodurch ich die Kinder auch künstlerisch betreuen kann. Wie Sie meinen Bewerbungsunterlagen entnehmen können, habe ich zusätzlich einen Babysittingkurs und ein Praktikum in einem örtlichen Kindergarten absolviert, sodass ich erste Kenntnisse für den Beruf mitbringe. Falls ich Sie von mir überzeugt habe, freue ich mich auf ein persönliches Vorstellungsgespräch bei Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Musterfrau

Wie geht es weiter?

Bevor das Bewerbungsschreiben abgeschickt wird, sollten unbedingt die Bewerbungsunterlagen kontrolliert werden. Wichtige Zeugnisse, welche auf eventuelle Vorkenntnisse für den Beruf des Erziehers hinweisen, sollten unbedingt inkludiert werden. Im Lebenslauf sollten ebenso sämtliche Praktika und relevante Ausbildungen für eine Tätigkeit als Erzieher angeführt werden. Falls erste Arbeitszeuge als Erzieher oder eine andere betreuende Tätigkeit vorhanden sind, gehören diese auch unbedingt den Bewerbungsunterlagen beigefügt.

Die Einladung zum Bewerbungsgespräch kann durch einen deutlichen Hinweis zur telefonischen Kontaktaufnahme bestärkt werden. Beim Bewerbungsgespräch selbst sollte sich der Bewerber unbedingt auf praktische Aufgaben wie etwa einer fiktiven Konfliktlösung oder einem fiktiven Elterngespräch einstellen. Manche Institutionen können zugleich mehrere Bewerbungsphasen veranlassen, welche unter anderem ein Praktikum oder Schnuppertage in der Ausbildungsstelle vorsehen. Die Praktikumsphase soll aufzeigen, dass der Bewerber den Umgang mit Kindern tatsächlich gewöhnt und er selbst in der Lage ist, eine größere Gruppe Kinder ausreichend zu betreuen.

 

Anbieter der Umschulung

Die Umschulungen werden von Berufsfachschulen, Berufskollegs und im Rahmen von Bachelor- oder Masterstudiengängen an Hochschulen angeboten. Insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit bereits tätige Personen, die ihre Berufstätigkeit nicht für eine Ausbildung unterbrechen möchten, können berufsbegleitende Fernlehrgänge belegen.

Über das Kursnet der Arbeitsagentur ist eine einfache Suche nach aktuellen Umschulungen im Bereich des staatlich anerkannten Erziehers möglich.

 

 

Die Umschulung zum Erzieher nach Städten:

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Alternativ zu einer Umschulung zum Erzieher stehen Fernstudiengänge in den Bereichen Soziale Arbeit/Sozialwesen, Altenpflege, Ergotherapie, Heilerziehungspflege, Sozialpflege, Sozialbetreuung, Sozial- und Gesundheitswesen oder Sozialpädagogik zur Auswahl.

 

Andere Alternativen, um Erzieher bzw. Erzieherin zu werden

Erzieher bzw. Erzieherinnen widmen sich der Aufsicht und Pflege von Kindern bis zum Schulalter. Aus diesem Grund benötigen die Fachkräfte ausführliche Kenntnisse in der Entwicklung von Kindern in unterschiedlichen Altersklassen sowie ebenfalls Wissen im pädagogischen Bereich. Möchten Interessenten den Beruf des Erziehers bzw. der Erzieherin ergreifen, bietet sich neben einem Studium auch eine berufsbegleitende Ausbildung sowie ein Quereinstieg an.

 

Berufsbegleitende Ausbildung

Die berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin ist deutschlandweit möglich. In den meisten Fällen findet die Ausbildung schulisch statt. Die Interessenten an der Ausbildung besuchen hierbei die Berufsschule, in welcher sie das notwendige Fachwissen erwerben. Die praktische Ausbildung erfolgt in festgelegten Praxisphasen, in welchen die Auszubildenden Praktika in entsprechenden Einrichtungen absolvieren.

