Maschinen kaputt? Jetzt müssen Sie ran!
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Berufsbild

Industriemechaniker sorgen für einen reibungslosen Ablauf bei Maschinen und in Fertigungsanlagen. Sie stellen Maschinenbauteile her und setzen diese in die Geräte ein. Dabei stellen sie sicher, dass die Maschinen ordnungsgemäß arbeiten. Außerdem sind sie für die Wartung und Instandsetzung zuständig. Werden für bestehende Maschinen oder Anlagen neue Regelungen erlassen, kümmern sie sich um die erforderlichen Anpassungen.
Desweiteren kümmern sie sich um die Fehlerdiagnose und Reparatur, wenn eine Maschine fehlerhaft arbeitet. Sie nutzen spezielle Diagnoseverfahren, um den Fehler zu finden, tauschen beschädigte Teile aus und fertigen bei Bedarf die nötigen Ersatzteile selbst an. Hauptsächlich arbeiten sie mit Metall und Kunststoff. Ggf. informieren sie sich in der Fachliteratur über spezielle Funktionsweisen. Teilweise arbeiten sie auch mit Kollegen der Elektronik oder der Mechatronik zusammen. Bei ihrer Arbeit müssen sie geordnet und strukturiert vorgehen, um Fehler zu vermeiden. Außerdem sind sie für die Einweisung in instandgesetzte Geräte zuständig. Sie erläutern den Mitarbeitern die Funktionsweise und geben Sicherheitshinweise. Desweiteren beachten sie die Qualitätsstandards der Unternehmen und wirken bei deren Verbesserung und der Arbeitssicherung mit.
Industriemechaniker finden ihren Einsatz z. B. in Fertigungsanlagen der Automobilhersteller oder für Verkehrsbetriebe an Fahrkartenautomaten. Des Weiteren finden sie ihre Arbeitsplätze beispielsweise in der Textil-, Elektro- oder Lebensmittelindustrie.

 

Zukunftsaussichten

Industriemechaniker sind aufgrund ihrer Ausbildung vielseitig einsetzbar. Sie können in vielen Branchen Arbeit finden. Da sie bei ihrer Tätigkeit sowohl teamfähig sein als auch mit moderner Technik umgehen können müssen, ist die Nachfrage nach Industriemechanikern gleichbleibend hoch. Sie sind Facharbeiter mit Spezialwissen, die von Unternehmen gesucht werden.

 

Zielgruppe

Für die Ausbildung ist rechtlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Schulen oder Betriebe können jedoch eigene Zugangskriterien festlegen. Meist wird zumindest ein mittlerer Bildungsabschluss verlangt. Desweiteren sollten Bewerber Interesse am Umgang mit Zahlen und Daten haben und sorgfältig arbeiten können. Außerdem erwarten die Schulen oder Betriebe meist Beharrlichkeit und Teamfähigkeit.
Wichtig sind Kenntnisse in Physik, Mathematik, Werken und Technik sowie Informatik.

 

Inhalt und Länge der Ausbildung

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und findet in der Regel dual statt. Teilweise ist auch eine rein schulische Ausbildung möglich.
In der Ausbildung werden von den Betrieben Kern- und Fachqualifikationen vermittelt. Die Kernqualifikationen sind in allen metallverarbeitenden Berufen gleich. So werden Werkstoffeigenschaften vermittelt, das Inspizieren, Pflegen und Warten von Betriebsmitteln sowie Grundlagen der Steuerungstechnik. Als fachspezifisches Wissen lernen Industriemechaniker außerdem, wie Störungen an Maschinen festgestellt, Inspektionspläne erstellt oder Arbeitsabläufe optimiert werden können. Weitere Inhalte können aus den Wahlpflichtbereichen Feingerätebau, Instandhaltung oder Produktionstechnik erworben werden. Die Angebote des Wahlbereiches variieren je nach Einrichtung.

In der Berufsschule wird u. a. unterrichtet, wie Bauelemente gefertigt werden, was beim Installieren von steuerungstechnischen Systemen zu beachten ist und wie technische Systeme geplant und umgesetzt werden können.

 

Kosten und Förderung

Ausbildungen, die dual erfolgen, werden vergütet. Die genaue Höhe hängt von der Branche des Betriebs, seiner tariflichen Bindung und seiner Region ab. Die folgenden Zahlen der Bundesagentur für Arbeit können der Orientierung dienen. Das gezahlte Entgelt wird im Ausbildungsvertrag festgelegt. Im ersten Ausbildungsjahr erhalten die Auszubildenden etwa 790 bis 833 Euro, im zweiten 843 bis 881 Euro, ab dem dritten Jahr ca. 900 bis 948 Euro und im vierten Jahr 949 bis 1005 Euro.

Bei einer dualen Ausbildung fallen keine Lehrgangskosten an. Allerdings können Kosten für Lernmaterial oder die Fahrt zum Ausbildungsort entstehen. Bei einer schulischen Ausbildung kann ein Lehrgangsentgelt anfallen. Die duale Ausbildung kann über die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) gefördert werden. Eine rein schulische Ausbildung kann über das BAföG unterstützt werden.

 

Anbieter

Viele Unternehmen bilden selbst aus und bieten Ausbildungsplätze an. Eine weitere Möglichkeit ist das Berufsausbildungsangebot der Humboldt-Universität in Berlin. Alternativ kann eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Bundeswehr begonnen werden.

 

Alternative als Fernstudium

Die Möglichkeiten, alternativ ein Fernstudium zu absolvieren, sind vielfältig. So können Kurse in den Bereichen Technische Mechanik oder Angewandte Mechanik belegt werden. Besonders beliebt ist ein Fernstudium im Maschinenbau, z.B. an der HS Anhalt. Dabei werden neben Kenntnissen im Maschinenbau auch ingenieurwissenschaftliche Fertigkeiten vermittelt.

Umschulung zum Industriemechaniker/ zur Industriemechanikerin
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