Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin

Nach ErzieherInnen herrscht derzeit eine große Nachfrage.
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Das Berufsbild

Erzieher/innen fördern und betreuen Kinder und Jugendliche in vorschulischen Erziehungseinrichtungen, in Heimen und in der Jugend- und Kinderarbeit.

Tätigkeitsfelder befinden sich in kirchlichen und kommunalen sowie in Betriebs- und Schulkindergärten, Kinderkrippen, Horten und Heimen. Außerdem werden Erzieher/innen in Jugend- und Erziehungswohnheimen, Jugendzentren, Sucht- und Familienberatungsstellen, Tagesstätten, Behindertenwohnheimen und in ambulanten Sozialdiensten eingesetzt. Auch Kinderkliniken, Internate, Grund- und Sonderschulen, Ferien- und Erholungsheime sowie Jugendorganisationen beschäftigen Erzieher/innen.

 

Zukunftsaussichten nach der Umschulung

Der Beruf Erzieher/in hat gute Zukunftsperspektiven. Die Berufstätigkeit vieler Eltern führt in Verbindung mit dem seit August 2013 bestehenden Rechtsanspruch auf eine Frühförderung in einer Kindertageseinrichtung ab dem zweiten Lebensjahr zu einem hohen Bedarf an Erzieher/innen. Da zahlreiche Erzieher/innen in den kommenden Jahren das Rentenalter erreichen, werden zusätzliche Nachwuchskräfte benötigt. Öffentliche und private Arbeitgeber müssen sich auch durch Kinderbetreuungsangebote um eine verbesserte Attraktivität ihrer Arbeitsplätze bemühen.

Auch beratende Tätigkeiten in Mutter-Kind-Heimen, Erziehungsheimen und Elternberatungsstellen eröffnen Erziehern/Erzieherinnen zusätzliche berufliche Perspektiven. Zwar ist nur die Hälfte der derzeitigen Arbeitsstellen ein Vollzeitarbeitsplatz, doch ermöglichen Teilzeitstellen vielen Erzieher/innen eine optimale Kombination von Familie und Beruf.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die zu einer Abschlussprüfung zum staatlich geprüften Erzieher führende Ausbildung wird durch Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen der einzelnen Bundesländer unterschiedlich geregelt. Einige Ausbildungsgänge ermöglichen den Abschluss einer allgemeinen oder fachbezogenen Hochschulreife. Die Aus- oder Fortbildungsdauer beträgt in Abhängigkeit von Ausbildungsträger und Bundesland zwischen 2 und 4 Jahre.

Das geforderte berufspraktische Jahr oder einzelne Praktika können bei Nachweis von entsprechenden Vorkenntnissen oder Berufsausbildungen entfallen. Die Ausbildungsinhalte setzen sich aus theoretischem und praktischem Unterricht sowie aus Praktika zusammen. Der Unterricht vermittelt Kenntnisse über Erziehungsziele und Erziehungsmaßnahmen, die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, Bedürfnisse, Entwicklungsmöglichkeiten und Kompetenzen von Kindern sowie die Planung, Durchführung von Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsmaßnahmen.

Zu den Lerninhalten gehören auch gruppendynamische Prozesse bei der Entstehung und Veränderung zwischenmenschlicher Beziehungen, die Unterstützungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen und das individuelle Eingehen auf psychologische Veränderungen während der Weiterentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Aufgabenbereiche und Grundprobleme in der Heim-, Sonder- und Heilpädagogik gehören ebenso zu den Lehrinhalten wie die Erkennung von Gesundheitsstörungen und Gesundheitsschädigungen bei Jugendlichen und Kindern und das Verstehen von Eigenarten behinderter oder beeinträchtigter Kinder und Jugendlicher.

Für die praktische Berufstätigkeit sind Kenntnisse über die Durchführung handwerklicher Arbeiten, Spiele und Feiern bei der Erziehungsarbeit, über den Einsatz herkömmlicher und audiovisueller Medien, die Vorgehensweise bei der Sprachentwicklung von Jugendlichen und Kindern und den Einsatz von Tanz, Bewegung und Musik zur Lernprozessunterstützung erforderlich. Auch die Bedeutung von Elternarbeit, die Zusammenarbeit mit ausbildungsrelevanten Institutionen und rechtlich relevante Bestimmungen bei der Erziehungsarbeit werden vermittelt. Im Rahmen von Praktika werden theoretisch erworbene Kenntnisse im Ausbildungsfach Pädagogik angewandt und Erfahrungen mit berufspraktischen Arbeitsmethoden von Erziehern gewonnen. Der Praktikant/die Praktikantin gewinnt einen Einblick in Aufbau und Ablauforganisation der Ausbildungseinrichtung.

 

Zielgruppe der Umschulung zum Erzieher

Mehr als 60 Fernlehrgänge „Kindererziehung“ stehen bei verschiedenen Umschulungsanbietern und Fernschulen in Deutschland derzeit  zur Verfügung. Teilweise wenden sich Umschulungsangebote gezielt an arbeitssuchende oder arbeitslose Personen, aber auch an Mütter nach der Familienpause. Je nach Ausbildungsträger variieren die spezifischen Zulassungsvoraussetzungen (z. B. Fachschul-, Berufsfachschulreife oder Fachhochschul- oder Hochschulreife).

Besonders geeignet für eine Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin sind Menschen, die über Erfahrungen in sozialen Berufen verfügen. Solche Berufe sind z. B. Heilerziehungshelfer/innen, Sozialhelfer/innen, sozialpädagogische Assistenten/innen sowie Kinderpfleger/innen. Einschlägige Berufserfahrungen können aber auch in einem Freiwilligen Sozialen Jahr, in Praktika oder während ehrenamtlicher Tätigkeiten gewonnen worden sein. Teilweise wird eine Kombination von bestimmten Schulabschlüssen mit einer mindestens zweijährigen sozialpädagogischen oder pflegerischen Berufsausbildung sowie eine bis zu siebenjährige einschlägige Berufstätigkeit verlangt.

 

Fördermaßnahmen

Die Kosten einer Umschulung zum Erzieher können ganz oder teilweise von der Bundesagentur für Arbeit übernommen werden. Höhe und Dauer der Gesamtförderung sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Bedingung einer Förderung ist, dass nach der Umschulung bessere Berufsaussichten als vor der Ausbildungsmaßnahme bestehen. Zudem wird vorausgesetzt, dass Berufsaussichten im bisherigen Beruf des/der zu Vermittelnden entweder gar nicht oder nur in geringem Umfang vorhanden sind.

 

Anbieter der Umschulung

Ausbildungen/Umschulungen werden von Berufsfachschulen, Berufskollegs und im Rahmen von Bachelor- oder Masterstudiengängen an Hochschulen angeboten. Insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit bereits tätige Personen, die ihre Berufstätigkeit nicht für eine Ausbildung unterbrechen möchten, können berufsbegleitende Fernlehrgänge belegen.

 



Diese Anbieter bieten eine Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin/ eine Vorbereitung auf die Externenprüfung:

 

Die Umschulung zum Erzieher nach Städten:

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Alternativ zu einer Umschulung zum Erzieher stehen Fernstudiengänge in den Bereichen Soziale Arbeit/Sozialwesen, Altenpflege, Ergotherapie, Heilerziehungspflege, Sozialpflege, Sozialbetreuung, Sozial- und Gesundheitswesen oder Sozialpädagogik zur Auswahl.

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