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Umschulung zum / zur Agrarwirt / Agrarwirtin

 

Die Ausbildung zum Agrarwirt trägt der zunehmenden Technisierung in der Landwirtschaft Rechnung.

Die Ausbildung zum Agrarwirt trägt der zunehmenden Technisierung in der Landwirtschaft Rechnung.

Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich, der auf eine so lange Tradition zurückblicken kann, wie die Landwirtschaft. Diese Branche sorgt dafür, dass hochwertige Lebensmittel und Grundprodukte für die Lebensmittelerzeugung zur Verfügung stehen. Zahlreiche Berufsbilder, die sich im Laufe der letzten Jahrhunderte und Jahrzehnte teils stark verändert haben, sind in diesem Bereich angesiedelt.

Zu den hier tätigen Profis gehört auch der sogenannte Agrarwirt. Dieser hat ein ingenieurwissenschaftliches Studium absolviert. Als echte Profis befassen sich Agrarwirte mit unterschiedlichen praktischen und planerischen Aufgaben. Sie planen und entscheiden beispielsweise, welche Pflanzen wie und wo angebaut werden sollen, welche Tiere in den Zuchtbetrieb aufgenommen werden und wie das Management im Stall funktioniert. Auch die Frage, welche strategischen Entscheidungen für einen dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes sorgen können, obliegt oft den Agrarwirten – zumindest dann, wenn sie den Hof besitzen oder für dessen Leitung (mit-) verantwortlich sind.

Wer sich intensiver mit der Branche beschäftigen möchte, um eine fundierte Entscheidung für oder gegen die Umschulung zum Agrarwirt zu treffen, kann sich beispielsweise an den Deutschen Bauernverband wenden. Dieser ist der Spitzenverband der deutschen Land- und Forstwirtschaft und wird von seinen Landesbauernverbänden getragen. Fragen rund um die landwirtschaftliche Arbeit werden dort oder auch von den Landesverbänden sicherlich gerne beantwortet.

 

Mehr zu den Perspektiven der Agrarfachleute

Wer sich für eine Umschulung zum Agrarwirt oder zur Agrarwirtin entschieden hat, kann sich grundsätzlich bei allen landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland oder auch im Ausland bewerben. Viele Höfe suchen heute nach einem fähigen Nachfolger oder nach versierter Unterstützung, um den Betrieb erfolgreich in die Zukunft zu führen, denn oftmals haben die eigenen Kinder andere berufliche Interessen.

Hier können sich die frischgebackenen Agrarwirtinnen und Agrarwirte als eine gute Wahl erweisen, da sie in der Regel viele theoretische und praktische Kenntnisse vorzuweisen haben. Wer also ein Faible für landwirtschaftliche Aufgabenstellungen hat oder wer sogar schon Kontakte zu Landwirten mit eigenen Betreiben hat, kann sich durchaus für eine entsprechende Umschulung beziehungsweise für ein Erst- oder Zweitstudium in diesem Bereich entscheiden.

 

Mit welchen Inhalten und welcher Länge der Umschulung ist zu rechnen?

Das (Ingenieur-) Studium der Agrarwirtschaft ist in der Regel an Fachhochschulen angesiedelt. Es dauert je nach Ausbildungsstätte sechs bis acht Semester und kann gegebenenfalls bei akademischen und/oder praktischen Vorkenntnissen leicht verkürzt werden. In den meisten Fällen sind auch verpflichtende Praktika Teil des Studiums, sodass sich die Studierenden nach dem Studium besser orientieren und den Arbeitsplatz finden können, den sie sich wünschen. Darüber ist es wichtig, die gelernte Theorie in die Praxis umzusetzen.

Gelehrt werden unter anderem naturwissenschaftliche und mathematische Grundlagen, betriebswirtschaftliche Themen, landwirtschaftliche Produktionstechniken, Pflanzenanbau und Tierhaltung sowie Wirtschafts- und Agrarrecht. Sowohl Bachelor- als auch Masterabschlüsse sind möglich.

 

Wer eignet sich für eine solche Umschulung?

Da es sich bei der Umschulung zum Agrarwirt nicht um eine klassische Umschulung, sondern um einen Studiengang handelt, sollten Interessenten die typischen Schulabschlüsse mitbringen. Die Fachhochschulreife muss in der Regel vorliegen, damit Bewerber zum Studium zugelassen werden. Um den Einzelfallregelungen ebenfalls Rechnung zu tragen, sollten sich die potenziellen Umschüler bei den infrage kommenden Hochschulen in ihrer Region informieren. Dort sind auch die Einschreibetermine für den nächsten Studienstart zu erfragen.

Natürlich gibt es auch einige Fähigkeiten, die im Berufsalltag als Agrarwirt oder Agrarwirtin weiterhelfen. Dazu gehören Organisationstalent und Planungskompetenz, betriebswirtschaftliches Denken sowie – ganz wichtig – die Begeisterung für die Landwirtschaft und landwirtschaftliche Erzeugnisse.

 

Gibt es Möglichkeiten zur Förderung und Finanzierung der Umschulung?

Das Studium der Agrarwirtschaft ist zwar in aller Regel kostenlos – doch eine Ausbildungsvergütung wird selbstverständlich auch nicht gezahlt. Es ist also notwendig, sich über die Finanzierung der Studienzeit Gedanken zu machen. Sollte das Studium den Weg aus einer langen Arbeitslosigkeit ebenen oder sollte zum Beispiel ein sogenannter Härtefall vorliegen, kann eine Finanzierung über die Bundesagentur für Arbeit möglich sein.

Ob im Einzelfall realistische Chancen auf Leistungen wie Wohngeld bestehen, muss mit dem zuständigen Sachbearbeiter besprochen werden. Eine Alternative können auch Kreditangebote von Banken sein.

 

Die Anbieter der Umschulungsmaßnahme

Da es sich hier um ein Studium handelt, sind die Fachhochschulen die Anbieter einer Umschulung oder eines Zweitstudiums zum Agrarwirt. Fachhochschulen, die entsprechende Studiengänge bereithalten, befinden sich in Berlin, Bernburg, Eberswalde, Freising, Göttingen, Kiel, Neubrandenburg, Nürtingen und vielen anderen Städten in Deutschland. So findet sich sicherlich immer eine Möglichkeit, das Studium in der eigenen Nähe oder in der gewünschten Studienstadt zu absolvieren.

 

Welches Fernstudium kann als Alternative dienen?

Wer Agrarwirtin oder Agrarwirt werden möchte, muss nicht unbedingt ein Präsenzstudium für sich auswählen. Es gibt auch Studiengänge, die im Fernstudium angeboten werden und die für eine landwirtschaftliche Laufbahn qualifizieren. Einer der Anbieter ist die Hochschule Anhalt (Anhalt University of Applied Sciences). Hier wird ein Studiengang mit dem Namen „Landwirtschaft / Agrarmanagement“ angeboten, der mit dem Abschluss Bachelor of Engineering abschließt. Wer hier starten möchte, muss das Abitur, die Fachhochschulreife oder einen gleichwertigen Abschluss vorweisen.

Selbstverständlich ist auch Fernstudierenden zu empfehlen, sich früh um praktische Erfahrungen in der Landwirtschaft zu bemühen, da der Erfolg in diesem beruflichen Sektor sehr stark von Praxiskenntnissen abhängt.