Umschulung zum Heilerziehungspfleger/ zur Heilerziehungspflegerin

Die Arbeit mit Menschen mit Down-Syndrom kann sehr erfüllend sein.
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Das Berufsbild

Der berufliche Alltag des Heilerziehungs-pflegers bzw. der Heilerziehungs-pflegerin ist geprägt von der Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Die Fachkräfte in diesem Bereich übernehmen die pflegerische Unterstützung der Menschen mit Behinderung und leisten pädagogische und lebenspraktische Betreuung. Die Unterstützung im Alltag erfolgt dabei sowohl stationär als auch ambulant, je nach Grad der Behinderung und angepasst an die Lebensverhältnisse der zu betreuenden Person.
Anstellungen finden Heilerziehungspfleger/innen in Wohn- und Pflegeheimen sowie in Tagesstätten. Hier erfolgt die stationäre oder teilstationäre Betreuung von Menschen mit Behinderungen. Wachsend ist auch das Beschäftigungsangebot bei mobilen sozialen Diensten, welche sich um die ambulante Versorgung von Menschen mit Behinderung kümmern. Weitere Betätigungsfelder finden sich in Kindergärten und an Förderschulen sowie in Privathaushalten. Dort übernehmen die Fachkräfte beispielsweise die Freizeitbetreuung von jüngeren Menschen mit Behinderungen.

 

Zukunftsaussichten

Die Zukunftsaussichten im Bereich der Heilerziehung sehen gut aus. Schon heute melden viele Träger von Pflegeheimen einen schwer zu deckenden Bedarf an Heilerziehungspfleger/ innen. Diese Situation wird sich in Zukunft auch nicht verändern, verschiedene Prognosen bestätigen einen leicht steigenden Bedarf an Kräften in diesem Bereich.
Begründet wird dies unter anderem mit dem demografischen Wandel der Gesellschaft, durch die Alterung der Bevölkerung werden auch mehr Menschen Heilerziehungspflege benötigen.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die Umschulung zum Heilerziehungspfleger/ zur Heilerziehungspflegerin dauert 24 bis 36 Monate. Während der Ausbildung wird der theoretische und Teile des praktischen Unterrichts in Unterrichtsräumen gelehrt, zusätzliche Betriebspraktika vertiefen die gelernten theoretischen Inhalte.
Im theoretischen Unterricht wird eine Vielzahl an Fächern gelehrt, die zur Bewältigung der Aufgaben in der Heilerziehungspflege nötig sind. Im Fokus stehen dabei die unterschiedlichen Formen der Pädagogik, wie beispielsweise die Heilpädagogik, die Religionspädagogik und die Medienpädagogik. Auch Medizin, Psychiatrie und Psychologie und Pflege gehören zu den Fächern während der Ausbildung, begleitet von einem Anteil der Lehre in Hauswirtschaft, Spiel und Gestaltung sowie Musik und Bewegung.

 
Im praktischen Teil der Ausbildung wird vermittelt, wie Menschen mit Behinderung eine Unterstützung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gegeben werden kann. Die Rolle als Bezugsperson für Menschen mit Behinderung ist ein wichtiger Baustein der praktischen Lehre und wird ergänzt mit der Vermittlung der Beratung und Unterstützung in allen Bereichen des Lebens innerhalb dieser Rolle als Bezugsperson. Des Weiteren wird die Kooperation mit dem Umfeld der Menschen mit Behinderung vermittelt, sprich mit den zuständigen Fachärzten und den Angehörigen.

 

Zielgruppe der Umschulung

Die Umschulung zum Heilerziehungspfleger/ zur Heilerziehungspflegerin richtet sich in erster Linie an Menschen mit ausgeprägtem Interesse an sozial-beratenden Tätigkeiten. Eine vorherige Ausbildung im Bereich der Pflege ist von großem Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Neben dem Interesse an der Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung müssen die Interessenten an dieser Umschulung auch ein Interesse an praktischen und an kreativen Tätigkeiten besitzen. Eine gute sprachliche Kommunikationsfähigkeit ist ebenso erforderlich wie eine gute Beobachtungsgabe. Zudem sollte eine gute körperliche Verfassung vorliegen, da auch die Betreuung kranker und bettlägeriger Menschen zum Inhalt des Berufes gehört. Schlussendlich sollte eine belastbare psychische Stabilität zur Bewältigung der anfallenden Aufgaben vorliegen. Als Zugangsvoraussetzung muss mindestens die mittlere Reife vorliegen, zudem bestehen die Einrichtungen in der Regel auf ein ärztliches Attest für die gesundheitliche Eignung zu diesem Beruf.

 

Fördermaßnahmen

In der Regel wird der theoretische Teil der Ausbildung an den schulischen Einrichtungen nicht vergütet, vielmehr können bei privaten Einrichtungen Kosten in Form von Schulgeld entstehen. Zur Deckung dieser Kosten steht prinzipiell der Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit gemäß Paragraph 77 Absatz 3 im Sozialgesetzbuch III und Paragraph 16 Absatz 1 im Sozialgesetzbuch II zur Verfügung. Die Möglichkeit dieser Förderung und die genaue Höhe muss im Einzelfall abgeklärt werden, da es sich um eine “Kann”-Leistung handelt.

 

Anbieter der Umschulung

Angeboten wird die Umschulung von Berufskollegs und Berufsschulen sowohl von öffentlichen als auch von privaten Trägern. Dabei kann die Art des Aufbaus der Umschulung variieren, so dass die Gewichtung zwischen theoretischen und praktischen Inhalten verschieden ist.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Prinzipiell ist auch eine Umschulung zum Heilerziehungspfleger/ zur Heilerziehungspflegerin im Rahmen eines Fernstudiums möglich. Dieses Angebot erfolgt über die Bundesagentur für Arbeit und beinhaltet ein vierjähriges Fernstudium. Neben dem hauptsächlichen Selbststudium sind dabei vier einwöchige, zentrale Blockunterrichtsveranstaltungen sowie Praktika in verschiedenen Bereichen vorgesehen. Zudem gibt es eine Praxisanleitung durch eine Mentorin/ einen Mentor sowie regionale Unterrichtstage. Auch diese Umschulung kann durch den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden.

 
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