Arbeiten, wo andere eingesperrt sind.
© Gernot Krautberger – Fotolia.com

Das Berufsbild

Die Arbeit des Justizvollzugsbeamten/ der Justizvollzugsbeamtin lässt sich in vier Tätigkeitsbereiche aufteilen. Die grundlegende Aufgabe in diesem Beruf ist im Vollzugsdienst zu finden, hier muss die Aufsicht der Gefangenen übernommen werden, Sicherungsdienste und Durchsuchungen durchgeführt werden und im Bedarfsfall Gefangenentransporte begleitet werden.
Im Werksdienst wiederum gehört die Aus- und Weiterbildung der Insassen zur Hauptaufgabe. Der zuständige Justizvollzugsbeamte/ die zuständige Justizvollzugsbeamte übernimmt dafür die Verantwortung und Organisation des gefängniseigenen Betriebes und teilen den Gefangenen ihre Aufgaben zu.
Der nächste Bereich ist der Sanitätsdienst, in dem in erster Linie der Gefängnisarzt bei der Arbeit unterstützt wird. Die Betreuung und Begleitung der Insassen hin zum Arzt und bei der Behandlung gehört ebenso zur Tätigkeit wie die Assistenzarbeit beim Arzt selbst. Im Verwaltungsdienst kommt es seltener zu Kontakt mit Insassen. Die Aufgaben hier sind die verantwortliche Aktenführung und der regelmäßige schriftliche und mündliche Kontakt mit der Staatsanwaltschaft und den Gerichten.

 

Zukunftsaussichten

Der Zukunftsausblick für Justizvollzugsbeamte ist moderat. Auch im Justizvollzug bekommen die Beamten den Spardruck der öffentlichen Haushalte zu spüren. Der Justizvollzug an sich ist aber natürlich krisensicher und der Dienst in diesem Bereich muss ausgeführt werden. Als Perspektive ist absehbar, dass die öffentlichen Stellen nicht erweitert, aber dennoch bei Abgängen wieder neu besetzt werden.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die Umschulung erfolgt als Vorbereitungsdienst, wobei theoretische und praktische Abschnitte in der Ausbildung durchlaufen werden müssen. Aufgeteilt sind die Inhalte in eine Ausbildung an entsprechenden Justizvollzugsschulen mit Vermittlung der theoretischen Ausbildungsinhalte und einer Ausbildung in den Abteilungen der Justizvollzugsanstalten. In der letzteren Ausbildung wird der praktische Teil näher gebracht. Während der Ausbildung erlernen die Anwärter die betrieblichen Abläufe der Justizvollzugsanstalt kennen und erlernen den richtigen Umgang mit Straffälligen. Dabei bauen sie auf Kenntnissen der Kriminologie und der Psychologie und professionellen Kommunikation auf, welche zuvor theoretisch gelehrt wurden. Die sichere Protokollführung und Berichterstattung ist sowohl Teil des praktischen als auch des theoretischen Teils der Ausbildung. In der Justizvollzugsschule wird des Weiteren der organisatorische Teil der Justizvollzugsanstalten gelehrt, wobei auch Aufgaben im Bereich des Haushalts- und Finanzwesen bearbeitet werden müssen. Auch die Datenverarbeitung im Justizvollzugsdienst ist Teil der theoretischen und praktischen Ausbildung. Auch in den Bereichen Gesundheitswesen und Unfallverhütung werden die angehenden Justizvollzugsbeamten geschult und erhalten die Grundlagen der Staatsbürgerkunde sowie die Grundbegriffe des Verfassungsrechts der Bund und Länder beigebracht. Im Sportunterricht wird mitunter die waffenlose Selbstverteidigung gelehrt, je nach Bundesland wird auch Waffenkunde und Waffengebrauch geschult.
Die Dauer der Umschulung beläuft sich auf insgesamt 24 Monate und schließt am Ende mit einer Laufbahnprüfung ab.

 

Zielgruppe der Umschulung

Zielgruppe für die Umschulung zum Justizvollzugsbeamten/ zur Justizvollzugsbeamtin sind in erster Linie Menschen mit einem sehr guten Sozialverhalten. Die Arbeit im Justizvollzugsdienst erfordert ein gutes Einfühlungsvermögen bei gleichzeitig guter Selbstsicherheit. Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein ist bei den anfallenden Tätigkeiten Pflicht, ebenso wie Verschwiegenheit und Umsicht. Angesprochen werden somit Menschen, die bereits im sozialen Bereich gearbeitet haben und sich die psychische Stabilität zutrauen, welche im Justizvollzugsdienst benötigt wird.

 

Fördermaßnahmen

Die Umschulung zum Justizvollzugsbeamten/ zur Justizvollzugsbeamtin wird nur im Rahmen eines Vorbereitungsdienstes angeboten, welcher auch mit Anwärterbezügen vergütet wird. Prinzipiell besteht wie bei jeder Umschulung die Möglichkeit der Inanspruchnahme des Bildungsgutscheins der Bundesagentur für Arbeit. Dies würde beispielsweise in dem Fall zutreffen, wenn der Anwärterbezug nicht für die Lebenshaltungskosten der Familie ausreichen würde. Entsprechende Informationen können bei der Bundesagentur für Arbeit eingeholt werden.

 

Anbieter der Umschulung

Als Anbieter der Umschulung kommen nur Justizvollzugsanstalten und entsprechende Verwaltungen in Frage. Für den schulischen Teil der Ausbildung werden die Justizvollzugsschulen besucht. Weitere Anbieter kommen für diese Art der Umschulung nicht in Frage.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Die Umschulung zum Justizvollzugsbeamten/ zur Justizvollzugsbeamtin kann nur im Rahmen der vorgegebenen Vorbereitungsdienstes erfolgen. Eine Möglichkeit des Fernstudiums existiert nicht und wird entsprechend auch nicht angeboten. Im übergeordneten Fachbereich Recht besteht aber die Möglichkeit zum Fernstudium zum/zur Assessorwirt/-in, zum/zur Rechtswirt/-in oder zum/zur Rechtsreferent/-in.


Sag was dazu.

Top