Umschulung zum Innenarchitekten/zur Innenarchitektin

Berufsbild

Werden Sie Raumgestalter! © Gunnar Assmy – Fotolia.com

Innenarchitekten  gestalten die Innenräume von Gebäuden mit dem Ziel, das soziale, geistige und körperliche Wohlbefinden von Menschen sicherzustellen.
Bei Entwurf und Planung einer Inneneinrichtung berücksichtigen sie gestalterische, künstlerische, wirtschaftliche und technische, aber auch soziale, ökologische und kulturelle Gesichtspunkte.

Innenarchitekten befassen sich mit der Farbgestaltung und der Beleuchtung von Innenräumen, dem Möbeldesign und der Wärmedämmung. Sie sind Berater, Betreuer und Vertreter ihrer Kunden bei Planung und Ausführung der Inneneinrichtung.

Innenarchitekten/Innenarchitektinnen sind in Büros für Architektur, Innenarchitektur, technische Fachplanung und Design sowie im Möbel- und Industriedesign und bei Raumausstattungsunternehmen beschäftigt.



Weitere Tätigkeitsfelder befinden sich bei Werbeagenturen, Theatern, Fernsehanstalten, Bauträgern, Möbelherstellern, Denkmalschutzbehörden und in Hochschulen.
Die Tätigkeit als Innenarchitekt/Innenarchitektin setzt den Abschluss eines Innenarchitekturstudiums voraus. Die Berufsbezeichnung „Innenarchitekt/in“ darf nach Eintragung in die Architektenliste einer Landesarchitektenkammer geführt werden.

 

Zukunftsaussichten

Die steigende Nachfrage nach einer durchdachten und stilvollen Innenraumgestaltung sichert dauerhaft Beschäftigungsmöglichkeiten für Innenarchitekten/Innenarchitektinnen. Allerdings ist angesichts einer großen Absolventenzahl eine individuelle fachliche Spezialisierung zu empfehlen. Die Berufsaussichten von Innenarchitekten/Innenarchitektinnen werden zudem von der Wirtschaftsentwicklung der Baubranche beeinflusst.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die Regelstudiendauer eines Innenarchitekturstudiums beträgt an einer Hochschule gewöhnlich neun und an einer Fachhochschule acht Semester. Ein kombiniertes Bachelor-Master-Studium an einer Universität umfasst mindestens zehn Semester. Die tatsächliche Durchschnittsdauer liegt allerdings einige Semester über der Regelstudiendauer. Nach zwei- bis dreijähriger Berufstätigkeit können sich Absolventen des Studiums bei der zuständigen Landesarchitektenkammer eintragen lassen.

Während des Studiums werden Kernkompetenzen in den Bereichen Entwurf, Innenarchitektur, Raumgestaltung, Arbeitsvorbereitung, Detail- und Ausführungsplanung, Ausschreibung, Vergabe und Leistungsbeschreibung, Kalkulation sowie Bau- und Architektenrecht erworben. Weitere Kenntnisse eignen sich Studierende über Baubetrieb, Bauleitung, Baukonstruktion und Baustatik, Innenausbau mit Holz, Werkstofflehre, Bausanierung, Badplanung, Gestaltung, allgemeines Design, Möbeldesign, Lichttechnik und Beleuchtung, digitale Bildbearbeitung, die Anwendung von CAD-Systemen (Computer Aided Design), Messe- und Ausstellungsgestaltung, Kundenberatung und Kundenbetreuung sowie Kunstgeschichte an.

Viele Hochschulen sehen auch ein Praxissemester vor, um den Studierenden einen Einblick in ihre künftige Berufswelt zu vermitteln.
Fernlehrgänge „Raumgestaltung/Innenarchitektur“ vermitteln Kenntnisse über Wohnbedürfnisse, Stilgeschichte und Architekturepochen, die Erstellung von Einrichtungsplänen, die Wirkung von Farben, Formen und Materialien und die Raumgestaltung unter Berücksichtigung unter ökologischen, ökonomischen und stilistischen Gesichtspunkten.

