Umschulung zum Waldorflehrer / zur Waldorflehrerin

Waldorschule in Fulda (Foto: Florian  K./Wiki commons)

Waldorschule in Fulda
(Foto: Florian K./Wiki commons)

Berufsbild

Ein Waldorflehrer bzw. eine Waldorflehrerin ist für die Bildung und Erziehung von Schülern und Schülerinnen nach Rudolf Steiners begründeter Anthroposophie zuständig, die sich auf drei Grundsätze gründet:

  • intellektuell-kognitive Fähigkeiten (Denken)
  • künstlerisch-kreative Fähigkeiten (Fühlen)
  • handwerklich-praktische Fähigkeiten (Wollen)

Das Lernen erfolgt dabei weniger theoretisch als vielmehr praktisch, denn der Einsatz von Schulbüchern und Medien wird nur begrenzt durchgeführt. Die Schüler und Schülerinnen sollen die Lehrinhalte mit ihren sinnlichen Erfahrungen aufnehmen, d. h. mit der sie umgebenden Umwelt interagieren. Die künstlerische Betätigung steht dabei im Vordergrund, ebenso wie ein lebendiger Unterricht, durch den die Lehrer/-innen zu Autoritätspersonen werden.
Die Besonderheit der Waldorfschulen besteht darin, dass keine Zensuren abgegeben, sondern insbesondere die Sozialkompetenz und das Lernverhalten der Schüler und Schülerinnen in einem schriftlich verfassten Text bewertet werden.
Die Lehrer und Lehrerinnen an Waldorfschulen sind somit damit beauftragt, einen hauptsächlich praktischen Unterricht zu führen sowie hauptsächlich auf Sozialkompetenz und Lernverhalten der Schüler und Schülerinnen zu achten.

 

Zukunftsaussichten

Waldorflehrer und Waldorflehrerinnen werden in ihrem Arbeitsleben einen hohen persönlichen Einsatz zeigen müssen, um den Schülern und Schülerinnen die bestmögliche schulische Ausbildung zu ermöglichen. Dabei arbeiten sie eng mit den Eltern zusammen. In Deutschland gibt es weit über 200 Waldorf-Bildungseinrichtungen, womit das Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten sehr hoch ist. Immer wieder suchen einzelne Schulen Lehrer/-innen und die Zahl der anthroposophisch zu erziehenden Kinder steigt aufgrund der im Vergleich zu anderen Schulen höheren Freiheit hinsichtlich des eigenen Lernens. Damit stehen die Zukunftsaussichten in einem positiven Licht.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Aufgrund der Tatsache, dass hauptsächlich schon ausgebildete Lehrer und Lehrerinnen aus einem Hochschulstudium angenommen werden, kann die Umschulung als eine Art Erweiterung für die speziellen anthroposophischen Kenntnisse angesehen werden. Die Umschulung kann während des Lehramtsstudiums als erweiterndes Modul betrieben werden, aber auch an ein abgeschlossenes Studium angehängt werden.
Die Inhalte beziehen sich im fachspezifischen Bereich auf die studierten bzw. zu studierenden Fächer. In der Regel umfassen sie Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen, Naturwissenschaften und Sport. Im künstlerischen und handwerklichen Bereich kann sich der angehende Waldorflehrer bzw. die angehende Waldorflehrerin auf Kunst, Musik, Handwerk oder Handarbeit festlegen.
 

 
Der praktische Teil erfolgt durch Hospitationen sowie einen eigens gestalteten Unterricht. Dabei wird der Umschüler bzw. die Umschülerin von einem Mentor oder einer Mentorin begleitet.
Die Dauer der Umschulung beträgt bis zu 3 Jahren. Sie variiert je nach Institut. Bei besonderen Gründen (z. B. wegen der Ausübung eines ähnlichen Berufes) kann sie verkürzt werden.
 

Zielgruppe der Umschulung

Wird die Umschulung studienbegleitend durchgeführt, so ist als Zugangsvoraussetzung ohnehin die allgemeine Hochschulreife erforderlich. Wird sie hingegen an ein schon vorhandenes Lehramtsstudium angehängt, so ist zumindest das Erste Staatsexamen nötig.
Aufgrund der Forderung der Waldorfschulen, dass ein Lehrer bzw. eine Lehrerin den vollen Einsatz der eigenen Persönlichkeit leisten sollte, ist eine pädagogisch geprägte Persönlichkeit von Vorteil. Weiterhin ist eine gute Menschenkenntnis nötig, um die Stärken und Schwächen sowie die Neigungen, Talente und die Auffassungsgabe der Schüler und Schülerinnen einschätzen zu können. Besonders wichtig sind die Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Affinität zu einem geeigneten Umgang mit ihnen. Angehende Waldorflehrer/-innen sollten eine Neigung zu Steiners Anthroposophie und zu einem praktisch-erfahrungsorientierten Unterricht haben. Ferner ist die eigene Fähigkeit in Kunst, Musik, Handwerk oder Handarbeiten von Vorteil.
 

Förderungen

Die Umschulung zum Waldorflehrer bzw. zur Waldorflehrerin ist in der Regel mit einem Studium verbunden. Für die Unterstützung in der Zeit des Studiums kann BAföG bezogen werden, das beim zuständigen BAföG-Amt beantragt werden sollte. Auch ist die Zuweisung zu einem Stipendium möglich, insofern besondere Leistungen gezeigt werden.
 

Anbieter der Umschulung

Der Bund der Freien Waldorfschulen weist u.a. die folgenden Anbieter aus:

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Alternativ zur Umschulung zum Waldorflehrer bzw. zur Waldorflehrerin kann auch eine Umschulung zum Lehrer bzw. zur Lehrerin für die anderen Schulformen (z. B. Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium) absolviert werden.

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