Umschulung zum Fachinformatiker/zur Fachinformatikerin

Interessiert an modernen Technologien? Dann ist die Umschulung zum Fachinformatiker vielleicht etwas für Sie. © lassedesignen – Fotolia.com

Das Berufsbild

Fachinformatiker/innen entwickeln und realisieren an individuelle Kundenbedürfnisse angepasste Hardware- und Softwarelösungen. In der Fachrichtung Anwendungsentwicklung befassen sie sich mit Softwareprojekten, nehmen die Analyse und Planung von IT-Systemen vor und schulen die Benutzer.

Fachinformatiker/innen mit dem Schwerpunkt Systemintegration sorgen für die Vernetzung von Software und Hardware und führen Beratungen und Benutzerschulungen durch.

 

Zukunftsaussichten

Fachinformatiker haben gute Berufsaussichten. Speziell für Anwendungsentwickler eröffnen sich in den Zukunftsmärkten Elektromobilität, Cloud Computing und Datensicherheit vielfältige Betätigungsmöglichkeiten. Das Tätigkeitsfeld Elektromobilität umfasst die Arbeitsbereiche Fahrzeugtechnik (Entwicklung elektromobiler Antriebskonzepte), Infrastrukturnetze (mit Informationstechnologie gesteuerte intelligente Stromnetze), Infrastrukturstationen (Sicherstellung der Energieversorgung von Fahrzeugen), Fahrzeughandel und Fahrzeugservice sowie Systemdienstleistungen (z. B. Verkehrsdatenerfassung in Echtzeit zur Sicherstellung effizienten Fahrzeugnutzung).

Cloud Computing bedeutet die Auslagerung von Prozessen und Daten auf externe Server, so dass eine bedarfsgerechte Echtzeitnutzung erfolgen kann. Gleichzeitig muss jedoch die Sicherheit der ausgelagerten Daten gewährleistet werden. Die Entwicklung sicherer Cloud-Umgebungen gehört zu den zukünftigen Aufgaben von Anwendungsentwicklern.

 



Inhalte und Dauer der Umschulung

Umschulungen werden von Berufsbildungsinstituten als 21- bis 24-monatige Ausbildungsgänge angeboten. Angehende Fachinformatiker/innen erlernen innerhalb einer klassischen dreijährigen (dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule stattfindenden) Ausbildung im ersten von insgesamt drei Ausbildungsjahren die Unterscheidung von Betriebssystemen und deren Anwendungsbereichen, die Vorgehensweise bei einem Systemtest, die Anwendung von Programmierlogik und Programmiermethoden, die Information und Beratung von Kunden, die Zusammenfassung von Funktionen und Daten zu Objekten, die Definition von Klassen, die Erstellung von Hierarchiediagrammen sowie das Erstellen von Testplänen und Testkonzeptionen.

Im zweiten Ausbildungsjahr wird den Auszubildenden die Auswertung von Betriebsabrechnungsergebnissen zu Kontrollzwecken, der Entwurf von Datenmodellen, die Unterscheidung von Netzwerkarchitekturen und die Anwendung von Verfahren zum Datenaustausch vermittelt. Der Schwerpunkt Anwendungsentwicklung umfasst im zweiten Jahr zusätzlich das Erlernen von Programmiersprachen, deren Anwendung und Einsatzgebiete, die Erweiterung von Anwendungslösungen mit Unterstützung von Applikationssprachen sowie die Anpassung und Konfigurierung von Betriebssystemen. Die Schüler/innen der Fachrichtung Systemintegration erwerben dagegen Kenntnisse über die Einpassung von Hardware und Software in vorhandene Systeme, die Inbetriebnahme zusätzlicher Hardware- und Softwarekomponenten, die Integration einer Softwarearchitektur in Netze und die Einrichtung von Benutzerdialogen und Bedienoberflächen.

Auszubildenden beider Fachrichtungen wird während des dritten Ausbildungsjahres die Festlegung von Schulungszielen und Schulungsmethoden vermittelt. Angehende Anwendungsentwickler erlernen zudem die kundengerechte Dokumentation erstellter Anwendungslösungen, die Durchführung softwareunterstützter Präsentationen und die Integration von Texten, Bildern und Ton in eine Präsentation. Der Ausbildungsgang Systemintegration umfasst hingegen die Steuerung von Systemen unter Berücksichtigung von Betriebsabläufen, die Analyse von Benutzerproblemen und die Präsentation von Vorschlägen zur Problemlösung.

Außerdem vertiefen künftige Anwendungsentwickler ihre Kenntnisse in einem der Fachgebiete technische Systeme, kaufmännische Systeme, Expertensysteme, Multimedia-Systeme und mathematisch-wissenschaftliche Systeme, während in der Fachrichtung Systemintegration eines der Einsatzgebiete Netzwerke, Rechenzentrum, Client-Server, Funknetze oder Festnetze als Schwerpunktfach ausgewählt wird.

In der Berufsschule wird zudem Fachwissen über Betriebsorganisation, Geschäftsprozesse, Arbeitsmethodik, fachspezifisches Englisch, Kunden- und Marktbeziehungen sowie Controlling und Rechnungswesen erworben.

 

Zielgruppe der Umschulung

Für eine Umschulung zum Fachinformatiker werden neben einem qualifizierenden Schulabschluss, Mathematikkenntnisse, gute schriftliche und mündliche Sprachkenntnisse (Deutsch und Englisch), Mathematikwissen, IT-Grundkenntnisse, analytisches Denkvermögen, Flexibilität, Kommunikationsvermögen und betriebswirtschaftliches Interesse sowie häufig auch Berufserfahrungen vorausgesetzt.

 

Fördermaßnahmen

Die Kosten einer Umschulung zum Fachinformatiker/zur Fachinformatikerin können durch das Jobcenter der Arbeitsagentur übernommen werden. Mit Ausstellung eines sogenannten Bildungsgutscheins bestätigt die Arbeitsagentur, alle im Zusammenhang mit der Umschulung entstehenden Aufwendungen zu übernehmen. Ein Bildungsgutschein wird jedoch nur dann ausgehändigt, wenn die Umschulung notwendig ist, um eine bestehende oder unmittelbar drohende Arbeitslosigkeit zu beenden bzw. abzuwenden und wenn außerdem kein anderes Arbeitsmarktinstrument zur Verfügung steht, um die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt herbeizuführen.

Die Arbeitsagentur setzt ferner eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens dreijährige Berufstätigkeit voraus. Der Bildungsgutschein weist das Ausbildungsziel, die Ausbildungsdauer und eine Gültigkeitsdauer von höchstens drei Monaten aus, innerhalb der der Gutschein eingelöst und die Umschulung begonnen werden muss.

 

Anbieter der Umschulung

Duale dreijährige Ausbildungen werden von Fachbetrieben der IT-Branche sowie in den IT-Abteilungen anderer Unternehmen angeboten. Umschulungen zum Fachinformatiker können z. B. bei der „Macromedia Akademie“ in München, Stuttgart oder Osnabrück, der „IT-Akademie Dr. Heuer GmbH“, Bochum, der „GRUNDIG AKADEMIE für Wirtschaft und Technik Gemeinnützige Stiftung e. V.“, Nürnberg, der „Bfz-Essen GmbH“, Essen und der „cbm GmbH“ in Bremen belegt werden.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Fernstudiengänge führen zu benachbarten Berufen wie Informatikkaufmann/-frau, IT-Systemkaufmann/-frau, Softwareentwickler/in, Web-Designer/in, Informatiker/in, IT-Systemelektroniker/in, Netzwerkadministrator/in, Informatikkaufmann/-frau und Web-Designer/in.