 

Zielgruppe

Eine Umschulung zum Innenarchitekten/zur Innenarchitektin eignet sich vorzugsweise für Interessenten, die bisher in kreativ-gestaltenden Berufen tätig waren, aber auch Interesse an organisatorischen, prüfenden und theoretisch-abstrakten sowie an sozial-beratenden Tätigkeiten haben. Innenarchitekten/Innenarchitektinnen müssen kommunikationsfähig sowie kunden- und serviceorientiert sein. Eine Umschulung zum Innenarchitekten/zur Innenarchitektin könnte daher beispielsweise für bisherige Gestalter/innen für visuelles Marketing oder für Raumausstatter/innen in Betracht kommen.

 

Fördermaßnahmen

Ein Innenarchitekturstudium an einer Hochschule oder an einer Fachhochschule kann nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz unterstützt werden. Das grundsätzlich von Eigentum und Vermögen des Studierenden, seiner Eltern und eines eventuellen Lebenspartners abhängige BAföG beträgt monatlich maximal 670 Euro. Außerdem können Studierende im Rahmen des Bildungskreditprogramms der Bundesregierung ein zinsgünstiges Darlehen in Höhe von bis zu 7.200 Euro in Anspruch nehmen, das unabhängig von den Vermögens- und Einkommensverhältnissen der Eltern oder eines Lebenspartners gewährt wird und in einfacher Form online beantragt werden kann.

Fernlehrgänge „Raumgestaltung/Innenarchitektur“ werden möglicherweise von der Arbeitsagentur mit einem Bildungsgutschein gefördert, wenn durch den Lehrgang eine bestehende oder drohende Beschäftigungslosigkeit abgewendet werden kann und keine anderen Arbeitsmarktinstrumente hierfür geeignet erscheinen. Mit der Ausstellung eines Bildungsgutscheins bestätigt die Arbeitsagentur die Übernahme aller Umschulungskosten.

 

Anbieter der Umschulung

Studiengänge Innenarchitektur stehen an 13 Hochschulen in Deutschland bereit. Sieben dieser Hochschulen (Coburg, Detmold, Halle (Saale), Hannover, Mainz, Stuttgart und Trier) bieten nur Bachelor-Studiengänge und fünf Universitäten (Darmstadt, Kaiserslautern, Rosenheim, Wiesbaden und Wismar) zusätzlich auch Master-Studiengänge an, während die Akademie der Bildenden Künste in München über einen Diplom-Studiengang Innenarchitektur verfügt. An der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Detmold steht ein spezieller Masterstudiengang Innenarchitektur – Raumkunst zur Verfügung.

Außerdem kann Innenarchitektur an verschiedenen Fachhochschulen studiert werden. Fachhochschul- und Hochschulstudiengänge zum Innenarchitekten werden darüber hinaus auch in Österreich und in der Schweiz angeboten. Zudem bieten Fernlehrinstitute Lehrgänge „Raumgestaltung/Innenarchitektur“ an.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Als Alternative zu einem Studium Innenarchitektur kommt ein Fernstudium „Architektur und Umwelt“ an der Hochschule Wismar in Betracht, das eine Spezialisierung auf „Bauprojekte“ oder „Städtebau“ vorsieht. Ein Fernstudium Innendesign, das Haustechnik, Lichtplanung, Gestaltungslehre, Zeichentechnik und Stilgeschichte umfasst, stellt eine weitere interessante Umschulungsmöglichkeit dar.

Auch ein Studium Bauingenieurwesen, für das die TU Dresden ein Bachelor-Fernstudium eingerichtet hat, könnte für Umschüler von Interesse sein.

 

Ratgeber Umschulung-Tipp

Das Institut für Lernsysteme – ILS bietet den Fernkurs Innenarchitektur an, der auch Personen ohne Abitur eine fundierte und flexible Ausbildung in diesem Bereich ermöglicht. Mehr Infos: ILS Fernkurs Raumgestaltung / Innenarchitektur*

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