Die Praxisphasen dauern in der Regel ein Jahr und müssen verpflichtend absolviert werden, um die Ausbildung abzuschließen. Voraussetzung für die berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin ist ein mittlerer Schulabschluss. Die Anbieter der Ausbildung können allerdings eigene Zugangsvoraussetzungen festlegen. Durchschnittlich dauert die Ausbildung zwischen drei und fünf Jahren. Können die Interessenten eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem artverwandten Bereich vorweisen, kann sich die Ausbildungszeit etwas verkürzen.

Generell ist die berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin an öffentlichen Schulen kostenfrei, sodass die Auszubildenden lediglich die anfallenden Materialkosten tragen müssen. Private Ausbildungsinstitute hingegen verlangen häufig ein Schulgeld in unterschiedlicher Höhe.

 

Studium

Da die Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin äußerst praktisch gebunden ist, lässt sich der Beruf nicht mittels eines Studiums erlernen. Möchten Interessenten dennoch ein fachnahes Studium absolvieren, bieten sich vor allem Studiengänge aus dem Bereich Pädagogik an. Deutschlandweit sind mehrere Studiengänge mit Schwerpunkt frühe Kindheit verfügbar, welche als Voll- und Teilzeitstudium belegt werden können.

Studiengänge mit Schwerpunkt Frühe Kindheit führen unter anderem die Universität Koblenz-Landau, die Fachhochschule Koblenz und die Universität Görlitz. Pädagogik als Studienfach hingegen wird sowohl als Bachelor- wie Masterstudium deutschlandweit angeboten. Bezüglich eines Pädagogikstudiums stehen Interessenten zusätzlich bestimmte Schwerpunktstudiengänge offen. An der SRH Hochschule Heidelberg können Interessenten beispielsweise Kindheitspädagogik studieren.

Angewandte Kindheitswissenschaften wird stattdessen an der Hochschule Magdeburg-Stendal angeboten. Bildung und Erziehung als Studienfach ist an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin sowie der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim / Holzminden / Göttingen in Hildesheim verfügbar.

 

Quereinstieg

Obwohl die klassische Ausbildung die Standardmethode für den Beruf als Erzieher bzw. Erzieherin ist, lässt sich die Tätigkeit auch via Quereinstieg ergreifen. Für den Quereinstieg als Erzieher bzw. Erzieherin wird meist eine abgeschlossene Berufsausbildung mitsamt Berufserfahrung in einem artverwandten Bereich vorausgesetzt. Notwendige pädagogische Fachkenntnisse hingegen erlangen die Quereinsteiger durch Fortbildungsseminare. Als Alternative zur Berufsausbildung bietet sich ebenfalls eine Umschulung an. Die Umschulung erfordert keine praktischen Erfahrungen im pädagogischen Bereich, jedoch mindestens einen mittleren Bildungsabschluss.

Je nach Anbieter dauert die Umschulung zwischen zwei und vier Jahre und ist im Voll- und Teilzeitausmaß verfügbar. Förderungen für die Umschulung bzw. für den Quereinstieg können vom Arbeitsamt oder der Rentenversicherung in Anspruch genommen werden, wenn die Interessenten die Voraussetzungen erfüllen.

 

Warnung

Die Umschulung und die Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin wurde in den letzten Jahren sehr stark beworben und gefördert. Im Moment besteht noch ein Mangel an Erziehern, aber es kann sein, dass dieser nach Beendigung Ihrer Umschulung gedeckt sein wird. Deshalb unsere Warnung: Bedenken Sie immer, dass ein Erziehermangel heute nicht unbedingt auch einen Erziehermangel in 2 oder 3 Jahren bedeutet! Wählen Sie Ihre Umschulung mit Bedacht.


6 Kommentar zu “Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin (llll➤mit Warnung!)”

  1. Ich habe vor 3 Jahren die Umschulung zur Erzieherin bei Heimerer in München gemacht und wusste damals schon, dass es das richtige ist für mich. Die Lehrer waren klasse und der Untrricht teilweise einfach nur lustig und trotzdem sehr lehrreich. Einen Job zu finden war kein Problem, überall werden Erzieher gesucht, gerade in München. OK, manchmal können die Kiddies echt anstrengend sein und dann möchte man nur noch laut schreien, aber es ist trotzdem der schönste Job den ich mir vorstellen kann! Für alle Leute da draußen, die sich das überlegen: Macht es! Es ist ein wunderschöner Beruf.

  2. Ich habe meine Umschulung zur Erzieherin bei der bbw in Berlin gemacht und habe es nicht bereut! Davor war ich Kinderpflegerin und das war mir vom Gehalt einfach zu ausbeuterisch, und außerdem wollte ich mich weiterbilden, somit kam mir die 2-jährige umschulung zur Erzieherin gerade recht – die Betreuung war top, gerade in der Prüfungszeit. Nochmal vielen Dank für die tolle Zeit!

  3. Der Beruf der Erzieherin ist sicher nicht für jeden etwas. Man muss Nerven wie Stahl haben, wenn die Lütten einem wieder auf der Nase herumtanzen. Aber das Tolle ist, dass man immer ganz viel von den Kleinen zurückbekommt – wenn man keine seltsamen Eltern begegnen muss, die wollen, dass die kleine Sophie-Charlotte ein vegan-glutenfreies bio-Mittagessen möchte 😉 Aber auch dann sollte man als Erzieherin ruhig bleiben können. Ich schließe mich meinen Vorrednern an und kann sagen, ich habe es nie bereut, diese Umschulung gemacht zu haben und überlege jetzt, noch eine Zusatzausbildung zur Tanztherapeutin zu machen.

  4. Ich habe letztes Jahr meine Umschulung zur staatlich anerkannten Erzieherin bei der FAW in Rostock erfolgreich abgeschlossen. Es war teilweise echt stressig, besonders die Theorie wollte manchmal nicht in meinen Kopf rein. Ich bin leider jetzt gerade krankgeschrieben, aber bin ganz hoffnungsvoll, dass ich noch dieses Jahr als Erzieherin in einer Rostocker Kita anfangen darf. Ich finde, das hat sich gelohnt. Schöne Grüße aus dem Norden!

  5. Hallo 😉

    Ich habe August 2017 meinen Abschluss als Krankenpflegehelfer gemacht und die Realschulreife dazu erworben. Da ich jetzt seit über einem Jahr schon in der Pflege mit älteren Menschen zusammen arbeite, in Schichten arbeite, selbst einen Sohn habe, er aber mehr bei Oma, Opa und verwandten ist als bei mir, weil ich oft am Wochenende, Feiertage, viele Spätdienste bis 21 Uhr machen muss und es mir das Herz zerreißt, nicht viel Zeit mit ihm verbringen zu können.. und der Beruf mit älteren Menschen mich doch nicht so erfüllt.. überlege ich seit langem, Erzieherin zulernen. Brauch man die 2 Jahre Sozialassistentin denn davor? Ich habe so viele Fragen. Bekomme ich Unterstützung vom Amt, da ich einen Sohn habe, eigene Wohnung habe etc.? Ich muss erst arbeitslos werden um eine Umschulung zu bekommen? Ich habe vieles gelesen, dass die Schule sehr schwer ist.. könnt ihr mir dazu was sagen? Ich habe Bedenken.

    Freue mich über Texte von euch.
    Lieben Dank schon einmal 😉

    Eure Christiane 😁

    1. Liebe Christiane, das klingt ja so, als hättst du schon eine Menge geschafft! Als alleinerziehende Mutter Realschulabschluss nachgeholt und Ausbildung gemacht! Dafür bezeuge ich dir meinen ganzen Respekt. Da wird doch die Umschulung zur Erziehern ein Klacks für dich sein. Insbesondere deshalb, weil die Erzieherumschulung in vileen Bundesländern, ich weiß leider nicht wo du wohnst, speziell gefördert wird. In den meisten Fällen wirst du für die Finanzierung durch das Arbeitsamt aber einen vorherigen Ausbildungsvertrag mit iner Kita brauchen, da die dich dann im dritten Jahr bezahlt, das Amt übernimmt nur 2 Jahre, wie bei einer Umschulung üblich. Alles andere scheint kein Problem zu sein für mich. Natürlich wäre es gut, deine Lage deinem Berater möglichst dramatisch darzustellen, um die Umschulung finanziert zu bekommen und es kann natürlich auch nicht schaden, ein ärztliches Attest o.ä. beizubringen. Viel Erfolg für dich!

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